Neue Heldentat der IFPI



Wie neowin.net berichtet, legt der Internationale Verband der Phonographischen Industrie (IFPI) dieses Jahr richtig los und durchsuchte in den ersten beiden Jänner-Wochen 335 Internet-Cafes in und um Sao Paolo. Mit Unterstützung von örtlichen Behörden beschlagnahmte man 2339 Computer und stellte so angeblich mehr als eine Million illegaler Files sicher. Nach eigenen Angaben (denen man getrost mißtrauen kann) arbeitete die IFPI dabei mit einer brasilianischen Antipiraterie-Organisation zusammen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Mit Hilfe von 600 "Spezialpolizisten" stürmt man Internet Cafes in einer Stadt, in der Kriminalität und Armut groß geschrieben werden - wer sich etwas mit den brasilianischen Behörden beschäftigt hat, kann sich ausrechnen, dass die Betreiber der Web-Cafes ihre Hardware wohl nie wieder zu Gesicht bekommen werden. Fraglich auch, ob Sao Paolo seine Energie nicht in die Bekämpfung tatsächlicher Verbrechen stecken sollte, anstatt Menschen die ohnehin nichts haben auch noch die Existenzgrundlagen für den Betrieb ihrer Web-Cafes zu stehlen. Laut IFPI benutzen rund 20 Prozent der Brasilianer Internet-Cafes, um Film- oder Musikdateien zu vervielfältigen oder Inhalte illegal herunterzuladen. Dieser Prozentzahl Glauben zu schenken fällt schwer, eher kann man davon ausgehen, dass man ähnlich der MPAA Zahlen beschönigt und "menschliche Fehler" an der Tagesordnung stehen, um derartige Heldentaten zu rechtfertigen. In den Offices der IFPI werden wohl wieder mal ein paar Anzugträger mit stolzgeschwellter Brust durch die Gänge laufen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, während unsereins bei derartigen Nachrichten nur die Galle hochsteigt.


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