Die Pädophilenkeule gerät außer Kontrolle



Kinderschänder gehören verurteilt und weggesperrt, darüber gibt es nichts zu diskutieren.
Wie schnell man als Mann aber heutzutage in der Pädophilenschublade landen kann, zeigt folgender Fall:

Ein 48jähriger Geschäftsmann aus Italien urlaubt mit seiner Frau und der gemeinsamen 8jährigen Tochter in der brasilianischen Küstenstadt Fortaleza.
Am Strand wird er von 2 übersensiblen Zeugen dabei beobachtet, wie er einen folgenschweren Fehler begeht: Er bindet seiner Tochter das Bikini-Oberteil zu und gibt ihr einen Schmatz auf den Mund.
Entrüstet ob dieser furchtbar verwerflichen Tat ruft man umgehend die Polizei, welche den Italiener am 2. September verhaftet, weil er seine Tochter in aller Öffentlichkeit geküsst und an "intimen" Stellen berührt habe. Im Falle einer Verurteilung drohen dem bemitleidenswerten Vater 10-15 Jahre Haft in einem brasilianischen Gefängnis - was ihm dort als "Pädophilen" blüht, kann man sich an einer Hand ausrechnen. Zwei Versuche, ihn aus der Haft zu befreien, scheiterten bisher an der rigorosen Gesetzgebung.

Angesichts dessen stellt sich mir die Frage, was man als Vater mit seinem Kind in der Öffentlichkeit überhaupt noch machen darf, um nicht im Gefängnis zu landen. Offensichtlich muss man an manchen Orten schon äußerste Vorsicht walten lassen und lieber zweimal nachdenken, ob man seinem Kind beim über die Straße gehen die Hand gibt, oder es doch lieber bleiben lässt, um sich eine Haft samt Vorstrafe als Pädophiler zu ersparen. Von einem zärtlichen, väterlichen Schmatzer mal ganz abgesehen - der wird anscheinend immer mehr zum Indiz für Missbrauch und zieht hysterische Reaktionen von übersensibilisierten Mitmenschen nach sich. Wenn man dann auch noch das "Pech" hat, eine Tochter gezeugt zu haben und ihr im Badeurlaub beim Ausziehen der nassen Badesachen hilft, ist es dann also ganz vorbei. Um die Vorwürfe zu untermauern, zieht die Justiz dann vermutlich Urlaubsfotos heran, auf denen der Vater seine Tochter umarmt...

Mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und auf Signale zu achten, welche auf Missbrauch deuten, ist eine gute Sache - keine Frage. Viel zu oft schauen Nachbarn weg, wenn Kinder geschlagen werden, verwahrlosen oder sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind.
In einem erwachsenen Mann mit einem kleinen Kind an der Hand automatisch einen Pädophilen zu sehen, ist aber vollkommener Nonsense. "Intimitäten" wie im Fall des inhaftierten Italieners sollten etwas ganz normales sein und sind auch für die emotionale Entwicklung des Kindes wichtig.
Hätte man die Mutter dabei beobachtet, wie sie ihre Tochter herzt und ihr beim Badesachen wechseln hilft, hätte sich kein Mensch etwas dabei gedacht und die Welt wäre in Ordnung. Wenn wir so weiter machen, ziehen wir Generationen von Kindern heran, die emotional vom Vater distanziert sind und lernen, dass Nähe zum Vater nur versteckt im Geheimen erlaubt ist.
Politiker wie Ursula von der Leyen treiben diese Entwicklung mit der pauschalen Verurteilung von versierten Internetusern als potentielle Pädophile noch zusätzlich voran.

Es wird allerhöchste Zeit, dieses Thema *richtig* und *öffentlich* zu diskutieren, anstatt mit sinnlosen Alibihandlungen und Vorverurteilungen um sich zu werfen.


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