Rauchershirt mit Judenstern



Ein T-Shirt bewegt die Gemüter. Ein findiger Kopf hatte die bizarre Idee, im Internet ein Rauchershirt mit Judenstern zu vertreiben. Auf der (mittlerweile offline genommenen) Website www.rauchershirt.de war als Begleittext zu lesen: "Der Raucher wird nach jehrzehntelanger Duldung zum Aussetzigen, ja Menschen 2ter Klasse denunziert." Wie zu erwarten, protestierte der Zentralrat der Juden gegen diese Aktion.
"Der Judenmord wird hier knallhart missbraucht. Das ist dumm, dreist und böse", erklärte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann. "Den Mord an Juden zu instrumentalisieren, um den Wunsch der Menschen zum Rauchen zu symbolisieren, ist ein Skandal." Der Verkauf eines solchen T-Shirts nutze niemandem und schade der politischen und gesellschaftlichen Kultur im Land. "Das ist geistlos, hirnlos und geschmacklos."
Das Kleidungsstück rief auch die Staatsanwaltschaft Itzehoe auf den Plan. "Wir prüfen, ob dieser Umstand unter einen Straftatbestand fällt", sagte Oberstaatsanwalt Ralph Döpper.

Ein anderer Anbieter setzt die Anti-Rauchverbot-Kampagne indes fort. Auf 2klassengesellschaft.de stehen Girlie-Shirts, Sweatshirts, Plakate im Angebot. Alles versehen mit Judenstern und Schriftzügen wie "Raucher", "Punk" oder "Wildpinkler".

Nun kann man darüber denken, wie man will. Zweifellos verstößt dieses T-Shirt gegen den guten Geschmack, der Vergleich steht in keiner Relation mit dem Holocaust und ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von rechtsradikalem Gedankengut. Allerdings ist der Zentralrat der Juden meiner Meinung nach die Institution, welche die Shoa bis zum Äussersten mißbraucht hat. So schlimm der Holocaust auch war - die Welt kann nicht ewig büßen, irgendwann muß ein Schlußstrich gezogen werden. Man kann nur hoffen, dass die Menschheit aus der Geschichte gelernt hat - was ich angesichts der derzeitigen politischen Entwicklung in Richtung Überwachungsstaat bezweifle...
Das Einschreiten der Staatsanwaltschaft halte ich darüberhinaus für maßlos übertrieben. Unfassbar, hier einen Straftatbestand hineinzuinterpretieren. Vermutlich wird man diese Thematik bald nur noch hinter vorgehaltener Hand diskutieren dürfen, ohne umgehend ins rechte Eck gedrängt oder gar kriminalisiert zu werden. Seltsamerweise wird der Genozid in Ruanda nicht annähernd so thematisiert....


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