Den österreichischen Frauen doch zu früh gratuliert?


Jahaaa, da hatte das Thumbsuckersche Orakel wohl mal wieder recht. Gestern noch ließen die österreichischen Frauenbeauftragten die frohe Kunde unter das Volk bringen, dass man sich endlich einig sei und die Bundeshymne der Alpenrepublik nun endlich gegendert wird, um Frauen nicht zu benachteiligen(...).
Ich habe mich schon gestern gefragt, wie es hier wohl mit dem Urheberrecht aussieht.
Und was soll ich sagen...*Trommelwirbel*

Genau jenes Urheberrecht führt nun zu einiger Verstimmung, denn der Rechteinhaber, genauer gesagt der Thomas Sessler Verlag, findet die Idee des Abänderns einer Textpassage gar nicht so prickelnd.
Man sehe "keinen aktuellen Handlungsbedarf zur gendermäßigen Änderung der österreichischen Bundeshymne", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme am Donnerstag. Deshalb stelle man "urheberrechtliche Überlegungen" an. Vielleicht geht es aber auch nur um Aufmerksamkeit: Im Sinne des Urheberrechts erwartet sich der Verlag nämlich nun eine "koordinierte Vorgangsweise, sowie die Miteinbeziehung des Verlages in Gespräche bezüglich Änderungen und Modifikationen des Textes".

Verlagsleiter Ulrich N. Schulenburg ließ ausrichten, er teile die Argumentation von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, der am Mittwoch Bedenken bezüglich der Änderungen eines poetischen Textes einer Künstlerin angemeldet hatte.(krone.at)

Was habe ich gelacht...ist doch schön, wenn unsere Politiker urheberrechtsmäßig auch mal eine übergezogen bekommen.

Vielen Dank für dieses tolle Schauspiel ;-)


6 Responses So Far:

Stine hat gesagt…

Die Salzburger wollen auch die Hymne ändern: Von "Land uns'rer Väter" zu "Land uns'rer Eltern" oder "Land uns'rer Ahnen" Meine Güte, als ob wir nicht alle andere Sorgen hätten *augendrehüber*

Thumbsucker hat gesagt…

Ich bin generell dafür, dass wir jetzt ausnahmslos *alle* Musikstücke gendern. Die kompletten Charts - und wer sich nicht daran hält, landet auf dem Index und wird nicht mehr im Radio gespielt.

ki hat gesagt…

also laut wikipedia gabs die urheberrechtsdiskussion schon letztes jahr und wure abgewiesen, „die Autorin habe damals ihre Urheberrechte an den Staat abgetreten“ (sie hat ein preisgeld von 10.000 Schilling bekommen für die teilnahme am Hymnen-Preisausschreiben)
Auf gewisse weise stammt die Hymne also aus einem Casting :P

Thumbsucker hat gesagt…

Ach, mir ist es im Grunde egal - das sind halt unsere "First World Problems". Während in anderen, Ländern gar nicht so weit weg von uns, Menschen abgeschlachtet, ausgepeitscht, unterdrückt, diskriminiert werden, nichts zu Essen haben, kein Trinkwasser, keine Medikamente, zerbrechen wir uns über SOWAS den Kopf.

Kane hat gesagt…

Ja, von der Euro Pleite und dem Untergang unseres Wohlstandes mal ganz abgesehen ;-)

Thumbsucker hat gesagt…

Yup, ich bin gespannt, was uns in den nächsten Monaten ins Haus steht mit dem Euro. Manchmal wünsche ich mir schon den Schilling zurück. Imo ist die EU kläglich gescheitert.

 
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