Eingeborene vs Zivilisation


Seit 2 Tagen geistert mal wieder die Nachricht von einem bisher unbekannten Stamm durch die Medien, der bis dato vollkommen unberührt von unserer modernen Zivilisation lebte(und dessen Fotos ich hier schon vor 6-8 Monaten gepostet haben - WTF?). Oft habe ich mich gefragt, wie dieses Aufeinandertreffen wohl aussehen würde, wenn ein Stamm, der abgeschottet von Allem, was wir kennen, auf Weiße mit Kameras, Hosen, Satellitentelefonen, Feuerzeugen und anderem Kram trifft.
Endlich bin ich mal über ein Video gestolpert, in dem man genau dieses Szenario verfolgen kann.  Hier seht ihr, wie der Stamm der Toulambi zum allerersten Mal auf uns - die "zivilisierte" Gesellschaft - trifft. Unheimlich faszinierend, lohnt sich ausnahmsweise wirklich mal, die volle viertel Stunde dranzubleiben.





Was mich ein wenig bedrückt, ist, dass man diese Menschen quasi von der Steinzeit, in der sie vollkommen frei und Herr über sich selbst waren, in die Gegenwart befördert. In unsere Gegenwart, in der sie arm sind und auf der untersten Stufe der westlichen Gesellschaft. 

Ist das wirklich richtig von uns...? Sollte man diese Völker nicht besser in Frieden lassen? Die kamen Ewigkeiten ganz gut ohne uns zurecht...

Hier die ganze Story, leider nur in englischer Sprache: Jean Pierre Dutilleux


14 Responses So Far:

campkillyourself hat gesagt…

komplett in ruhe lassen
wie du es schon geschrieben hast, kommen die seit eh und je ohne uns bestens zurecht.

wahrscheinlich werden sie aber eh "zivilisiert" und an den "richtigen glauben" gebracht.

Thumbsucker hat gesagt…

Naja, ist schwierig. Denn wie maximieren wir sonst den Profit?
Wir MÜSSEN doch deren Lebensraum zerstören, entweder für Holz, Straßen oder um zu wildern. Dafür entschädigen wir sie mit coolen Ed Hardy Fetzen, Nike Sneakers, Aspirin, registrieren sie in einer Datenbank und erklären ihnen, dass sie ohne Kreditkarte und Taufschein im Grunde keine richtigen Menschen sind, sondern bloß "Wilde".

Anonym hat gesagt…

tjo, wenn mans richtig machen wüde, dann würden sie Zugang zu aktuellen Heilmethoden bekommen, aber sosnt sollte man ihnen nichts aufzwingen.

Thumbsucker hat gesagt…

Ich glaube das wäre nicht mal so einfach, wie wir uns das vorstellen.
Abgesehen davon, dass wir denen erst mal Krankheiten, Viren und Bazillen einschleppen, von denen sie bisher gar nicht betroffen waren, würden ihre Körper vermutlich komplett anders auf z.B. Antibiotika reagieren, als unsere vergifteten Organe.
Ein smiples Schmerzmittel in der handelsüblichen Dosis würde die wahrscheinlich erst mal zuballern, gleichzeitig den Magen ordentlich umdrehen und anschließend die Nieren arbeiten lassen.

Da müsste man langsam drauf hinarbeiten und ihnen auch mal die Angst nehmen. Wenn das Volk schon vor einem Spiegel die Panik kriegt, stell dir mal vor, wenn sich ein Zahnarzt mit Mundschutz und surrendem Bohrer in der Hand nähert ;)

kleina_frechdachs hat gesagt…

wunderschön das es sowas noch gibt... die kenn kein Irakkrieg, kein EHEC u keine Wirtschaftskrise... so einfach wie sie leben, leben sie wahrscheinlich komplett glücklich...
u dann kommt traurigerweise unsere gesellschaft und sie werden all die traurigen u schlimmen dinge dieser welt kennenlernen u früher oder später den "weißen mann" verfluchen das er ihnen ihr leben genommen hat ... auch wenn sie von anfang an nie die wahl hatten :( wirklich traurig

Anonym hat gesagt…

SO, oder so ähnlich stelle ich mir eine Begegnung mit Auserirdischen (sollte es sie denn geben) vor. Nur das wir vielleicht in dieser Situation die Untelegenen wären und uns über deren Technik und Aussehen wundern würden.
Die weißen Männer müssen dem Stamm ja wie Magier vorkommen.

Anonym hat gesagt…

Wie viele Frauen bei der Geburt sterben oder wie viele an einfachen Entzündungen eingehen oder nach Brüchen ziemliche Probleme haben scheint manchen komplett fremd zu sein. als Dschungelbewohner ist es alles,nur nicht einfach

Thumbsucker hat gesagt…

Diese Völker(angeblich hat man ja 12 davon entdeckt in den letzten 10 Jahren) haben sich seit Generationen mit ihrer Umwelt und ihren Gegebenheiten arrangiert. Es steht uns einfach nicht zu, in ihre Welt einzudringen. Sie umzusiedeln. Ihren Lebensraum einzugrenzen oder ihn ganz zu nehmen.

Dein Einwand ist natürlich berechtigt, gar keine Frage. Eine andere Sache sind allerdings die Motivationen, wegen derer man ihnen dann "hilft" oder ihnen die Errungenschaften unserer "zivilisierten" Welt zukommen lässt, denn unsere Gesellschaft hilft selten ohne Eigennutzen - und wenn es nur ist, um sie zum Christentum zu missionieren.

Anonym hat gesagt…

hat damals jemand aufgeschrieben als der Neandertaler verdrängt wurde ? ne...also, wir entwickeln uns weiter.

Also, solang man es behutsam macht, kann man sie imho schon kontaktieren, sowas wie eine "oberste Direktive" haben wir nun mal nicht. Und das man sie noch nicht früher entdeckt hat lässt mich auf eines schließen...dort gibts weder Gold, Diamanten noch Erdöl. Sonst wären sie schon längst glückliche Arbeiter für irgendeine Befrieungsnationalarmee oder die Amys wären einmarschiert um sie vor eben diesen Bösewichten zu "beschützen".


So gesehen habt ihr recht, meist sind die Menschen zu nichts Gutem nutze, da wärs besser, man lässt es bei den Fotos und Videos und lässt den Leuten das bisschen Wald das sie zum leben brauchen, das Reservat muss dann aber auch gross genug sein und man sollte seine Grenzen ernst nehmen.

Thumbsucker hat gesagt…

Diese Woche haben wir ja gelernt, dass man nicht mal dem WWF trauen kann. Die sollen angeblich dabei geholfen haben, Stämme im Regenwald umzusiedeln, damit man an lecker Palmöl rankommt.
http://www.pro-regenwald.de/news/2011/06/23/WWF_am_Pranger

Das meinte ich mit "Man sollte sie in Ruhe lassen", denn egal wie tief sie im Dschungel hausen - irgendeine Ressource gibt es schon in ihrem Stammesgebiet, die irgend ein westlicher Konzern gerne hätte.
Ich bin jetzt zwar nicht unbedingt ein Tree Hugger, aber ich wäre auch pissed, wenn mich jemand aus unserer Wohnung schmeißt, weil ihm irgendwas darin gefällt.

Mathias hat gesagt…

Lol, immer diese Wildenromantik... ja, die müssen sich nicht den Kopf über die Probleme der westlichen Zivilisation zerbrechen, dafür haben sie eine Lebenserwartung von geschätzten 40 Jahren, müssen sich jeden Tag sorgen ob sie auch was zu essen jagen/ernten können und verrecken wahrscheinlich bei der ersten Lungenentzündung.

Also ganz ehrlich, ich lebe lieber in einem westlichen Land als irgendwo im Busch. Und zwar weil das Leben hier dann doch um einiges stressfreier ist (vorausgesetzt, man lässt sich nicht von der allwöchig jeweils neuen Panikmache verrückt machen) und ich die Zerstreung durch Kunst und Kultur jener von irgendwelchen Riten und Festen vorziehe (was anderes gibt's dort wohl nicht).

Aber ja, in Ruhe lassen sollte man sie auf jeden Fall. Wenn sie sich bisher noch nicht aus ihrem Gebiet gewagt haben und das weiterhin nicht vorhaben, ist es ihr gutes Recht, ungestört und unbeeinflusst von anderen Völkern zu bleiben.

Thumbsucker hat gesagt…

Ich könnt's mir auch nicht vorstsellen, auf unsere Annhemlichkeiten zu verzichten. Für ein paar Monate vielleicht, um unser Zeug wieder schätzen zu lernen und mein Gehirn durchzublasen. Auf Dauer aber bestimmt nicht, nicht mal , wenn sie ein Schattenkino haben dort im Busch.

Anonym hat gesagt…

Die Völker ganz in ruhe lassen ? hmm ja schon
aber
wenn der Weisse Mann zu besuch kommt und evtl. auch fast nackt ist und net den ganzen krempel unserer Kultur mitschleppt und denen zeigt was wir besseres haben sollte das ok sein.
halt einfach nur mal zu zeigen das es auch weisse menschen gibt und gut.
An Metalle und Spiegel usw. kommen diese Völker sowieso nicht ran wieso also ihre genialen hart erabeiteten Werkzeuge voller stolz niedermachen.

Krystian Galant hat gesagt…

First Contact - Begebenheiten sind kein Phänomen der Moderne. Seit es individuelle und mehr oder weniger autarke Völker gibt, sind sie sich gegenseitig immer wieder begegnet, ob friedlich oder nicht. Die alleinige Tatsache, dass es sich bei der Begegnung mit den Toulambi 1976 um einen Zusammenstoß von Völkern unterschiedlichster Entwicklungsstufen handelt, rechtfertigt nicht zwangsweise die Annahme, dass der vorliegende Fall gänzlich anders diskutiert werden müsste, als vormalige erste Begegnungen zwischen Völkern mit weniger deutlich unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Technologie. Die Frage, ob sich prähistorische Völker im Zuge etwaiger Begegnungen in signifikantem Maße gleichermaßen Gedanken darüber gemacht haben, ob es nicht besser sei das oppositionelle Volk unkontaktiert zu lassen mit dem sensibilisierten Hintergrundgedanken, man könnte es sonst verderben, muss offen bleiben, kann aber ebensogut bezweifelt werden. Diese Tatsache enthebt uns jedoch selbstverständlich nicht von der Verantwortung, die solch eine Entscheidung in Bezug auf heutige First Contacts mit sich bringt.

 
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