Erst schlagen, dann fragen


Bei manchen Geschichten kann man sich einfach nur an den Kopf greifen, diese hier ist eine davon, lasst euch die Show mal auf der Zunge zergehen:
Der geistig behinderte 17jährige Jesse Kersey fuhr in seiner US-Heimatstadt Dayton(Ohio) mit dem Fahrrad, als ein Polizist ihn anhielt und mit ihm sprechen wollte. Jesse kann weder komplexe Zusammenhänge geistig erfassen, noch kann er sich klar artikulieren - es klingt also ein wenig komisch, wenn er spricht.

Der Police Officer fühlte sich von Jesses unklarer Aussprache jedoch verarscht, begann, den geistig Behinderten anzuschreien und ließ ihn erst gar nicht mehr zu Wort kommen. Ein Nachbar, der Jesse kannte und die Sitaution aufklären wollte, wurde mit den Worten "Gehen sie zurück ins Haus oder sie werden verhaftet" abgewürgt, während Jesse ins Haus zu seiner Mutter lief, um sie um Hilfe zu bitten.

Nachdem Jesse nun also in den Augen des Polizisten "geflüchtet" war, machte dieser sich mit seinem Partner auf zum Haus von Jesses Mutter, um ihn festzunehmen - währenddessen funkte man in die Zentrale und bat um Unterstützung von "upward of 20 police officers", also von 20 Polizisten aufwärts(sic!). Als Jesses Mutter die Tür öffnete, wurde ihr Sohn gleich mal von beiden Cops mit ihren Tazern niedergestreckt, war aber noch nicht ganz außer Gefecht gesetzt - weswegen sich beide Polizisten auf den Behinderten stürzten, ihn zu Boden zwangen und ihn mit Pfefferspray und Schlagstock bearbeiteten(wtf??). Während man den 17jährigen mit Pfefferspray, Elektroschocks und Schlagstöcken "festnahm", versuchten die geschockte Mutter und Freunde der Familie den Polizisten immer wieder klarzumachen, dass Jesse geistig behindert sei und gar nicht wisse, was hier überhaupt vorgeht. Nützte alles nix, mittlerweile war auch die angeforderte Verstärkung eingetroffen und so standen mehr als 20 Polizisten auf dem Grundstück der Familie herum. Kein einziges mal hat einer der Polizisten versucht, mit Jesse oder seiner Familie zu kommunizieren oder zu erklären, weshalb man ihn eigentlich festnehmen wollte.

Mit vereinter Kraft von mehr als 20 Cops gelang es schließlich, Jesse in Handschellen zu legen, ihn abzuführen und ihn auf den Rücksitz eines Polizeiwagens zu verfrachten. Jesse wurde vor Gericht gestellt und in den Punkten "Wiederstand gegen die Staatsgewalt", "Angriff auf einen Polizeibeamten(sic²)" und des "sich der Festnahme Wiedersetzens" angeklagt. Vom Richter wurde Jesse für unzurechnungsfähig erklärt und sämtliche Anklagepunkte wurden fallengelassen.

Jesses Familie hat sich nun einen Anwalt genommen und geht juristisch gegen die Behörden vor.

Holy Cow...ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll ^^

Quelle: Courthousenews


8 Responses So Far:

BarneyArmy hat gesagt…

Da hat er ja noch Glück gehabt, die schiessen doch bei sowas recht schnell... Ich bin ja mal gespannt, ob und welche Strafe den Staatsdienern droht, so 2 Wochen suspendierung oder so, mehr wirds ned werden...

Thumbsucker hat gesagt…

Wenn überhaupt. Die drehen sich das schon irgendwie hin, die Polizeigewerkschaften in den US sind ja recht einflussreich.

Anonym hat gesagt…

hey...
imerhin hat er genuschelt, da is ne stungun ja n probates mittel um die zunge zu lösen....
und so der durchschnittliche teenager ist von weniger als 20 bullen mit schlagstock nich zu zähmen.... also ehrlich ma...

schade nur das 20 mutige us-bullen leider zusammen nicht über den iq eines weißbrots im glas hinauskommen....

.... and the hoooome of theeee braaaaaave.......

Thumbsucker hat gesagt…

Ich glaube ja, dass man den Cops da drüben irgendwas in die Doughnuts spritzt. Steroide, Potenzmittel für Zuchtbullen oder ein wenig Crocodile frisch importiert aus Russland.

Anonym hat gesagt…

Dieser Fall ist in der Tat extrem krank und ich bin mal gespannt wie die "Strafe" ausgehen wird!!

Ich lese diesen Blog von Herzem gern, aber trotzdem muss ich sagen, thumbsucker, mir geht dieses Polizisten-Bashing, das sich öfters in Beiträgen und Posts auf deinem Blog wiederfindet, schon langsam auf den Keks! Wollt ihr jetzt alle Polizisten über einen Kamm scheren oder was? Populistische Politik (zurecht!) kritisieren, aber dann selbst generalisierend denken?

Es stimmt, es gibt tatsächlich mehr als genug unfähige, inkompetente Vollkoffer in diesem Job, aber habt ihr schon mal auf die andere Seite geblickt? Habt ihr überhaupt eine Ahnung was für ein heftiger Job Polizist eigentlich sein kann und oft auch ist!? Drecks Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung in Relation zu den (oft auch noch gefährlichen) Idioten mit denen du dich in einer Nachtschicht in der Wiener Innenstadt rumschlagen musst, und ganz besonders: der Sündenbock von allen!

Und wenn du mal tatsächlich was machst, dann wirst du am Ende noch bestraft, so wie in diesem Fall: http://www.krone.at/Oesterreich/Polizist_ertappt_und_fasst_Dieb_in_seiner_Freizeit_-_verwarnt!-Amtsmissbrauch-Story-267036

Thumbsucker hat gesagt…

Hey, ja stimmt - es kommt natürlich so rüber, als würde ich alle (US)Polizisten über einen Kamm scheren, was natürlich hauptsächlich mal daran liegt, dass ich primär Fälle wie diesen hier aufgreife, in denen sich Polizisten danebenbenehmen, was wiederum daran liegt, dass Fälle, in denen Polizisten einen guten Job mit zwischenmenschlich einwandfreiem Benehmen selten bis nie publik werden.

Ich bin Polizisten gegenüber garantiert voreingenommen, weil ich das ein oder andere uniformierte Negativbeispiel kenne. Das Argument "Drecks Arbeiszeiten, schlechte Bezahlung" etc. lasse ich nur bedingt gelten, denn das ist kein Grund, zum Arschloch zu mutieren, oder seine Amtsmacht zu mißbrauchen, denn - ich weiß ja nicht, in welchem Job du tätig bist - wenn ein Kunde/Klient/whatever pampig wird und ungut ist, so hast du nicht das Recht, das am nächsten Kunden auszulassen. Und gerade in einem Tätigkeitsfeld wie der Polizei, wo schnell mal was schiefgehen kann und man eine gewaltige Verantwortung trägt, ist es umso wichtiger, schwarze Schafe auszumisten, anstatt sie zu decken(Beispiel Krems), dann bekommt der Durchschnittsbürger vielleicht auch wieder Respekt vor unseren Polizeibeamten.

Im übrigen pauschalisiert der Staat doch bei uns, den Bürgern auch. VDS, Sicherheitspolizeigesetz, Maßnahmenpaket gegen Terrorismus - wir sind in den Augen des Staates alle per se Verdächtige.

Anonym hat gesagt…

Bei der Randale in Spanien haste sogar Partei für die Polizisten ergriffen ;)
http://heulnicht.blogspot.com/2011/05/glaubt-der-presse-nichts.html

Thumbsucker hat gesagt…

Ja klar - wenn die Polizisten da in vorderster Front stehen, die Steine vom randalierenden Mob abfangen und von der Presse dann so dargestellt werden, als hätten sie einen Obdachlosen verprügelt, muss man das auch richtigstellen.

 
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