Musik-Lobbyist: "Kinderpornographie ist großartig"


Dass die Musikindustrie vor nichts zurückschreckt, um die "Raubkopierer" auf jede nur erdenkliche Art und Weise für ihr Scheitern verantwortlich zu machen, ist mittlerweile nichts Neues mehr.
Da wird jeder illegal heruntergeladene Titel mit einem entgangenen Kauf gleichgesetzt, Umsätze werden dramatisiert, der Verlust von Arbeitsplätzen und die Pleite von Labels diesen bösen Downloadern in die Schuhe geschoben und Politiker umgarnt, um die Interessen der Musikindustrie durchzusetzen - die Verhandlungen rund um ACTA zeigen seit geraumer Zeit ja vor, wie das funktioniert. "Straf"modelle für dieses Internetpiraten-Pack wie Three Strikes Out oder Netzsperren werden teilweise bereits praktiziert und über kurz oder lang wird es wohl Europa nicht erspart bleiben, in einem zensierten Web zu surfen, dem Vermerk unserer Innenminister nach jedoch nur, um uns vor Kinderpornographischen Inhalten zu schützen, denn wie Frau von der Leyen uns wissen ließ:
"Die Bandbreite reicht vom Pädokriminellen bis zum User, der wahllos sucht und ignoriert, dass er sich gerade die Einstiegsdroge besorgt."
Womit zumindest Eines klar ist: nämlich, dass unsere Politiker von Sexualität offensichtlich genauso wenig Ahnung haben, wie vom bösen World Wide Web.

Wie gezielt die Musik-Lobby die Kinderpornographie gegenüber Politikern einsetzt, um die Umsetzung ihrer Interessen zu beschleunigen, zeigt ein Artikel des schwedischen Europa-Abgeordneten der Piratenpartei, Christian Engström.
"Kinderpornographie ist großartig", erklärt der Sprecher am Podium enthusiastisch. "Kinderpornographie ist großartig, denn wenn wir diese Karte ausspielen, bringen wir sie (die Politiker) zum Handeln, dazu, Websites zu blockieren. Und wenn die erst mal so weit sind, können wir sie dazu bringen, Filesharing Sites zu blockieren".
Diese Ansage kam von Johan Schlüter, einem Anwalt und Mitglied der dänischen Anti Piraterie Gruppe, einer Lobby Organisation, dem dänischen Pendant der IFPI auf einem Seminar in Stockholm im Mai 2007.

"Eines Tages werden wir einen gigantischen Filter haben, den wir gemeinsam mit der IFPI und der MPA errichten. Wir überwachen damit permanent Kinderpornographie im Netz, um den Politikern zu zeigen, dass Filtern funktioniert. Kinderpornographie ist eine Sache, die sie verstehen", so Schlüter weiter und demonstriert, dass manch erbärmliche Kreatur in diesem Business nicht davor zurückschreckt, auf dem Rücken vergewaltigter Kinder die Interessen der Labels zu vertreten und durch ACTA ein weltweites Zensurwerkzeug zu errichten.
In Schweden hat diese Argumentation schon hervorragend funktioniert und so landete The Pirate Bay auf den Kinderpornographie-Sperrlisten der großen dänischen ISPs. Erst als die aktualisierte Sperrliste vor ihrer Aktivierung ins Web durchsickerte und somit zu einiger Entrüstung führte, musste die dänische Polizei eingestehen, dass sie weder Kinderpornographisches Material in Verbindung mit The Pirate Bay gefunden hatten, noch auch nur irgendeinen anderen Anlass, um The Pirate Bay auf diese Liste zu setzen.

Leider war dies noch lange nicht das Ende des Kapitels. Gerade aktuell setzt sich die EU-Kommissarin Cecilia Malmström dafür ein, Sperrsysteme über eine EU-Richtlinie in ganz Europa verpflichtend zu machen. Natürlich zum Zwecke des Kampfes gegen Kinderpornographie(...).

Was seid ihr nur für erbärmliche Gestalten...


2 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Die werden im Namen der Kinderpornografie auch wieder die Todesstrafe einführen.
Da bin ich mir sicher.

Thumbsucker hat gesagt…

Warte noch ein paar Jahre, dann muss man als Mann schon Angst haben, wenn man seiner Tochter in der Öffentlichkeit einen Schmatz gibt.

 
Real Time Web Analytics