Folter durch die USA - warum schweigt die Welt?



Immer wieder geistern Foltervorwürfe gegen die USA durch die Medien. Guantanamo, Abu Ghuraib, CIA-Satelliten in Europa - unter dem Deckmantel der Terrorprävention ist der Bush-Regierung jedes Mittel recht, um an Informationen zu gelangen. In einem geheimen Memorandum erklärte der spätere Justizminister Alberto R. Gonzales, dass die Gesetze zum Verbot von Folter nicht für so genannte „feindliche Kämpfer“ gelten. Außerdem erklärte er, dass Verhörpraktiken wie das Waterboarding nicht als Folter einzustufen seien.
Zur Information: Waterboarding oder Wasserkur bzw. engl. Water Cure ist eine Foltermethode, die bis heute in verschiedenen Staaten angewendet wird. Beim Opfer wird durch Ausnutzen von Würgreflexen physiologisch zwingend der Eindruck unmittelbar drohenden Ertrinkens hervorgerufen, indem die Atmung durch ein Tuch, welches ständig mit Wasser übergossen wird, stark erschwert wird. Durch das Fixieren des Folteropfers in einer Position, in der sich der Kopf tiefer befindet als der restliche Körper, soll das Eindringen von Wasser in die Lungen und ein darauf folgendes tatsächliches Ertrinken verhindert werden. Mit dieser Methode soll es möglich sein, den Widerstand eines Menschen in weniger als einer Minute zu brechen. Waterboarding gehört zu der "weißen Folter", also zu den Verhör-Methoden, die keine Spuren hinterlassen und nachträglich schwer zu beweisen sind. Nochmal: die USA sieht das als akzeptable Verhörmethode an und nicht als Folter, folglich sieht man auch keinen Verstoß gegen die Genfer Konvention.
Eine weitere beliebte Methode ist es, die Gefangenen stunden - wenn nicht tagelang stehen zu lassen. Hierzu ein Zitat aus einer CIA-Studie aus dem Jahr 1956: "Perioden langen Stehens werden von Vernehmungen unterbrochen,...um dem Gefangenen klar zu machen, dass er sein Elend leicht beenden könnte, wenn er kooperieren würde."
Stehen klingt harmlos, ist allerdings eine simple und effektive Technik, die Schmerzen unerträglich zu machen. Das Wasser sammelt sich in den Beinen, es bilden sich Geschwüre die aufbrechen und extrem schmerzhaft sind. Dann versagen die Nieren und der Gefangene beginnt zu halluzinieren. Eine weitere Technik der CIA ist die Schamfolter. Man zwingt die Gefangenen sich auszuziehen, attackiert sie mit Hunden und lässt sie vor weiblichen Wärtern masturbieren oder Oralsex praktizieren. Abgeschaut haben sich die Folterknechte der USA ihre Methoden bei den Nazis. Bush entschuldigte sich für die Vorfälle und relativierte die Folter in Abu Ghuraib mit der Begründung "Entgleisung einzelner Soldaten" und versprach rückhaltlose Aufklärung.
Experten erkennen aber entgegen Bush`s Behauptung systematische Folter anhand der Bilder.
Die Frage ist: Wie weit darf man gehen, um "eventuell" an Informationen zu geplanten Terroranschlägen oder dem Aufenthaltsort Bin Ladens zu gelangen?

Der ehemalige US-Soldat Joshua Casteel, der in Abu-Ghuraib gedient hat, über seine dortigen Erlebnisse:
Sie haben dort mit dem Einsatz der Spezialeinheiten die Insassen regelmäßig befragt. Es gab auch oft Folterungen. Beispielsweise wurden die Gefangenen nackt in eiskaltes Wasser gestellt und dann in einem Raum mit Klimaanlage, die auf extrem hohe Temperaturen gestellt wurde. Ihre Hände wurden mit Hämmern geschlagen. Auch Baseballschläger wurden benützt.

Die Welt schaut weg, seit dem 11. September 2001 ist wohl die Hemmschwelle gesunken und man lässt die USA schalten und walten wie man will. Wenn derartige Berichte ans Tageslicht gelangen, gibt es einen kurzen Aufschrei, der genauso schnell wieder verhallt. Menschen verhalten sich wie Bestien aus Horror-Romanen, alles zum Schutz vor Terror. Gebracht hat es bis jetzt nichts, Amerika kann keine nennenswerten Erfolge vorweisen. Einmal mehr schockierend das Verhalten der EU-Politiker, die geschlossen und in bückender Haltung jede Tat der USA akzeptieren und jede Forderung der USA erfüllen. Auch aktuell zeigt das EU-Parlament wenig Rückgrat. Der US-Heimatschutzminister Michael Chertoff bezeichnet Europa als "Operationsbasis für Terroristen" und fordert, die Daten europäischer Reisender schon vor Abflug in die USA zu erhalten. Die Umsetzung dieser Forderung kostet die EU 600 Millionen €, anstatt Amerika Grenzen aufzuzeigen, sagen wir auch diesmal wieder artig "danke" und schauen zu, wie wir uns immer weiter Richtung "European States of America" bewegen. Bush rüstet Saudi Arabien auf und predigt weiterhin haltlose Vorwürfe gegen den Iran, die selbst seine eigenen Geheimdienste dementieren. Wer weiß - wenn den USA irgendwann die Gegner ausgehen, sucht man die "Achse des Bösen" vielleicht in Europa....
Es fällt mir von Jahr zu Jahr schwerer, so etwas wie Patriotismus zu empfinden.
Shame on you, EU!


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