Surprise (Öffi-Verbot für Terroristen)


Na was ist das für eine Überraschung. Als die US-Regierung vor wenigen Tagen verlautbarte, dass man auf den beschlagnahmten Osama'schen Computern, Festplatten und CD's eindeutige Beweise gefunden habe, dass Osama mit seinen Terrorbuben einige Jubiläumsanschläge auf Züge in den USA zum 10. Jahrestag von 9/11 plante, was man umgehend mit dem Release von tonlosen Videos eines altersschwachen Topterroristen bewies, konnte man sich schon ausrechnen, worauf das hinauslaufen wird.
Nämlich auf eine Ausweitung der Überwachungsmaßnahmen und das Übernehmen der Flughafensicherheitsmaßnahmen auf US-Bahnhöfe und Züge. Die TSA hatte ja bereits einmal versucht, sich auf Bahnhöfen der amerikanischen Amtrak(US-Pendant zur Deutschen Bahn und der ÖBB) breitzumachen und die Taschen von Passagieren auf den Bahnsteigen durchsucht - sinnigerweise von Passagieren, die ihre Bahnfahrt bereits hinter sich hatten und den Zug verließen. Die TSA unternahm diese Aktion allerdings ohne das Einverständnis und ohne das In Kenntnis Setzen des Betreibers Amtrak, welcher die TSA-Beamten umgehend von den Bahnsteigen verjagte, wie ein Bauer den reudigen Hund von seinem Hof.

Dass es nun nicht lange dauern konnte, bis der erste US-Senator lauthals nach einer gesetzlichen Regelung schreit, um die TSA und ihre Grabschereien verpflichtend auf die Bahnhöfe zu bringen, war vollkommen klar.




Bereits 2001 hatte man ja eiligst die sogenannte No Fly List aus dem Boden gestampft, auf welcher die Namen potentieller Terroristen landeten, denen man das Fliegen mit Passagierflugzeugen untersagte. Man startete diese Liste mit 594 Personen, denen man das Besteigen eines Flugzeuges strikt untersagte und ergänzte diese mit zusätzlichen 365 Personen, welche vor dem Besteigen eines Flugzeuges besonders genau durchsucht werden mussten. Im Dezember 2002 - also ein Jahr später - befanden sich 1000 Namen auf der No Fly List, das war offenbar zu wenig, weswegen man ein wenig Druck machte und so bis zum März 2006 sage und schreibe 44.000 potentielle Terroristen auf diese Liste setzte. Viele Menschen landeteten vollkommen unbegründet und unschuldig auf der Liste der TSA, Namensgleichheiten, übergeschnappte TSA-Beamte und weitere Mißverständnisse ließen bis ins Jahr 2008 über eine Million Namen auf diese Liste wandern, die Homeland Security - damals noch unter Michael Chertoff als Heimatschutzminister, unter dem Michael Chertoff, der heute nach dem freiwilligen Ende seiner politischen Karriere mit seinem Unternehmen der US-Regierung die Nacktscanner verkauft(wer Ironie findet, darf sie behalten ^^) - relativierte diese Zahl allerdings und gab bekannt, dass lediglich 2500 Personen striktes Flugverbot hätten und weitere 16.000 Personen(man nennt diese Personen "Selectees", also die "Auserwählten") strengstes kontrolliert werden müssen, ehe sie in ein Flugzeug klettern.

Und nun kommt also vermutlich zusätzlich zur No Fly List die No Ride List, mit der man haargenau das gleiche Theater abzuziehen versucht und auf der dann die Namen von Personen landen, die nicht mehr mit Zügen fahren dürfen. Hey, Osama hat uns sogar aus seinem nassen Grab noch bei den Eiern, was insbesondere deswegen verwunderlich ist, da man uns schon seit dem Jahr 2009 immer wieder erzählt, dass die Al Kaida pleite sei und um Spenden bittet, allerdings glaubt man ja seit Mai 2011 zu wissen, dass die Al Kaida über 3 solide Finanzbeine verfüge - was den Überwachern ja gleich viel besser ins Konzept passt.
Dass die US-Regierung dieses Konzept umsetzen wird, steht außer Frage. Man kann eigentlich nur noch ein wenig herumrätseln, wie penibel man Bahnpassagiere künftig kontrollieren möchte, denn die Kontrolle durch Nacktscanner dürfte den täglichen Verkehrsfluss der zig Millionen Pendler in den USA gehörig ins Stocken bringen - wer bitte findet sich schon um 3 Uhr Morgens zum Boarding am Bahnhof ein, wenn sein Pendlerzug erst um 5 Uhr abfährt? Na mal schauen, womit die USA uns überraschen. Man kann aber getrost davon ausgehen, dass die EU dies alles ganz genau beobachten wird. Schließlich wollen unsere EU-Politiker schon seit geraumer Zeit mit dem Projekt "INDECT" den USA ihren überwachungstechnischen ersten Rang ablaufen, wogegen ihr euch übrigens hier auf Stopp Indect zur Wehr setzen könnt - oder besser man kann es versuchen, am Erfolg darf man erfahrungsgemäß zweifeln.

Was hat uns der (angebliche, denn bewiesen ist ja nix)Tod von Osama nun also gebracht?
Nichts. Nada.
Natürlich werden sich Dinge änderen - aber hin zum Negativen, denn nun gaukelt man uns ja vor, dass die Terrorgefahr gestiegen sei. Racheaktionen und blah und hast du nicht gesehen gefährden unser aller Sicherheit, weswegen man die Schlinge um unsere Hälser erneut ein wenig enger ziehen wird - und das Überwachungsbusiness wird weiterhin boomen. Solltet ihr also auf der Suche nach einer guten Wertanlage sein, macht euch doch mal über den Sicherheits/Überwachungssektor schlau. Die Umsätze und Gewinne dort dürften in den nächsten paar Jahren um etliche Prozent steigen.


2 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Wenn die Gefahr ja nicht gesunken ist, warum hat man Osama denn überhaupt beseitigt ?
Und auf welche Beförderungsmittel sollen die TSAler noch eingesetzt werden; U-Bahnen; Taxi´s; Fahradfahrer ?
Aber ein Gutes hat die Sache ja. Es werden viele Leute - bestimmt zu hungerslöhnen - wieder neue Arbeit finden. Denn die TSA wird ihre Human Resouren - auch ein schöne Wort für Mitarbeiter - bestimmt aufstocken müssen.

Thumbsucker hat gesagt…

Die TSA-Beamten verdienen sogar überdurchschnittlich gut, verglichen mit anderen Jobs ohne akademischen Grad - TSAler brauchen nur einen High School Abschluss und eine mehrwöchige Ausbildung, dann dürfen sie schon unschuldige Bürger begrabschen.
Wenn man damit umgehen kann, das Arschloch der Nation zu sein, ist das eine ganz gute berufliche Alternative verglichen mit vielen anderen Jobs oder Arbeitslosigkeit. Wenn ein Passagier pampig wird und diskutieren möchte, holt man den Supervisor und wird's ganz hart, stehen die Cops hinter der nächsten Ecke parat, um den unguten Störenfried abzuführen.

 
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