Bis zu 1,5 Millionen US-$ pro Album - RIAA hebt ab



Die Wünsche der RIAA (Verband der US-Plattenfirmen) nehmen immer absurdere Ausmaße an. Im US-Repräsentantenhaus wird gegenwärtig über den "Prioritizing Resources and Organization for Intellectual Property Act of 2007" (PRO-IP) beraten, nach dem für das unerlaubte Kopieren von Musik bald Entschädigungszahlungen bis zu 1,5 Millionen (!!!) US-Dollar fällig werden könnten - pro Album mit 10 Titeln. Im Gegenzug sieht der RIAA-Chef Cary Sherman keinen Bedarf an Zwangsfiltern bei US-Internetprovidern - kein Wunder, bei 1,5 Mios pro Album brechen wohl goldene Zeiten für die Musikindustrie an. Bisher gelten Entschädigungssätze von 750 bis 150.000 US-Dollar pro Urheberrechtsverletzung und Werk. Dabei wird nicht zwischen der unerlaubten Kopie eines einzelnen Musikstückes oder der unerlaubten Kopie eines ganzen Albums unterschieden. Die Musikindustrie unterstützt nun den Vorstoß der Abgeordneten, künftig jeden einzelnen Titel eines Albums als Werk zu behandeln. Bei zehn Titeln auf einem Album ergäbe sich damit eine Entschädigungssumme zwischen 7.500 und 1,5 Millionen US-Dollar. Vor einigen Tagen veranstaltete das US-Copyright-Office einen runden Tisch zur Diskussion des Gesetzentwurfes. Vertreten waren Musikindustrie, Verlage, Filmindustrie, und Urheberrechtsspezialisten aus allen Lagern. In seinem Blog berichtet Sherwin Siy von der Bürgerrechtsvereinigung Public Knowledge unter der Überschrift "Was machen wir hier eigentlich?" über das Treffen. In seiner Überschrift zitiert Siy den stellvertretenden Leiter des Copyright-Office, David Carson, der nach stundenlanger Diskussion der Teilnehmer keine große Unterstützung des PRO-IP-Gesetzentwurfes erkennen konnte. Dazu Siy: "[...]keiner der Teilnehmer war besonders scharf darauf, den Entwurf zu unterstützen - weder das Justizministerium noch die Handelskammer bemühten sich besonders darum. Es war lediglich ziemlich klar, dass die RIAA das will [...]" Auf Carsons Frage danach, ob jemand der Anwesenden einen einzigen Fall nennen könne "in dem die Kläger wegen der bisherigen Entschädigungsregelung zu kurz gekommen sind", gab niemand eine entsprechende Antwort.

Quelle:www.golem.de


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