Die kältesten Orte der Welt


Während hierzulande in den letzten Tagen Frühling herrschte und man schon zittert, wenn das Thermometer mal ein paar Grad unter Null fällt, gibt es auf unserem Planeten manche Orte, an denen man tunlichst nicht im Freien pinkeln sollte, oder mit seiner Zunge an metallischen Gegenständen nuckeln, das könnte dort arg ins Auge gehen.

Alaska zum Beispiel macht ja hauptsächlich durch seinen prominentesten Export, eine Politikerin Namens Sarah Palin, von sich reden. Wenn man die Temperaturen in Alaska mal genauer betrachtet, so könnten die durchaus eine Erklärung für die geistigen Aussetzer von Frau Palin sein. In Prospect Creek zum Beispiel fällt das Thermometer schon mal auf -62,1° Celsius, weswegen dort auch nicht allzuviel los ist. Früher mal tummelten sich in dem unwirtklichen Ort 290km nördlich von Fairbanks bis zu 27.000 Pipelinearbeiter, um die Alaska-Pipeline zu errichten. Seitdem diese 1977 fertiggestellt wurde, ist in Prospect Creek tote Hose.



Noch ein wenig kälter geht es in dem kleinen Dorf Snag mitten im Yukon Territorium in Kanada. Snag liegt in einem kleinen Tal umgeben vom White River und dem Snag Creek, von dem es auch seinen Namen hat und ist bekannt als der kälteste Ort Nordamerikas. 1947 wurde in Snag eine Temperatur von 63,9° unter Null gemessen. Die Meteorologen mussten an dem Tag, an dem diese Temperatur gemessen wurde, neue Markierungen in ihre Thermometer schnitzen. In Snag leben 8-10 Einheimische und Fellhändler. Dazu kommen noch 15-20 Flugzeugmechaniker, Meteorologen und Funktechniker, somit ist die Party komplett. Überpopulation kann man also auch in Snag nicht beklagen.



Nun kommen wir schon nach Russland. Sibirien wird seinem Ruf gerecht. Jakutsk ist nicht gerade ein gemütlicher Ort, um seinen Schi-Urlaub zu verbringen. Jakutsk ist eine der ältesten Städte Sibiriens und liegt am westlichen Ufer des Flusses Lena, der im Winter bei -64,4° Celsius komplett zugefroren ist und wie eine Straße befahren wird. Den 268.000 Einwohnern kann die Kälte nichts anhaben - sie freuen sich angeblich über jeden neuen Minus-Rekord und behalten ihre Thermometer im Winter ständig im Auge.



Wir bleiben in Sibirien und schauen mal nach Werchojansk. 1630 wurde dieser kleine Ort gegründet und ist mit seinen knapp 1200 Einwohnern der drittkleinste Ort Russlands. Die Nähe zum Polarkreis (110km) macht sich bemerkbar, denn Werchojansk ist der drittkälteste Ort auf unserem schönen Planeten.
Bei 69,8° unter Null kann man schon ordentlich einheizen. Kaum zu glauben, dass manche Russen selbst bei diesen Temperaturen noch löcher in die Eisdecken ihrer Teiche schlagen und ins Wasser springen. Selst im Juli ist es dort nicht sonderlich warm - die durchschnittliche Temperatur beträgt dann +16,9°.



Noch immer sind wir in Sibirien, diesmal im 521 Seelen-Dorf Oymyakon. 71,2° unter Null wurden dort gemessen. Die Menschen in Oymyakon  haben ihre eigene Art, mit der Kälte umzugehen. In einer Reportage berichtete die britische BBC, dass die Menschen ihre Fahrzeuge rund um die Uhr laufen lassen, damit sie nicht einfrieren und den restlichen Winter über unbrauchbar sind. Kältefrei für die paar Schüler gibt es allerdings erst ab -52°, bis dahin müssen die lieben Kleinen die Zähne zusammenbeißen.




Nun kommen wir endlich zum kältesten Ort auf dem Planeten. Die Wostok-Station liegt am südlichen Kältepol und gehört zu Russland. Wostok liegt 3500m über dem Meersspielgel und ist hochoffiziell der kälteste Ort der Welt. Am 21. Juli 1983 wurden dort sagenhafte 89,2° unter Null gemessen. Abgesehen von der Kälte gibt es dort allerdings nicht sonderlich viel Schnee. Die Antarktis ist ja technisch gesehen eine Wüsten, entsprechend bedreckt die Höhe der Schneedecke selten über 25cm.
Dafür ist die Eisdecke unglaubliche 3700m dick. Russen, Franzosen und Amerikaner sind aktuell damit beschäftigt, Kernbohrungen vorzunehmen, denn die Eisschicht enthält wichtige Informationen über die klimatischen Veränderungen der letzten 500.000 Jahre.



Mann, Mann...leben möchte ich an keinem dieser Orte. -89,2°...Irrsinn.


1 Responses So Far:

Mirko hat gesagt…

Den Mann auf Foto 2 erkenne ich wieder. Es ist Karl Marx, er zierte den 100-Markschein der DDR. Bei so viel monetärer Aufmerksamkeit musste dem Antikapitalisten förmlich das Blut in den Adern gefrieren.

 
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