Helen Thomas - Journalistin mit Rückgrat



Wenn wir in Österreich doch auch welche von dieser Sorte hätten. Helen Thomas, stolze 87 Jahre alt, rüstige Journalistin aus Washington, vollbrachte letzte Woche eine Glanzleistung des Journalismus. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus in Washington drängte Helen die Pressesprecherin des Präsidenten - Dana Perino - vor versammelter Mannschaft und laufender Kamera dazu, die Foltervorwürfe gegen die USA zu leugnen, welche der Präsident der Vereinigten Staaten selbst eingestand und zugab, die Erlaubnis zu foltern unterzeichnet zu haben.
Hier der denkwürdige Dialog:

THOMAS: Der Präsident sagte mehrere Male in der Öffentlichkeit - und auch sie (Perino) sagten es immer und immer wieder, dass wir NICHT foltern. Nun hat der Präsident aber eingestanden, dass er die Folter abgesegnet hat - er wußte davon. Wie erklären sie sich das, da passt etwas nicht zusammen

PERINO: Helen, sie interpretieren sehr frei, was der Präsident gesagt hat. Die Vereinigten Staaten haben nie gefoltert, und sie foltern auch jetzt keine Gefangenen im Globalen Krieg gegen den Terror. Auch General Hayden, vor allen anderen, hat auf dem Capitol Hill in dieser Hinsicht alles erklärt. Dabei belasse ich es. Der Präsident hat vollkommen recht, mit dem was er sagt.


THOMAS: Das war nicht meine Frage. Meine Frage ist - warum sagt der Präsident öffentlich, dass wir nicht foltern - (unterbrochen von Perino)


PERINO: Weil wir nicht foltern.


THOMAS: Wie können sie nur leugnen, dass wir foltern, wenn sie Fotos und andere Beweise vorliegen haben? Wie können sie das sagen, wenn der Präsident es selbst gestattete, wenn er selbst sagte, dass er darüber Bescheid wußte? Ich frage das im Sinne der Glaubwürdigkeit unseres Landes, nicht nur im Sinne der Glaubwürdigkeit dieser Regierung.


PERINO: Und ich sage ihnen, wir haben nicht - Folter hat nie stattgefunden. Sie können sich alle öffentlichen Aufnahmen ansehen - gehen sie bitte sicher. Ich möchte sie bitten, die Aussagen des Präsidenten nicht fehlzuinterpretieren.


THOMAS: Sie bestreiten also hier und jetzt, dass wir foltern und gefoltert haben?


PERINO: Ja, ich dementiere das.
----------------------------------------------------------------------------------------------------- Als einzige unter allen anwesenden Journalisten hatte Helen Thomas den Mumm, die Aussagen des Präsidenten zu hinterfragen und zeigte so eindrucksvoll die Politik der Bush-Regierung auf. Leugnen, dementieren und unbequeme Fragen abwürgen. Die News-Community Reddit nahm dies zum Anlass, eine Sammelaktion unter den Mitgliedern zu starten und ließ mit dem Erlös von 4000$ ein Blumenmeer an Helen Thomas` Büro liefern. Gäbe es von dieser Sorte nur mehr...

Hier das Video dieser Pressekonferenz:



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