10jährige will nicht duschen - und wird getaserd



Was macht man als pflichtbewusste Mutter, wenn die Tochter vor dem Schlafengehen nicht duschen möchte? Sie ruft die Polizei.
Was macht die Polizei, wenn die 10jährige weiter randaliert? Sie zieht den Taser und streckt das Mädchen nieder.
Zumindest in einer Kleinstadt in Arkansas.
Officer Dustin Bradshaw wurde per Funk in das Haus einer namentlich nicht bekannten Familie gerufen, um für Ordnung zu sorgen. Als er dort ankam, tobte ein 10jähriges Mädchen nach einem Streit mit dessen Mutter, rollte auf dem Boden herum und schrie, weigerte sich, von seiner Mutter unter die Dusche gestellt zu werden. Als der Officer dabei helfen wollte, trat das Mädchen ihn in die Leiste und tobte weiter. Nach kurzer Rücksprache mit der Mutter zog der Polizist mit deren Erlaubnis seinen Taser und streckte die Kleine mit einem ordentlichen Stromschlag zu Boden.

Das Mädchen wurde bei dem Vorfall nicht ernsthaft verletzt und befindet sich nun in einem Kinderheim. Vernon McDaniel, der Bürgermeister der Kleinstadt, möchte diesen Vorfall restlos aufgeklärt wissen und hat eine Untersuchung eingeleitet.

Wenn man als Polizist nicht in der Lage ist, ein 10jähriges Mädchen ohne den Einsatz des Tasers zu beruhigen, hat man vermutlich den falschen Job. Einverständnis der Mutter hin oder her - weltweit demonstrieren Polizisten immer wieder, dass ihr Zeigefinger sehr locker sitzt, wenn sie einen Taser in der Hand halten und strecken Menschen aus nichtigen Gründen mit einem Stromschlag nieder. Gerade in den USA und Kanada gibt es immer wieder Tote durch den Einsatz eines Tasers. Ob man dieses Ding auch den österreichischen/deutschen Polizisten in die Hand drücken sollte, wage ich zu bezweifeln, denn die bekleckern sich in letzter Zeit auch nicht gerade mit Ruhm. Damit will ich natürlich nicht verallgemeinern. Aber eine nicht tödliche Waffe in der Hand verleitet zum schnellen Einsatz, wenn z.B. mal jemand etwas pampig wird bei der Fahrzeugkontrolle.
Für die Justizwache hingegen halte ich einen Taser für eine gute Alternative zum Schlagstock, denn wenn ein Häftling durchdreht, kann es schon mal heiß her gehen. Aber auf der Straße haben diese Dinger (meiner Meinung nach) nichts zu suchen.


4 Responses So Far:

evolution hat gesagt…

*lacht* Warum muss ich jetzt grad an Nicole denken???

Thumbsucker hat gesagt…

;P

Unter diesem Aspekt...könnte ich glatt meine Meinung noch mal ändern ^^

Thomas hat gesagt…

Wobei allerdings auch bei der Justizwache der Einsatz sehr genau überwacht werden muss - Taser sind halt mal leider Waffen, die extreme Schmerzen hervorrufen, aber kaum Einsatzspuren hinterlassen. Und somit als Folterinstrument oder Drohmittel perfekt geeignet. Und bei einen großen Anzahl Justizwachebeamter finden sich sicher auch einige wenige, die dieses Instrument gerne unverhältnismäßig einsetzen um sich einen leichten Job zu machen.

Thumbsucker hat gesagt…

@Thomas: Gutes Argument und gar nicht so abwegig. Aus meinem erweiterten Bekanntenkreis ist mir in diese Richtung schon das Ein oder Andere zu Ohren gekommen. Wie überall gelingt es auch bei der Justizwache nicht, alle schwarzen Schafe auszufiltern. Noch dazu ist dieser Job mit einem relativ hohen Frustpotential behaftet.

Leidiges Thema und ich glaube, dass wir uns im Laufe der nächsten Jahre in Richtung USA entwickeln, wenn mein Orakel nicht gänzlich daneben liegt.

 
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