China vs USA - who`s the terrorist?



Die Vorgänge rund um die Olympischen Spiele werden immer kurioser. Ein Fackellauf, der immer wieder abgebrochen werden muß, Säuberungsarbeiten auf Chinas Straße um sich für die Weltöffentlichkeit herauszuputzen. Ein Dalai Lama, der quasi als Terrorist dargestellt wird(und im Übrigen von dem IOC auch nicht zu den Eröffnungsfeierlichkeiten eingeladen wurde). Studenten, die für die Dauer der Olympischen Spiele aus China ausgewiesen werden. Nun - mal abgesehen von der Tatsache, dass Tibet vor der Besatzung durch China keineswegs ein friedliches Land war, die Mönche Tibets keineswegs Heilige waren und Tibet mit Buddhismus-Hollywood-Romantik a la "Auf der Suche nach dem Goldenen Kind" nicht das geringste zu tun hatte, darf man das Vorgehen Chinas und das "Geht uns nichts an" - Gehabe des IOC natürlich verurteilen. Wäre natürlich dankenswert, würde dieses Interesse an der politischen Zukunft Tibets auch nach Olympia noch bestehen - wird aber vermutlich schnell vergessen sein. Proteste oder gar Sanktionen Seitens unserer Regierungsoberhäupter sind ziemlich unwahrscheinlich, schließlich ist China - wenn auch ökonomisch am Boden - eine Wirtschaftsmacht und einer(wenn nicht DER)der wichtigsten Wirtschaftspartner der EU. Außerdem - und darauf möchte ich in diesem Artikel eigentlich hinaus - müßte man dann auch ein anderes Land verurteilen, welches sich benimmt, wie der berühmte Elefant im Porzellanladen. Ein Land, dessen Regierung noch schlimmere Verbrechen begeht. Ein Land, welches dafür nicht sanktioniert wird, sondern dem man für seine Verbrechen auch noch den Hintern küsst. Richtig. Ich meine die USA. Stellen wir die Vorwürfe an China doch mal den USA gegenüber:
China besetzt Tibet. Die Usa besetzen den Irak und Afghanistan, zeigen nebenbei massive Drohgebärden in Richtung Iran. Weil dort gibt es Atomwaffen. Böse Waffen gab`s ja auch im Irak, könnt ihr euch noch erinnern? Darum ist man dort eingefallen. Darum hat man dort ca. eine Million Irakis getötet, von denen bestimmt nur ein kleiner Teil Terroristen waren, aber Bomben machen da halt keinen Unterschied und mit Kollateralschäden muß man rechnen. Einzig die Waffen hat man nie gefunden. Dafür aber Öl. Guter Grund, zu bleiben, oder?

China beschneidet die Informationsfreiheit. Mhm. Man darf in den USA zwar jede Website aufrufen und natürlich auch selbst publizieren - da wird`s aber schon etwas heikel. Weiters - die NSA scannt jedes Email, jedes Telefonat, checkt genau, welche Websites von ihren Bürgern aufgerufen werden und lässt die gesamte Kommunikation nach Keywords scannen. Onlinedurchsuchung gibt es seit 2002, Vorratsdatenspeicherung sowieso - also so weit her ist es dann mit der Informationsfreiheit auch wieder nicht.

China vollstreckt Hinrichtungen. Die USA auch.


China verletzt die Menschenrechte. Menschenrechte werden auch in den USA nicht gerade groß geschrieben. Jeder darf von den Behörden ohne Angabe von Gründen von der Straße weg in eine Zelle verfrachtet werden, auf unbestimmte Zeit, ohne Benachrichtigung der Verwandten, ohne das Recht auf einen Anwalt. Klingt euer Name vielleicht dem eines Terroristen zum verwechseln ähnlich? Dann seid ihr ein Kandidat für derartige Praktiken. Vorausgesetzt ihr schafft es überhaupt, amerikanischen Boden zu betreten. Denn vermutlich fängt man euch schon am Flughafen ab, wo ihr dann nach einem 24stündigen Verhör durch die Einwanderungsbehörde umgehen mit dem nächsten Flieger wieder zurück in die Heimat geschickt werdet (bestenfalls, unter Umständen geht`s auch nach Guantanamo oder eines der zahlreichen Verhör-Camps in Afrika). Folter - wurde in den USA von Bush himself legalisiert und von den Geheimdiensten praktiziert. Seit dem Jahre 2002 wurden von den US-Behörden 30.000-50.000 Menschen von der Straße oder ihrem Heim weg entführt und verschleppt. Wohin? So genau weiß das niemand. Unter anderem auch nach Polen und Rumänien sowie Deutschland. Nach Bekanntwerden der Vernehmungscamps in Europa haben sich die USA allerdings auf Kriegsgebiete in Afrika verlagert - dort gibt es keine Gesetze, da kann man tun und lassen was man will. Das Waterboarding macht unter der Sonne Afrikas sicher gleich noch mehr Spaß.


Chinas Volk hat kein Mitspracherecht. Nunja - neuesten Umfragen zufolge sind 82% der Amerikaner nicht mit ihrer Regierung einverstanden bzw dem Weg, den sie eingeschlagen hat. Amerika ist wirtschaftlich am Boden. Von einem kassierten US-Steuerdollar gehen 44Cent (!!) für die Kriegsmaschinerie drauf - man stelle sich das mal vor. Im Gegensatz dazu werden lächerliche 4 Cent für Soziales aufgebracht. Bush und seine Bande machen allerdings, wonach ihnen beliebt. Die Meinung des Volkes tangiert nicht.


Und was machen wir, bzw. unsere Politiker? Richtig. Wir kriechen Bush, Chertoff, Rice etc. in den Hintern. Geben den USA Zugriff auf unsere Daten - für Visafreiheit. Lassen uns von den USA vorschreiben, wie wir unsere Länder zu sichern haben. Geben den USA Raum auf unserem Grund und Boden, um Abhörstationen und Raketenabwehrschirme zu errichten. Nein, liebe Leute. Es ist eine Schande, gegen China zu wettern, aber die Terror-Regierung No1 unsanktioniert zu lassen. Doppelmoral wird in unserer (politischen) Gesellschaft ganz groß geschrieben....


2 Responses So Far:

bellerophon hat gesagt…

Also ich finde den Beitrag zwar etwas polemisch und übertrieben aber im Kern sinnvoll.

Der westlichen Psychologie tut es früher wie heute eben gut, Feindbilder aufzubauen gegenüber derer man sich moralisch überlegen fühlen kann.

Das sind im Moment eben China und Russland, über die wir Europäer uns anmaßen zu urteilen, ohne dass wir die Umstände, Vorgeschichte, Mentalität und Rahmenbedingungen kennen, die zur derzeitigen politischen Situation dort führten.
Auch dass Meinungsfreiheit im Vergleich zum Überleben zweitrangig ist und dass sowohl die Regierungen Chinas als auch Russlands eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation herbeiführten, wird in den Medien ausgelassen.

Nun, die US-Hegemonialpolitik ist äußerst unschön, doch ist die USA eine Demokratie im Inneren und Meinungsfreiheit wird dort trotz Sicherheitspanik nun mal hochgehalten. In dem Punkt finde ich den Beitrag übertrieben, bezüglich der unnötigen Kritik an China und Chinas Tibet-Politik aber richtig!

Thumbsucker hat gesagt…

Hallo, danke für deinen Kommentar!
Muß dir zustimmen, dieser Artikel ist natürlich polemisch - absichtlich. Und auf die gleiche Art und Weise, wie derzeit die Stimmungsmache gegen China betrieben wird. Schwarz oder Weiß - dazwischen findet man in Diskussionen kaum Meinungen.
Wobei man andererseits sagen muß, dass die Polemik hinsichtlich der USA sehr wohl die Meinung vieler Amerikaner über ihr eigenes Land wiederspiegelt. Unterhält man sich mit US-Bürgern oder verfolgt Diskussionen auf z.B. reddit.com, stellt man sehr schnell fest, dass Amerikaner sich für die Machenschaften ihrer Regierung schämen. Vor sich selbst und dem Ausland. Antiamerikanismus halte ich für vollkommen unangebracht. Ich mag das Land, ich mag die Leute - und für die Politik können sie genausowenig, wie wir für die Entscheidungen unserer Regierungsoberhäupter. Amerika stellt natürlich für Europa ein perfekts Feindbild dar. EU-intern sind das mal die Ausländer, mal Raucher, mal "Raubkopierer", usw. Ohne Feindbild wäre es dem Europäer offensichtlich langweilig - oder er hat einfach nur Angst davor, auch mal den Dreck vor der eigenen Tür zu analysieren. Da gäbe es jede Menge...

 
Real Time Web Analytics