Inzest in Österreich - Die Medien ziehen in den Krieg



Österreich hat einen neuen Sensations-Kriminalfall. Kaum sind ein paar Einzelheiten bekannt geworden, überbieten sich schon die beiden deutschsprachigen Parade-Schundblätter "Bild" und "Österreich" mit Marktschreierei. Perfekt, um die Durststrecke bis zur anstehenden Fußball-EM zu überbrücken.
Wobei NATÜRLICH die "Bild" (aka "Blöd") wieder einen Schritt voraus ist, den Opferschutz ad acta legt und Bilder der Ehefrau und der Tochter online veröffentlicht - ohne Balken oder Pixel - wenn schon, denn schon. Man kann getrost davon ausgehen, dass weder Mutter, noch Tochter ihr Einverständnis zur Veröffentlichung dieser Fotos gegeben hat.
"Österreich" titelt online gewohnt dramatisch "Brutaler Inzest im Horror-Haus von Amstetten" (...)


Ähnlich wie bei Natascha Kampusch wird nun also die mediale Hetzjagd angepfiffen. Wer hat die ersten aktuellen Fotos der Opfer, wer hat das erste Interview? Wer die grausameren Einzelheiten?
Die Spätnachrichten des Senders N24 berichteten von dem Verlies - und zeigten dabei Aufnahmen eines Türchens, hinter dem sich der Hauptgashahn des Hauses befand. Man dachte sich wohl dieses Blechtürchen würde die Dramatik des Berichtes untermalen. Was geht in den Köpfen von Journalisten vor? Was geht in den Köpfen der Öffentlichkeit vor? Hätten wir nur EIN KLEIN WENIG ANSTAND, so würden wir am Kiosk jene Zeitungen demonstrativ liegen lassen, die sich am gierigsten auf die Opfer stürzen. Vielleicht würden die Verleger es dann irgendwann begreifen und etwas Moral könnte in die Medienlandschaft zurückkehren.

Dies wird allerdings ein frommer Wunsch bleiben, denn unsere krankhafte Neugier und Respektlosigkeit unterstützt die mediale Vergewaltigung - ohne Wenn und Aber.
Pfeift auf die Opfer - wir wollen But!!! Kleiner Appell an die österreichischen Behörden: Verfrachtet diese armen Menschen mit ihren Betreuern in ein Flugzeug und schafft sie außer Landes, um sie behutsam auf eine Welt vorzubereiten, die für sie so fremd ist, wie für unsereins der Mond. Lasst nicht zu, dass Medien sie vergewaltigen. Lasst nicht zu, dass ihre Psychologen und Betreuer vor die Medien treten, um Details zu erzählen. Schenkt ihnen etwas, dass sie bisher auch nicht kannten: Würde und Menschlichkeit.

Liebe "Bild", liebe "Österreich" - der gestreckte Mittelfinger ist für euch.


1 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Für die Medien der Aufreisser 2008.

InzestMonster gibt es überall auf der Welt,nur werden sie leider seltenst aufgedeckt,daran ist kein Land schuld.
Inzest wird von der Gesellschaft tabuisiert und es ist in erster Linie ein Familienthema.
Kindergärten und Lehrer sollten aufmerksamer werden,gezielt in Schulen sich an dieses Thema heranwagen.

 
Real Time Web Analytics