Postmortemfotografie(I see dead People)


Nun hatte ich ja vor einiger Zeit mal versucht, die Rubrik "Paranormales" hier einzuführen, wobei das gehörig in die Hosen ging. Nicht etwa, weil es mich nicht interessiert(auch wenn ich nicht daran glaube) oder weil ich darüber nichts bringen will - vielmehr, weil das Meiste schlicht Schwachsinn ist und ich euch hier nicht mit Pseudogeisterstorys verarschen möchte. Stattdessen beschränke ich mich lieber auf die gruseligen Seiten des realen Lebens, da haben wir Gesprächststoff genug.


 Die Menschen auf dem obigen Foto sind tot. Wie genau sie umgekommen sind, weiß man nicht - man geht davon aus, dass sie Opfer eines Überfalls wurden, bei denen Vater, Mutter und die 3 Kinder getötet wurden. Fotos wie dieses waren früher Tradition - man nennt dies "Post Mortem Fotografie".
Zurückverfolgen lässt sich dieser morbide Brauch bis ins 15. Jahrhundert. Damals gab es natürlich noch keine Fotos - man hat die Verstorbenen hübsch angezogen, sie auf Möbelstücken oder Gegenständen positioniert, Müttern wurden ihre verstorbenen Kinder in die Hand gedrückt und dann wurden sie gemalt, in späterer Folge fotografiert, um eine bleibende Erinnerung an den verblichenen Angehörigen zu haben.




Auch hat man die Kinder um ihre verstorbene Mutter gruppiert, um so eine Erinnerung zu behalten.


Kaum zu glauben, aber auch dieser Feuerwehrmann ist tot.


Schickes Andenken für die Geschwister an ihre verstorbene Schwester.


Das "Instandsetzen" der Verstorbenen war insbesondere nach einem Tod durch Gewalteinwirkung - ob nun Unfall oder Verbrechen - damals noch relativ schwierig. Man musste sich damit beeilen, die Verletzungen zu kaschieren und den Verstorbenen in der gewünschten Position abzulichten.


Vermutlich hat man vielen Kindern einen bleibenden Schaden zugefügt, wenn man sie dazu gezwungen hat, neben ihren verstorbenen Angehörigen zu posieren.


In Deutschland und Österreich hielt sich diese Tradition bis in die 70er Jahre, bevor sie nach und nach verschwand.

Wir brauchen hier wirklich keine Geistergeschichten, um uns ein wenig zu gruseln. Der Mensch selbst liefert da prima Stoff. Detailliert nachlesen über die Geschichte der Postmortemfotografie könnt ihr hier.


18 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

finde ja auch den Brauch Verstorbene ZU HAUSE aufzubahren mehr als merkwürdig, das gibt nämlich noch immer.

Thumbsucker hat gesagt…

Ich finde diesen Totenkult, den wir(hier in Österreich besonders) betreiben, generell übertrieben.
Wenn mit mir mal was ist, sollen die Ärzte sich die Organe nehmen, mit denen sie was anfangen können und danach kann man mich verbrennen.

Anonym hat gesagt…

ist hier doch eh meist garnix, fahr mal nach Polen und schau dir an wie dort letzte Bauernfriedhof gehegt und gepflegt wird

Anonym hat gesagt…

Die haben sich wenigstens nicht mehr bewegt und der Fotograf hatte es einfacher.

Thumbsucker hat gesagt…

Yep...aber der Geruch...

Kilgore Trout hat gesagt…

Friedhöfe sind einfach die schöneren und gepflegteren Parks, außerdem hat man da seine Ruhe und befindet sich zusätzlich in einem Freiluftmuseum voll mit Kunst und historischen Relikten. Ein Hoch auf unseren Totenkult!

Thumbsucker hat gesagt…

Ja eh. Mit Kultur sieht es in Österreich ansonsten traurig aus - zum Glück haben wir noch den Zentralfriedhof und Schönbrunn, denn mit Nitsch&Co werden wir nicht mehr berühmt.

Anonym hat gesagt…

Mich würde sehr interessieren, ob die Mutter auf diesem Bild wirklich tot ist, oder ob nicht der Junge, der hinten steht tot ist?
Woher hast du denn das Bild?

Liebe Grüße einstweilen

Anonym hat gesagt…

Hallo nochmal!

Könntest du mir bitte Informationen über das Bild mit der toten Mutter und ihren 4 Kindern geben?
Vielen Dank im Voraus!

Liebe Grüße
Luma30

Thumbsucker hat gesagt…

Hey, sorry ich hatte vergessen, dir zu antworten.
Die Originalquelle dieses Fotos finde ich leider nicht mehr, das lag schon über ein Jahr auf meiner Festplatte herum. Das Bild war aber gepostet(und trug auch diesen Dateinamen)unter "dead mother surrounded by her children", ob das auch der Tatsache entspricht, ist leider nicht mehr rauszufinden.

Ich habe dieses Bild nur noch in diesem Blog gefunden - und auch da fehlt die Story dazu:
http://abnormalssanctuaryblog.blogspot.com/2010/07/post-mortem-photography.html
Zu den meisten dieser Fotos gibt es keine Geschichte. Man beginnt gerade, sich intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen, weswegen man Sammlungen zusammeträgt. Zum Teil stammen diese Bilder aus Hinterlassenschaften von Verstorbenen, da lässt sich kaum noch ein Background eroieren.

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für deine Antwort!

Liebe Grüße
Luma

Anonym hat gesagt…

Du solltest dich besser informieren, bevor du solche Artikel ins Netz stellst. Die Postmortemfotografie ist eine Form der Trauerbewältigung. Sie existiert seit es die Fotografie an sich gibt und wird bis heute praktiziert, allerdings verborgener, da sich von der Technik angefangen bis zu den allgemeinen Lebensumständen viele Dinge in der Zwischenzeit verändert haben. Der Umgang mit den Toten war zudem in der vorherigen Jahrhunderten viel natürlicher als er es heute ist, daher kannst du nicht einfach unterstellen, dass die Kinder traumatisiert wurden, die zusammen mit den Verstorbenen für ein letztes Bild platziert wurden. Lies "Secure the Shadows" von Ruby Jay und recherchiere anständig, anstatt hier Kulturparts aus dem Zusammenhang zu reißen und als Gruselstory zu verkaufen. Danke.

Thumbsucker hat gesagt…

Das hier ist ein ironisches, zynisches Blog. Wenn manche das nicht erkennen, ist das natürlich tragisch - auch wenn sie nicht auf im Artikel verlinkte Websites klicken können, um fundierte Informationen zum Thema zu erhalten. Wie und was ich hier schreibe, ist allein meine Sache. Danke.

Anonym hat gesagt…

Lieber etwas mehr zum Hintergrund und zur Geschichte recherchieren und diesem Brauch etwas mehr Respekt zollen, statt hier Fotos (übrigens ohne Quellenangabe) als Ersatz für Gruselstories zu posten.

Thumbsucker hat gesagt…

Zu detallierten Informationen wurde verlinkt und wo du hier eine "Gruselstory" ortest, müsstest du mir netterweise erklären, offensichtlich hast du den ersten Absatz nicht ganz sinngemäß erfasst. Das hier ist ein kleines Blog, kein historischer Almanach.

Anonym hat gesagt…

Der Tod ist ein fixer Bestandteil unseres Lebens, dennoch verbannen wir ihn aus unseren Gedanken im Alltag. Der persönliche Umgang mit dem Tod, die damit verbundenen Rituale etc. sind Privatsache. Ob man jetzt Fotos vom Verstorbenen anfertigt, wie die hier gezeigten, oder jemanden zu Hause aufbahrt. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man besser mit dem Tod umzugehen lernt, wenn man ihm direkt ins Auge schaut. Ein persönlicher Abschied beim aufgebahrten Opa, ein letztes Erinnerungsfoto der gerade verstorbenen Mama, etc. hilft manchen bei der Trauerbewältigung.

umknown@gmx.de hat gesagt…

>> Stattdessen beschränke ich mich lieber auf die gruseligen Seiten des
>> realen Lebens, da haben wir Gesprächststoff genug.

Was ist hier gruselig?
Wir haben heute ein Problem mit dem Tod umzugehen, nicht die Leute damals!

Anonym hat gesagt…

Tja frueher kannte man noch keine totenruhe

 
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