Lehrer bewerten? Nein, DAS geht nicht!



"Die Benotung von Lehrern auf dem Internetportal spickmich.de verletzt das Recht der Pädagogen, über Preisgabe und Verwendung ihrer Daten selbst zu bestimmen".

Mit diesem bemerkenswerten Zitat wollen ausgerechnet die bayerischen Datenschützer diese "Zur-Schau-Stellungen und Anprangerungen im Internet" beenden. Wäre schön, wenn Datenschützer mit einem ähnlichen Zitat auch für die Rechte der Bürger eintreten würden, wenn es um Onlinedurchsuchung, Data-Retention und ähnliches geht - aber zurück zur Causa Spickmich. Das Oberlandesgericht Köln hatte in einem Urteil vom November 2007 die Benotung auf der Internetseite als rechtmäßig angesehen. Dieses sei durch das Recht auf (Achtung - aufpassen!) FREIE Meinungsäußerung gedeckt. Laut Datenschützer Dorn gilt dieses Recht allerdings nur, wenn es um politische und weltanschauliche Meinungen gehe. Das Internet dürfe - so Dorn - nicht mit einem Stammtisch oder Schulhof verwechselt werden, wenn es um Äußerungen über Lehrer ginge. Zudem sei gezieltes Mobbing von Lehrern auf der Website möglich.

Der Sprecher von spickmich.de, Bernd Dicks, sagte gegenüber dpa, die Datenschützer ließen außer Acht, dass Lehrer in ihrer Berufsausübung keine Privatpersonen seien. Die Benotung sei nichts anderes als eine Meinungsäußerung der Schüler. "Sie zu verbieten, würde einer Zensur gleichkommen", sagte Dicks. Bisher seien auf spickmich.de rund 250.000 Lehrkräfte bewertet worden. Die Durchschnittsnote liege bei 2,7. Dies zeige, dass die Schüler verantwortungsvoll mit der Bewertung umgingen.

Liebe Schüler - schon früh müßt ihr auf diesem Wege lernen, dass ihr keine Rechte habt. Weder dürft ihr eure SIM-Karten tauschen, noch dürft ihr eure Lehrer bewerten. (Maximal auf dem Schulhof oder am "Stammtisch" - aber das vermutlich auch nicht mehr lange)


0 Responses So Far:

 
Real Time Web Analytics