Gesichtstransplantation für Lebensretter


Trifft doch immer die Falschen. Der 29jährige Kriegsveteran Mitch Hunter rettete einer Frau nach einem Autounfall das Leben, indem er sie von einer unter Strom stehenden Überlandleitung wegstieß.
Der Haken dabei: Mitch musste für seine Zivilcourage teuer bezahlen, denn er kam selbst mit der Leitung in Kontakt und war 5 Minuten lang den 10.000 Volt ausgesetzt.
Hunter wurde bei dem Unfall schwer entstellt und wartet nun auf einen Spender für sein neues Gesicht.


Sobald ein Spender zur Verfügung steht, muss Mitch binnen kürzester Zeit von seinem Heimatort in Indiana nach Boston fliegen, wo er operiert wird. Der gesamte Prozess wird über ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen, mit vielen Operationen und Schmerzen verbunden sein.



Sucks. Wenn das einem Alkolenker passiert, der einen Unfall verursacht und dabei andere ins Unglück zieht, könnte man ja sagen "Tja, Karma". Aber in diesem Fall ist das einfach nur unfair.
Diese Fotos stammen aus dem August 2010. Mitch wartet nach wie vor auf einen Spender. Hoffentlich wird bald einer gefunden, kann man ihm nur wünschen.


7 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

hm wäre interessant ob das Gesicht in Österreich auch unter die gleichen Regeln fällt wie Organe....denn wir haben das imho weitaus gscheitere System als zB die USA, hier braucht man keine Organspendeausweis, hier muss man ausdrücklich GEGEN die Entnahme von Körperteilen sein und das auch schriftlich kundtun. Ansonsten ist jeder per se ein Organspender sobald er für tot erklärt wird

Thumbsucker hat gesagt…

Ja stimmt, das finde ich persönlich auch vollkommen in Ordnung. Sollen sich ruhig nehmen, was sie brauchen können - nennt sich Widerspruchslösung.

In den USA gibt es die erweiterte Zustimmungslösung:
Bei Vorliegen eines "Organspendeausweises" können Körperteile entnommen werden. Aber auch Angehörige können einer Entnahme von Körperteilen zustimmen, wenn kein "Spendeausweis" vorliegt. Haben "SpenderInnen" oder die Angehörigen keine Einschränkungen vorgenommen, kann eine Multiorganentnahme erfolgen.

Steht hier nachzulesen:
http://www.bioskop-forum.de/themen/transplantation/gesetzliche_regelungen_zur_organtransplantation.htm

Mirko hat gesagt…

Aber es sterben doch jeden Tag genügend Gesichter. Ist Mitch etwa wählerisch? Oder muss das Spendergesicht irgendwelche Kriterien erfüllen, damit es "paßt"?

Thumbsucker hat gesagt…

Eine Gesichtstransplantation ist eines der kompliziertesten chirurgischen Verfahren, die es gibt - da gilt es haufenweise Kriterien zu berücksichtigen.
Hier ein interessanter Artikel zum Thema:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/article/627376/chirurgen-machen-fortschritte-komplexen-transplantationen.html

Dazu kommt in den USA halt auch noch, dass die Angehörigen eines Verstorbenen ihr Einverständnis geben müssen, dass dessen Gesicht "weiterlebt". Mal angenommen deine Schwester stirbt und jemand will ihr Gesicht auf den Kopf einer anderen Frau transplantieren...ich persönlich würde dem vermutlich nicht zustimmen. Organe OK, aber das Gesicht...?

Anonym hat gesagt…

schaut doch nachher eh nur ansatzweise so aus wie der Spender

Anonym hat gesagt…

Gab es denn irgendeine Belohnung/Orden/Entschädigung für die gute Tat dieses Lebensretters?

Thumbsucker hat gesagt…

Nein, über eine Belohnung steht nirgends etwas. Mitch Hunter bezieht eine Versehrtenrente und Freunde haben einige Spendenaktionen gestartet, um die Arztkosten zu finanzieren, sonst gibt es nix für ihn.
Ein wenig Background:
Der Unfall passierte bereits 2001, danach war Mitch bis Mitte 2005 ununterbrochen in verschiedendsten Krankenhäusern und Spezialkliniken.
Seit 2010 steht er jetzt auf der Warteliste für ein Transplantat.
Kinder und Jugendliche bezeichnen ihn als "Boogeyman" oder "Monster", weswegen er unbedingt ein neues Gesicht haben möchte.


Der "Gesichtsspender" muss die gleiche Hautfarbe haben wie Mitch, darf vom Alter her maximal 10 Jahre jünger oder älter sein und muss die gleiche Hautcharakterikstik aufweisen, sonst wird das Transplantat abgestoßen.
Sobald ein Spender gefunden ist, muss die Transplantation binnen 24 Stunden durchgeführt werden, sonst taugt das Hautgewebe nichts mehr.

Ich frage mich, ob man da vorher keine Gesichtsknochen rekonstruieren muss. Heutzutage hätte man ihn vermutlich mit der Skin Gun behandelt - einer (noch)experimentellen Technik, bei der Hautzellen aufgesprüht werden wie beim Airbrushing.
http://www.thestar.com/news/world/article/934581--skin-gun-that-sprays-stem-cells-being-used-on-burn-victims
und
http://channel.nationalgeographic.com/series/explorer/4828/Videos#tab-Overview

 
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