Die Grenze


Sehr viele News über die Zustände an der Grenze zwischen den USA und Mexiko schaffen es nicht bis zu uns - sind wir doch selbst damit beschäftigt, die EU-Grenzen immer mehr abzudichten und die selben Fehler zu begehen, welche die USA uns schon seit Jahrzehnten vorleben.
Hier mal ein paar Eckdaten: Die Grenze San Diego(Kalifornien) und Tijuana. Sie ist 3.144km lang und mit 250 Millionen legalen Überquerungen eine der am häufigsten überquerten Grenzen weltweit. Nachdem man in den USA große Angst vor illegalen Waffenhändlern und Drogenschmugglern zu haben scheint, hat man eigens den Secure Fence Act geschaffen um zu gewährleisten, dass die Amerikaner sich gefälligst mit amerikanischen Waffen die Birnen von den Schultern blasen und nicht mit diesem geschmuggelten Zeug. Falls euch dieses Foto der Grenze zwischen den USA (links im Bild) und Tijuana(rechts im Bild) an irgendwas erinnert, dann sagt das bloß nicht zu laut, denn sonst...Antiamerikanismus, eh schon wissen.


Derzeit ist man dabei, den bestehenden Grenzzaun auf eine Länge von 1.125km zu erweitern. Daneben hat man in manchen US-Bundesstaaten alle Mexikaner(oder solche, die irgendwie ein wenig mexikanisch aussehen) quasi für vogelfrei erklärt und entsprechend werden sie auch behandelt.
Jährlich sterben zwischen 250 und 500 Menschen dabei, diese Grenze illegal zu überqueren(Déjà-vu).

Natürlich muss man das auch von beiden Seiten betrachten. Wenn man sich ein wenig mit der illegalen Einwanderung in den USA beschäftigt, wird einem schnell klar, dass man natürlich Maßnahmen ergreifen muss. Im Jahr 2008 ging man nach groben Schätzungen davon aus, dass ungefähr 11 Millionen Illegale in den USA lebten - davon waren stolze 56% Mexikaner. Die Schätzungen anderer Quellen gehen hier allerdings von 7 Millionen bis hin zu 20 Millionen, diese Angaben sind also mit Vorsicht zu genießen.

Abgesehen davon, dass ich mich frage, wie beschissen es einem im eigenen Land gehen muss, um freiwillig ausgerechnet in die USA auszuwandern(wo die Illegalen im Gegensatz zur EU nicht die geringste Unterstützung erfahren, sondern auf sich selbst angewiesen sind), muss man die Lösung mit dieser Grenze schon auch hinterfragen. Vor allem wenn ein US-Präsident mal wieder irgendwo etwas über "Vereinigung", ein "Miteinander" und ähnliche philanthropische Gedankengänge von sich gibt.


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