Wofür geht man eigentlich zum Zahnarzt...


...wenn es danach schlimmer ist, als zuvor?
Zahnschmerzen erwischen uns ja meist zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Abends oder am Wochenende, wenn der Zahnarzt des Vertrauens garantiert nicht in seiner Ordination ist und man nur 2 Optionen hat - sich mit Schmerztabletten zu vergiften(erzählt mir jetzt ja nix von Hausmitteln a la Gewürznelken, denn die bringen rein gar nichts) und schlimmstenfalls das ganze Wochenende mit Tränen in den Augen im Kreis zu laufen, oder denjenigen in seinem Mund herumwerkeln zu lassen, der halt grad erreichbar ist (die Ambulatorien der Krankenkassen in Österreich z.B. bieten Wochentags einen Spätdienst von 18-22 Uhr - für Notfälle aka Schmerzpatienten, falls ihr das nicht wußtet).

Nun bin ich ja nicht unbdingt der Schmerzempfindlichste, leide allerdings Dank mit dem Kiefer verwachsener Zahnwurzeln(was das Zähneziehen wirklich zu einer Tortur werden lässt) unter einer Dentalphobie light, weswegen *mein* Zahnarzt mir wichtig ist und ich auch diesen erst nach einem Schuss Schnaps besuche (nein, solange man sich nicht besinnungslos säuft und es bei einem "Schuss" bleibt, hat das keinen Einfluss auf die Betäubung, aber es beruhigt die Nerven ungemein ;-)).
*Meinen* Zahnarzt aufzusuchen, war dieser Tage leider nicht möglich - weswegen ein Ersatz herhalten musste - nimmt man schon mal in Kauf, besser man überwindet sich, wird die Schmerzen los und rettet einen Zahn vorm Extrahieren, als man wartet mit einer Packung Painkillers in der Blutbahn zu.
Nachdem man beim "Ersatz"-Zahnarzt also seine Versicherungskarte abgegeben hat und die Frage der Assistentin "Was können wir für sie tun?" brav beantwortet hat ("Ich hätte gern einen Doppel Whopper und Pommes, aber zackig, was sonst") sitzt man da - mit 5 anderen schmerzverzerrten Gesichtern, teils mit dicken Backen, teils schon eingespritzt, schunkelt ein wenig zu Country Musik und stellt fest (wie üblich), dass der Schmerz plötzlich nachlässt(Adrenalin sei Dank).
Mutig wartet man, bis man aufgerufen wird, marschiert zum Onkel Zahnarzt, der sich mit Schutzbrille und Mundschutz das Wehwehchen beschreiben lässt. Vielleicht hätte ich ja schon stutzig werden sollen, als der Typ begann, in meinem Mund herumzuwerkeln, *ohne* zuvor ein Röntgen zu machen, aber in diesem Moment dachte ich mir nur "In einer halben Stunde ist es vorbei".

Mund auf, Augen zu und durch. Der Satz "Sie haben kein Karies" ließ mich hoffen und die frohe Kunde einer simplen Zahnfleischentzündung war wie Weihnachten, bedeutete das doch weder bohren, noch extrahieren. Nachdem meine beiden Backenzähne allerdings etwas knapp beieinander liegen, meinte der maskierte Sadist, er wolle mir da ein wenig herumfräsen und etwas Zahnstein (kommt bei jedem vor, ich bin kein Schwein ^^) entfernen, damit ich da ordentlich mit Zahnseide rankomme. OK, kein großes Ding, denkt man sich - er wird schon wissen, was er tut. Hähä, ja genau ^^
Abgesehen davon, dass der Abstand zwischen meinen beiden Backenzähnen nun so groß ist, dass ich darin einen kleinen Lebensmittelvorrat aufbewahren könnte und ich jetzt nach absolut *jeder* Mahlzeit mit Superfloss reinigen darf, hat der gute Onkel Zahnarzt anscheinend auch noch irgendwas verletzt (oder sein Herumgefräse war nur ein Alibi, um mir eine Behandlung vorzugaukeln und der Kasse etwas in Rechnung zu stellen)und ich darf nun bis Montag damit zubringen, mich dem Schmerz zu ergeben - der nun immerhin nicht mehr nur einen Zahn betrifft, sondern von Zahn zu Zahn im Oberkiefer wandert. Ich habe mich bei dem guten Mann auch noch per Handschlag bedankt, weil ich dachte, es sei ausgestanden...

Liebe Zahnärzte. Ich möchte hier wirklich nicht pauschal urteilen, denn wie in jeder Branche sind auch bei euch die schwarzen Schafe mehr die Ausnahme, als die Regel(hoffe ich doch mal). Aber wenn wir zu euch kommen (auch wenn wir keiner eurer Stammpatienten sind), dann haben wir Angst, Schmerzen, sind verunsichert und haben vor allem nochmals SCHMERZEN. Darum - *bitte* nehmt uns diese, anstatt ein wenig oberflächlich herumzuwursteln, für ein wenig Umsatz zu sorgen und uns quasi unbehandelt wieder nach Hause zu schicken. Wir Patienten vertrauen euch, lassen euch mit euren Händen und allerlei Gerätschaften wehrlos in unserem Mund herumwerken und kommen zu euch, um die Schmerzen zu lindern, nicht um sie zu intensivieren.
Scheiße noch mal - wenn ihr zu einem Kardiologen geht, wollt ihr doch auch hinterher keinen Herzinfarkt.

Nächste Woche geht's also weiter. Auf zum Zahnarzt. Diesmal zu *meinem*. Dann geht's mir (hoffentlich) wieder gut.


6 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

soooo wahr...

tyndra hat gesagt…

autsch! das war gemein. ich muss in 2 wochen zum zahnarzt, zu einem neuen. du willst ja nur net alleine leiden :P

[ansonsten: prost. schnaps und schmerzstiller take you up to heaven. is ja mal eine zwischenstation ^^]

Thumbsucker hat gesagt…

Ich hätte meinen regulären Termin am 7. Mai. Aber neeeein, natürlich muss es ein paar Wochen davor Probleme geben, is ja klar ^^

Prost - wenn's heut so weh tut wie gestern, blas ich mir die Lichter aus ;)

tyndra hat gesagt…

ich hab am 21. april. noch zieht nix ó_ò ... aber ich lese hier nicht mehr weiter. wegen prävention :P

juergen hat gesagt…

bin mal gespannt aufs happy end am montag. thumbsucker, halte durch!

Thumbsucker hat gesagt…

THX Juergen, auf das Happy End bin ich auch gespannt - vor allem wäre ich froh, wenn ich es schon hinter mir hätte ;)

 
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