Raubkopierer doch nicht so böse


Aber immer noch böse genug.
Die Marktschreierei der Filmindustrie - allen voran der MPAA - ist uns allen bekannt: Schier unglaubliche Summen an verlorengegangenen Einnahmen, tausende - ja wenn nicht sogar zigtausende gefährdete Arbeitsplätze - all das verursachen die bösen Raubkopierer und Filesharer den armen Produktionsfirmen. Weit weniger Wind macht man allerdings um die Tatsache, dass Angaben der MPAA, wonach 44% der Verluste durch US-College-Studenten verursacht werden, offenbar falsch sind.
Die MPAA zog am Dienstag jene Studie zurück und korrigierte die Zahl auf 15%. Ein menschlicher Fehler habe zu diesem Irrtum geführt, so ein Sprecher der MPAA. Pikant dabei: Mit der Studie hatte der Verband für Gesetzesverschärfungen geworben, die bereits im Kongress beraten werden. Nach Ansicht des College-IT-Experten Mark Luker ist auch die zuletzt genannte Quote zu hoch gegriffen: In Wahrheit könne man maximal drei Prozentpunkte ansetzen, sagte Luker der Nachrichtenagentur.
An den Zahlen der Organisation gibt es schon länger Kritik. So wenden Branchenexperten ein, dass nicht jede geladene Raubkopie auch tatsächlich automatisch im Handel erworben worden wäre. Sie halten die geltend gemachten Verluste in Höhe von über sechs Milliarden US-Dollar für viel zu hoch gegriffen.

Stellt sich die Frage, wieviele "menschliche Fehler" bei der Bezifferung der durch Raubkopierer verursachten Schäden bisher noch unterlaufen sind - wir werden es wohl nie so genau wissen. Spielt eigentlich auch keine große Rolle mehr, schließlich hat man die Regierungen bereits dazu gebracht, die Gesetze anzupassen und Raubkopierer härter abzustrafen als Sexualstraftäter.


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