Viva Las Vegas


Las Vegas gehört für die meisten Amerika Urlauber zum Pflichtprogramm. Die Casinos, vielen Leuchtreklamen, die Shows, die gigantischen Hotels - muss man mal mit eigenen Augen gesehen haben, sonst glaubt man kaum, was da mitten in der Wüste aus dem Boden gestampft wurde und noch immer wird. Die meisten Touristen haben allerdings nicht die geringste Ahnung davon, was sich unter der Stadt abspielt, während sie die Sehenswürdigkeiten abklappern.
Wie in jeder Stadt sind auch in Las Vegas viele Menschen von der Wirtschaftskrise betroffen und landen auf der Straße. Nachdem Homeless Shelters nicht so ganz in das Stadtbild passen, müssen Obdachlose, Kriminelle und Drogensüchtige einen kreativeren Weg finden, um ein Dach über dem Kopf zu haben. Die 320 Kilometer langen Fluttunnel, die sich unter Las Vegas hindurchziehen und die Stadt im Falle einer Flut vor den Wassermassen schützen sollen, bieten sich dafür förmlich an.



Von Luxus kann natürlich keine Rede sein, auch wenn Viele ihr gesamtes Hab und Gut mit in die Tunnel geschleppt haben. Es ist nass, dunkel und dass die Luft dort unten nicht die beste ist, könnt ihr euch vorstellen. Ungeziefer und Ratten kriechen überall herum, Tageslicht ist ein Fremdwort und Krankheiten sind keine Seltenheit. Ihre Tage verbringen diese Menschen damit, zu betteln, den Müll der Hotels nach Nahrung zu durchsuchen. Arbeitsplätze sind auch in Las Vegas Mangelware, weswegen es zum tristen Alltag kaum Alternativen gibt.









Las Vegas zu verlassen, ist für Viele nicht möglich. Ohne Geld kein Neustart in einer anderen Stadt oder einem anderen Bundesstaat. Wäre auch zwecklos, denn es sieht ohnehin nirgends besser aus - ergo haben diese Menschen keine andere Wahl, als weiterhin in den Kanälen zu leben.

Da lernt man die eigenen  4 Wände, Heizung, Strom, fließend Wasser, eine saubere Toilette und eine Badewanne wieder zu schätzen...

Pics by Austin Hargrave


2 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

frag mich nur...wer passt au den ganzen Krempel auf wenn die am jagen und suchen sind ? Und was passiert wenn die Tunnel mal dafür benutzt werden wozu sie eigentlich da sind ? Afaik regent es in Wüsten zwar selten, dafür dann aber heftig.

Thumbsucker hat gesagt…

Angeblich stehlen sich die Obdachlosen nichts gegenseitig. Zum Großteil sind das normale Bürger wie du und ich, die man mit "Pennern" (was wir halt darunter verstehen) nicht vergleichen kann und die darauf achten, nicht zu verwahrlosen. In anderen US-Bundesstaaten entstehen immer mehr Zeltstädte, auch da gibt es eine Ordnung, das sind meist Menschen aus der Mittelschicht: http://www.stern.de/panorama/zeltstaedte-in-den-usa-mittelschicht-unter-plastikplanen-659473.html
Aber klar - eine Garantie gibt es keine, werden schon auch ein paar Ratten darunter sein.

Gegen den Ragen ist natürlich kein Kraut gewachsen. Da sind sie auf den Wetterbericht angewiesen und müssen rechtzeitig alles in Sicherheit bringen.

 
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