Kaspersky will den Internetpass


Eugene Kaspersky, Gründer der Firma Kaspersky Lab und seines Zeichens verantwortlich für gute (wenn auch gewaltig aufgeblähte) Sicherheitssoftware, macht sich in der Netzgemeinde momentan nicht gerade Freunde.
In einem Interview mit dem Magazin ZDNet bekundet Kaspersky, der Grundgedanke des Internet sei keine öffentliche und weit verbreitete Struktur gewesen, das Internet war nur für eine kleine Gruppe von Nutzern vorgesehen. Dass das Internet in dieser Form der Öffentlichkeit verfügbar gemacht wurde, sei seiner Meinung nach ein Fehler gewesen. Lieber Eugene, wenn nur "eine kleine Gruppe" das Internet nutzen würde, könntest du dir deine Antivirensoftware auf den Bauch pinseln und dein Konto wäre um einiges schmaler. Du beißt gerade die Hand, die dich füttert.
Um die Struktur des Internet zu ändern, schlägt Kaspersky einen Internetpass oder eine Interpol für das Web vor, denn die Anonymität der Nutzer sei seines Erachtens ein Problem (China lässt grüßen).

Ob Kaspersky sich mit diesen Aussagen einen Gefallen getan hat, lasse ich dahingestellt...
Gibt genügend (zum Teil kostenlose) hervorragende Alternativen.


2 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

wirds eh nie geben, der User ist ja jetzt schon relativ einfach herauszufinden, es kostet halt nur viel zeit und damit geld. Also wird es nur dann gemacht wenn es einen Grund gibt.
Maximal bei Verbrechen via TOR und gleichzeitier benutzung eines öffentlichen WLAN Zugangs ist der Gangster sicher...dazu sind die meisten aber einfach zu faul und das Gros der Internetgauner sind schnell einkassiert wenns sein muss.


Was hier allerdings zuallerst mal gemacht werden müsste wäre eine zumindest EU weite Rechtssprechung...von weltweit können wir noch nicht mal träumen. Von daher wird es nie ein "Interpol im Internet" geben, es wird immer nur das verfolgt werden was im eigenen Land passiert ist.

Eine Authentifizierung würde imho nichts verbessern, die Ausreden ala: aber dann kannst e-voten, Spam gehört der geschichte an sind alles blabla, ersteres wird dannw eiterhin nicht gemacht und 2. wird dank trojanischen Pferden und Co immer ein Problem sein, man kann einfach nicht feststellen ob sich da der richtige authentifiziert oder nicht, das ist einfach unmöglich.

Thumbsucker hat gesagt…

Im Großen und Ganzen gebe ich dir recht. Allerdings würde es mich nicht überraschen, wenn man schon an einer dieser Varianten arbeiten würde. Gerade die Zusammenarbeit der EU und der USA in Sachen ACTA zeigt, dass die Herrschaften sehr ambitioniert sind, wenn es darum geht, auf das Knöpfchen zu drücken - was uns da nun konkret ins Haus stehen wird...darauf darf man gespannt sein.

Was mich persönlich bei dieser Sache am meisten stört, ist, dass die Aussagen von einem der größten Entwickler von Sicherheitssoftware kommen, das finde ich nicht sonderlich vertrauenserweckend und genaugenommen einen Schlag ins Gesicht der Konsumenten, die gutes Geld für diese Software bezahlen.
Nach dem Motto "Ich nehme zwar euer Geld, aber wirklich verdient habt ihr mein Produkt nicht, denn ihr Idioten habt im Web eigentlich nichts zu suchen".

 
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