Freiwild Fahrradfahrer


Kaum wird das Wetter etwas besser und die Temperaturen etwas wärmer, kann man es schon in der Zeitung lesen: "Polizei kontrolliert wieder verstärkt Fahrradfahrer". Nachdem ich jede mögliche Strecke mit dem Bike zurücklege und auch in meiner Freizeit gerne in die Pedale trete, fühle ich mich vom Vorgehen der Ordnungshüter regelrecht gefrotzelt. Fährt man mit seinem Fahrrad auf einem Fußgängerweg und wird dabei erwischt, werden schon mal 30€-50€ fällig. Ist das Bike dann bei der Kontrolle auch noch "nicht vorschriftsmäßig ausgestattet", sprich man hat keine Rückstrahler, keine Glocke und keine Beleuchtung montiert, wird es gleich noch teurer.
Dieses Video aus NY kann man 1:1 auf unsere Straßen umlegen:





Kein Problem, wenn igend ein Arschloch sein Auto auf dem Fahrradweg abstellt. Kein Problem, wenn Fußgänger auf den Fahrradwegen unkoordiniert herumtaumeln, denn rammt sie ein herankommender Biker, ist ohnehin der dran und nicht der Fußgänger. Stört auch niemanden, wenn Hausfrauen mal ein wenig tratschen - mitten auf dem Fahrradweg oder ein Transporteur sein Ladegut mitten auf dem Fahrradweg abstellt.
Und dann gibt es da noch meine bevorzugte Gruppe von Verkehrsteilnehmern - junge Mütter.
Die Spezies der jungen Mütter hat grundsätzlich alle Rechte. Die muss nicht erst mal einen Blick in den Rückspiegel werfen, ehe sie die Fahrertür aufreißt, um auszusteigen. Die dürfen auch zu dritt nebeneinander auf dem 3m breiten Fahrradweg spazierengehen - mit ihren Kinderwägen und sich dann darüber beschweren, dass man vorschriftsmäßig mit seiner Glocke läutet und sie darüber informiert, dass sie verdammt noch mal nicht allein im Universum sind. Die dürfen auch schon mal einen Fahrradfahrer - nämlich MICH - von der Straße abdrängen, weil sie mit dem Handy am Ohr und dem Kind auf der Rückbank auf der Gegenfahrbahn unterwegs sind und dabei in den Rückspiegel glotzen, statt sich auf die beschissene Straße zu konzentrieren. Junge Mütter sind die Al Kaida unter den Verkehrsteilnehmern, denn "Ich habe ein Kind, friss Dreck und stirb."

So, hätten wir das auch geklärt.


16 Responses So Far:

hurkunde hat gesagt…

Ich habe mich echt totgelacht :D !!!

Thumbsucker hat gesagt…

Sollte man in der Polizeischule als Lehrvideo vorführen ;)

Anonym hat gesagt…

Also wenn man einmal mit dem Fahrrad in Bewegung ist, kann man nicht mehr absteigen und das Hindernis per Fuß und Fahrradlenker in den Händen ausweichen?

Lustig war es schon, aber pff was ein Problem.

Anonym hat gesagt…

Ja es ist wie so oft, wenn verschiedene Intressen aufeinander stoßen. Es wir über den anderen gemeckert und die fehler werden immer bei dem anderen gesucht und nicht bei sich selber.
Auch ich kann ein Liedchen von Geisterfahradfahrer singen, oder von Müttern die Stunden brauchen um zu begreifen, das sie den Weg blockieren.
Aber im endeffekt kann man nur sich selbst kontollieren.
Das Leben der anderen gehört hat auch denen.
Also muss man mit den fehlern derer leben die nicht so perfekt sind wie man selbst.

Thumbsucker hat gesagt…

@Anon1: Wenn man einen 50er abdrückt, weil man dazu gezwungen wird, vom Fahrradweg auszuweichen, dann ist das tatsächlich ein Problem.

@Anon2: Hier geht's nicht um Perfektionismus, sondern um das simple Befolgen von Verkehrsregeln(die gelten für alle und auch auf einem Fahrradweg) und um asoziales Verhalten, sowie Rücksichtnahme.
Ein Radweg ist weder ein Fußgängerweg, noch ein Parkplatz, noch eine Ladezone und schon gar kein Spielplatz, sondern ein "Rad"weg, sonst könnten sich Gemeinden und Städte das Geld für den Ausbau ebendieser ja gleich sparen und wir machen einfach alle, was wir wollen und wonach uns gerade ist.

Alex hat gesagt…

Kann ich nach 12 Jahren Fahrradfahren in der Fahrradstadt schlechthin (Münster)nur bestätigen.. als radfahrer musst du durchgehend auf cops aufpassen wenn du mal ohne licht unterwegs bist.. seit ich mit dem auto unterwegs bin kann ich rasen drängeln hupen wie ich will ärger hat man definitiv weniger als auf 2 rädern :D Zudem sollte man Leute die bereit sind die Umwelt zu schonen einfach mal belohnen anstatt dinge wie E10 einzuführen und damit Umweltverschmutzung vermeintlich zu ''reduzieren''

Thumbsucker hat gesagt…

Ja stimmt, beim Autofahren kann man tun und lassen was man will. WENN die Polizei mal Autofahrer kontrolliert und mit einer Laserpistole anvisiert, dann macht sie das bei uns am liebsten an einem kleinen Kreisverkehr in einer verkehrsberuhigten Zone, wo NIE jemand zu schnell fährt, nicht aber 200m weiter vorne, wo die Irren mit 80 durch eine 50er Zone rasen ^^

Aber wehe man fährt mit dem Fahrrad die 20m von der Hauseinfahrt bis zur Lücke zwischen den parkenden Autos auf dem Gehsteig, dann springt garantiert ein Uniformierter hinter einem Busch hervor, erklärt dir, dass du auf dem Gehsteig nicht fahren darfst, lässt sich die Funktionstüchtigkeit der Beleuchtung zeigen und überreicht dir einen Strafzettel.

andre hat gesagt…

Ich machs mir einfach, ich fahr einfach Nachts von 2 bis 4 Uhr Fahrrad, da stört einen echt keine Sau:D:D (ok nur wenn ich von Weinfesten wiederkomm, aber is doch so :P).

Was ich immernoch am geilsten fand, der ''nette'' Polizist hat sein Donutgesäß ja nichtmal aus seinem Fahrzeug bewegt weils regnet und der Radfahrer musst in dem Regen warten. Naja da ham wirs mal wieder...unser Freund und Helfer.

Thumbsucker hat gesagt…

Das hab ich auch in Österreich schon mal erlebt - allerdings hat der Cop mir damals kein Ticket ausgestellt, sondern mich von seinem gemütlichen Sitz durch's offene Fenster nur darüber aufgeklärt, dass ich an einem Stoppschild gefälligst GANZ zum Stillstand kommen muss(mit dem Bike). Während er mir das erklärt hat, sind 4-5 Autos an uns vorbeigefahren - ebenfalls, one GANZ zum Stillstand zu kommen ^^

Barbara hat gesagt…

hm, als motorisierte mama (ich steh heute wohl voll auf der abschußliste *loool*) hab ich da eine völlig andere ansicht als ihr.

besonders nachdem ich heute früh wieder mal zeugin einer wundersamen verwandlung wurde. ein radfahrer kann nämlich innerhalb von 60 sek

*) vom radfahrer zum autofahrer (= vom radweg runter auf die straße), dann
*) vom autofahrer zum fußgänger (= links abgebiegen und mitten am zebrastreifen wieder von der straße auf den gehsteig) und danach wieder
*) vom fußgänger zum radfahrer

werden. eine nicht ganz ungefährliche lebensweise, aber in wien durchaus gebräuchlich.

ich glaube auch nicht an die statistik das nur jeder 11 fahrradfahrer in wien bei rot über die ampel fährt. oder zumindest treffe ich die anderen 10 äußerst selten, was aus statistischer sicht irgendwie unmöglich sein sollte. besonders aber liebe ich jene fahrradfahrer, die die STVO scheinbar nicht mal vom hörensagen kennen (eine nachrangtafel ist eine nachrangtafel, ist eine nachrangtafel, ist eine nachrangtafel - auch für radfahrer; und jemand von rechts ist ein rechtskommender, ... - egal ob rad/auto/zweirad/...).

wobei ich aber sagen muß, verkehr in wien ist ohnehin eine herausforderung :). und was sich die verkehrsplaner bez. radwege hier gedacht haben, muß mit vielen drogen zu tun gehabt haben. anders kann ich mir eine kreuzung wie zB nußdorferstraße/franz josefs bahnhof nicht erklären.

Thumbsucker hat gesagt…

Ja natürlich gibt es auch haufenweise Idioten unter den Radfahrern, gar keine Frage - die nerven gewaltig und sind ein Sicherheitsrisiko. Überhaupt in Wien, wo ohnehin ganz eigene Gesetze gelten - auch für Autofahrer ;)

Ich habe am Montag Folgendes erlebt:
Ein Radweg in einem Naherholungsgebiet am Flußufer, 3m breit, in beide Richtungen befahrbar und stark frequentiert von Bikern, Skatern(für die Dinger bräuchte es imo einen eigenen Führerschein ;)), Läufern und Spaziergängern. Auf diesem Weg besagte 3 Jungmamis nebeneinander mit ihren Kinderwägen. Die sind nicht ausgewichen - Rollerskater mussten um sie rum durch die Wiese stapfen, Biker haben sie angeklingelt und die Jungmütter wurden auch noch pampig, statt Platz zu machen. Sowas ist einfach nicht notwendig.

Auf dem Heimweg dann durch die Stadt auf einem - großzügig bemessenen - 5m breiten Gehsteig, geteilt in 1,5m Fahrradweg und 3,5m Fußweg stehen zwei Jungmütter mit ihren Kinderwägen wo herum und tratschen? Richtig - nicht auf dem breiten Fußweg, sondern auf dem schmalen Fahrradweg. Gehen natürlich auch nicht zur Seite, ergo muss man auf die Straße ausweichen.

Ich werde aber genauso sauer, wenn auf der Straße 2 Fahrradfahrer nebeneinander fahren(was sie von Gesetzes wegen sogar dürfen, Stichwort "Training") und die sich hinter ihnen bildende Kolonne ignorieren. Vom Traktor auf Freilandstraßen ganz zu schweigen, denn die Zeiten, in denen ein Landwirt alle paar hundert Meter mal rechts ran fuhr, um die Autos überholen zu lassen, die sind längst vorbei^^

Anonym hat gesagt…

Mich regen die verdammten Hundehalter auf, die ihre Köter auf den Wegen nicht im griff haben und unkontrolliert wild auf dem Weg herumlatschen lassen. So einem Köter würde ich gern wie bei dem Video mit voller Geschwindigkeit nieder fahren.

Anonym hat gesagt…

Junge Mütter sind die Al Kaida unter den Verkehrsteilnehmern, denn "Ich habe ein Kind, friss Dreck und stirb."

:D der war nicht schlecht...:D:D

Thumbsucker hat gesagt…

Hundehalter habe ich ganz vergessen, stimmt ^^
Die Hunde können ja nichts dafür, dass ihr Besitzer nicht mit ihnen umgehen kann. Dem Zweibeiner an der Leine sollte man mit einem schön groben Stollenreifen einen Scheitel ziehen, denn ein Zusammenstoß mit einem Hund kann ganz schön ins Auge gehen.

darkchyld hat gesagt…

oh bleib mir weg mit jungen muettern. die nenn ich im selben atemzug wie nordic walker und hab schaum vorm mund.
aber sehr geil ist auch, wenn mister schwarzer bmw cabrio extra langsam faehrt um mir eine beleidigung an kopf zu werfen, weil ich es wage auf der strasse zu fahren mit meinem treuen ross. sorry, das ich mir keinen radweg ausse rippen schneiden kann.
umgekehrt bekomme ich mordgefuehle, wenn ich mit dem auto unterwegs bin und schoenwetter rennradfahrer vor mir habe. zu dritt oder viert nebeneinander. ein super ausgebauter radweg war bis jetzt immer vorhanden, wenn ich solche ochsen ueberholen musste. (weiss ich so genau, weil ich da auch fahre, nicht verschmutzt, schoen breit, 1a fahrbahn) aber da kann man ja nicht zu dritt oder viert NEBENEINANDER fahren *argh*

Thumbsucker hat gesagt…

Ja, die nebeneinander fahrenden Fahrradfahrer gehen mir auch auf die Nerven. Aber die *düfen* das vom Gesetzgeber aus(zumindest in Österreich). Wenn die ihre Fahrt als "Training" deklarieren, ist das kein Problem und man kann mit seinem Auto hinterher tuckern. Bzw. wenn man einen von ihnen über den Haufen fährt, steht man selbst vor dem Richter.

Nordic Walker stören mich nicht so sehr, wie Rollerskater, die ihre ersten Fahrstunden auf einem öffentlichen Weg machen und dabei wackelig von links nach rechts taumeln(oft auch noch ohne Schutzkleidung und Helm). Die sind *richtig* gefährlich, wenn mir so einer entgegenkommt, bremse ich meist schon automatisch auf Schrittgeschwindigkeit runter und habe beide Zeigefinger an den Bremshebeln, damit sie mich nicht vom Rad holen ;)

 
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