Mineralwasser? Zeig mal deinen Ausweis


Im österreichischen Finanzministerium hat man offensichtlich massive Angst vor Verarmung, denn einmal mehr hat man sich eine Schikane einfallen lassen, um das Leben der Konsumenten sowie der netten Damen an der Kasse ein wenig komplizierter zu machen.

Wenn man in Österreich künftig für eine Party Getränke kauft oder sich im Sommer mit Limo und Mineralwasser eindeckt, weil es bei einem Lebenmittelhändler gerade verbilligt ist oder man schlicht einen Monatsvorrat nach Hause holt, muss man
künftig seinen Ausweis zücken und die Kassierinnen dürfen die Daten in ein Formular eintragen, während die Schlange immer länger wird. Dies betrifft alle, die mehr als 20 Lliter Bier, 10 Liter Wein, 2 Liter Schnaps oder 30 Liter alkoholfreie Getränke kaufen.
Hintergrund dieser Schikane ist, dass unser geliebtes Finanzministerium Wirte ausforschen möchte, die sich in Supermärkten mit günstigen Getränken eindecken und diese dann "schwarz" verkaufen.

Sehr toll. Künftig werden also regelmäßig unsere Daten erfasst(einmal mehr), wenn wir uns im Sommer mit Wasser oder Eistee eindecken. Ich freue mich schon jetzt auf Weihnachten 2011, wenn an langen Einkaufssamtagen der Großteil der Konsumenten eine Vielzahl an alkoholischen Getränken für die Festtage einkauft und man statt einfach an der Kasse zu bezahlen, auch noch diese Prozedur über sich ergehen lassen muss.

Ganz großes Kino, Herr Finanzminister Pröll. Einkünfte nicht zu versteuern, ist wohl das alleinige Privileg von Politikern. Da kann man schon mal ein Auge zudrücken, aber den einfachen Bürgern zieht man die Daumenschrauben mal wieder etwas enger.
Die Wirte, die ihr damit erwischen wollt, werden ihren Einkauf unter mehreren Personen aufteilen, anstatt die ganze Summe mit einer Rechnung zu begleichen. Manchmal kann man nur den Kopf schütteln...

UPDATE: Wie mittlerweile von der österreichischen Wirtschaftskammer bekanntgegeben wurde, wird diese Regelung zurückgezogen und die Ausweispflicht entfällt somit:
"Wer drei Kisten Mineralwasser oder mehr als zwei Kisten Bier oder mehr als zehn Liter Wein bei einem Händler oder Gastronomiebetrieb kauft, muss in Österreich - so wie bisher auch - Namen und Adresse NICHT angeben."

Na bitte. Zahlt sich ja gelegentlich doch aus,  ein wenig auf den Tisch zu klopfen. Könnten Frau und Herr Österreicher bitte auch mal ein wenig aufdrehen, wenn es um netzpolitische Belange geht?
Dass wir zusammenhalten, wenn es um Alkohol geht, haben wir nun ja schon zum zweiten Mal bewisen ;-)


2 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Einfach mal Boykottiern. Zahlen und abhauen, was ineressiert mich denn das Formular ? Ich will Getränke kaufen und kein Auto.
Aber die Meisten Leute sind ja so ähnlich wie Lämmer die man zur Schlachtbank führt.

Thumbsucker hat gesagt…

Ja stimmt, das sollte man wirklich machen. Stellt sich halt die Frage, ob es nicht wieder die Falschen trifft - nämlich die Kassierin, wenn sie zu der verkauften Menge auf dem Bon keine Ausweisdaten präsentieren kann. Die Angestellten der Supermarkt-Ketten können ja auch nix für die wirren Ideen des Fianzministeriums.

Abgesehen davon habe ich persönlich auch für die Wirte Verständnis, die hin und wieder mal etwas "schwarz" verticken. Die meisten Gaststätten kratzen doch eh am Existenzminimum und die grandiosen Ideen unserer Volksvertreter machen ihnen das Leben nicht unbedingt leichter.

 
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