Sind Affen die besseren Menschen?


Am 23.September 2008 verstarb Dorothy, ein Schimpansenweibchen in ihren späten 40ern, an Herzversagen. Dorothy war ein freundliches und gutherziges Tier, das die letzten 8 Jahre ihres Lebens in der Sanaga-Yong Schimpansen-Auffangstation, wo Schimpansen ein Zuhause finden, die durch Rodung und den illegalen Fleischhandel ihren natürlichen Lebensraum verloren haben.


Nachdem ein Jäger Dorothy's Mutter getötet hatte, wurde sie als Baby an einen Vergnügungspark in Kamerun verkauft, wo sie die Rolle des Maskottchens erfüllte. Die nächsten 25 Jahre ihres Lebens verbrachte sie angekettet, wurde gequält und von artgerechter Haltung und Ernährung konnte keine Rede sein. Eine abartige Spezies namens "Mensch" brachte Dorothy bei, zur Belustigung der Besucher Bier zu trinken und Zigaretten zu rauchen. Im Mai 2000 wurde Dorothy - übergewichtig von der Fehlernährung und vom Bewegungsmangel - gemeinsam mit 10 anderen Primaten gerettet und in die Schimpansen-Auffangstation gebracht. Dort erholte sie sich schnell, wurde gesund, zeigte ihr sanftes Wesen, übernahm die Mutterrolle für ein verwaistes Schimpansenbaby und freundete sich mit den anderen Primaten an.

Als Dorothy verstarb und abtransportiert wurde, zeigten manche der Schimpansen im Gehege Aggressionen und Frustration. Die Leitung der Auffangstation entschloss sich entgegen der sonst üblichen Praxis, die Schimpansen im Gehege bei der Beerdigung von Dorothy zuschauen zu lassen, damit sie begreifen, dass Dorothy nicht mehr zurückkommt. Als man mit der toten Dorothy in der Schubkarre am Gehege vorbeifuhr, trat eine Reaktion ein, die für Schimpansen vollkommen unüblich ist: absolute Stille.


Schimpansen sind nicht die einzigen Tiere, die trauern. Viele Tiere sind zu komplexen Emotionen fähig, wie wir Menschen.

Mal ein wenig darüber nachdenken.


3 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Manchmal kommt es mir so vor als hätten wir durch die Evolution mehr Nachteile als Vorteile bekommen haben.
Ich meine wenn selbst ein Schimpanse in der Lage ist all das was ihm angetan wurde mehr oder weniger zu "verzeihen" und trotz der Schmerzen und des Leides noch so viel Liebe geben kann ist das BENEIDENSWERT.
Ein Mensch hätte sein Leben damit verbracht sich einen Racheplan auszudenken oder hätte seinen Peinigern das selbe angetan und wäre somit mal wieder primitiver als ein Affe gewesen.
Man sollte sich lieber Gedanken darüber machen wie man diese "tierisch starke" Eigenschaft übernehmen kann und nicht wie man eine größere Bombe bauen kann als die anderen.

Anonym hat gesagt…

Wenn dir jemand was antut willst ja auch nciht gleich jeden Menschen killen, oder ? Affen können ja Personen sehr gut voneinander unterscheiden und ich denke, nach der Rettungsaktion wissen die sehr wohl wer ihnen geholfen hat und wer nicht.

Und bevor das grosse Ohhh losgeht, Schimpansen bringen auch öfter mal ihren Nachwuchs um.

Thumbsucker hat gesagt…

"Schimpansen bringen auch öfter mal ihren Nachwuchs um"

Kommt im gesamten Tierreich vor. Im Gegensatz zu uns Menschen wird der Nachwuchs aber vor dem Umbringen eher selten gequält und vergewaltigt.

 
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