Lesben auf dem Abschlussball? Geht gar nicht


In manchen Bundesstaaten der USA macht man sich schnell mal unbeliebt.
Dazu braucht es nicht viel. Demokraten, Atheisten, Moslems, Schwarze, Chinesen, Homosexuelle, Kleinwagenfahrer - die Bandbreite der Feindbilder ist groß und man ist teils recht erfinderisch, um unerwünschte Personen zu vertreiben.
So verwundert es nicht weiter, was dieser Tage in Itawamba County im US-Bundesstaat Mississippi abgeht.
Ein in den USA heiß geliebtes und entsprechend zelebriertes Event ist die Prom Night - der Abschlussball an Highschools. Beinahe das ganze letzte Schuljahr wird geplant, vorbereitet und sich darauf gefreut.
Was aber macht man als pflichtbewußter, christlicher Direktor einer Highschool, wenn ein lesbisches Pärchen diese Nacht zu entweihen droht? Richtig - man sagt den Ball gänzlich ab, um nur ja mit den strengen moralischen Werten nicht in Konflikt zu geraten.
Auf die amerikanischen Bürgerrechte angesprochen, welche den beiden 18jährigen Schülerinnen die Teilnahme an dieser schulischen Veranstaltung gewährleisten würden, reagiert man bei den Behörden eher lapidar:
"It is our hope that private citizens will organise an event for the juniors and seniors," district officials said in the statement. "However, at this time, we feel that it is in the best interest of the Itawamba County School District, after taking into consideration the education, safety and well being of our students."
Wenn es unangenehm wird, windet man sich also aus der Verantwortung und schiebt das Interesse der Allgemeinheit vor - offensichtlich muss die Öffentlichkeit in Mississippi vor den abartigen Homosexuellen beschützt werden. Aber um solche Meinungen zu erfahren, braucht man gar nicht in die USA zu blicken. Wie Diskussionen in Online-Foren(hier wiederum das österreichischen Format krone.at besonders hervorzuheben) immer wieder zeigen, gibt es auch bei uns genügend Homophobiker. Die meisten von ihnen sehen zwar seltenst eine Kirche von innen, reden sich aber dennoch gern darauf hinaus, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht "von Gott gewollt und vorgesehen" sind. Nö - von Gott vorgesehen sind vermutlich pädophile Priester und homophobe Analphabeten, die ihren geistigen Durchfall feige und anonym im Web verbreiten.

Angesichts solcher Nachrichten und der jüngsten Ereignisse rund um die deutsche und österreichische Kirche stelle ich mir eher die Frage, wer uns vor der Kirche und den (Doppel)Moralaposteln beschützt.
Source: telegraph.co.uk


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