Warnung vor dem bösen Hacker


Na bitte, bald haben wir den Salat.
Das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz rechnet in nächster Zeit mit Hackerangriffen auf zivilie Ziele wie Krankenhäuser, die Stromversorgung, Atomkraftwerke und den Luftverkehr. Nach den jüngsten Hackerangriffen auf die Server der NATO und der Bundespolizei sind sich "Sicherheitsexperten" einig, dass demnächst auch mal Angriffe auf die zivile Bevölkerung stattfinden könnten.
Wir werden alle sterben.
Nein, werden wir natürlich nicht. Vielmehr bin ich mir ziemlich sicher, dass man hier künstlich ein Bedrohungsszenario schafft, um das Internet zum Schutze aller "ein wenig sicherer" zu machen und sich mit entsprechenden Maßnahmen von behördlicher Seite gegen neue Attacken von Anonymous, LulzSec und wie sie alle heißen mögen, zu wappnen. Aber das war auch zu erwarten. Schließlich begehren unsere Poltiker schon seit geraumer Zeit nette Spielsachen wie den "Internet Aus" -Schalter auf dem Schreibtisch des jeweiligen Präsidenten und die Hackergruppierungen spielen den Politikern somit in die Hände, ohne bis dato wirklich Nenneswertes erreicht zu haben.

Versteht mich nicht falsch - ich bin nicht grundsätzlich gegen die Hacks von Anonymous&Co, aber die relevanten Informationen, welche man angeblich von diversen Servern abgegriffen haben möchte, hält man ja zurück und leakt stattdessen primär Informationen, die vollkommen irrelevant sind. Wofür soll das gut sein?
Wenn man wirklich die lobenswerten Ziele verfolgt, die man als Begründung für die Hacks der letzten Zeit angibt, dann sind diese Aktionen imo kontraproduktiv und tun unseren "Beschützern" somit nur einen Gefallen.

Ja, klar, ich finde es großartig, dass die österreichische GIS (Pendant zur deutschen GEZ) gehackt wurde, dieser Verein ist mir schon lange ein Dorn im Auge, aber was bringt es? Richtig. Nix.
Wenn das Hackerkollektiv doch wenigstns mal rechte Publikationen wie kreuz.net hacken würde, dann könnte man denen virtuell auf die Schulter klopfen und sagen "Hey, da habt ihr mal wirklich was Sinnvolles geleistet.".

Was nützt das größte Potential, wenn es den Fokus auf die falschen Dinge richtet.

Und so nebenbei: Guy Fawkes wollte mit seinem Anschlag der Kirche zur Macht verhelfen, nicht dem Volk.
Sind die Masken daher nicht ein wenig fehl am Platz?


8 Responses So Far:

Anonym 1 hat gesagt…

Wenn wegen den deutschen abgeschalteten AKWs mal durch Stromknappheit die Lichter ausgehen, hat man mit den Hackern sicherlich auch schnell einen Sündenbock gefunden und nicht die unfähige CDU/CSU/FDP Regierung und die noch unfähigere Oposition aus SPD/Grüne/Linke

Thumbsucker hat gesagt…

Yep, bietet sich ja auch förmlich an. Man macht aus den Hackern "gefährliche Extremisten", die eine große Bedrohung darstellen und kommt darüberhinaus noch mit ein paar tollen Innovationen an, um uns alle virtuell zu "beschützen".

Anonym hat gesagt…

Es ist wie immer, die Mehrheit muss darunter leiden, dass es ein paar Spinner übertreiben müssen.
Wenn es solche Hirnis nicht geben würde, bräuchten wir keine Verbotsschilder oder ähnliche Mechanismen, die uns alle belasten.

Thumbsucker hat gesagt…

Ja leider. Unsere "Beschützer" suchen ja förmlich nach Gründen, um ihre Interessen im Web durchzusetzen und diese Aktionen bieten ihnen genau das, was sie wollen.

Anonym hat gesagt…

Und so nebenbei: Guy Fawkes wollte mit seinem Anschlag der Kirche zur Macht verhelfen, nicht dem Volk.
Sind die Masken daher nicht ein wenig fehl am Platz?

^^Das hattest du schonmal erwähnt. Die Maske bezieht sich direkt auf den Film - und V wollte einfach nur Rache am totalitärem System ;)

Thumbsucker hat gesagt…

Schon klar, im historischen Kontext is es imo dennoch ein Paradoxon, da fände ich William Wallace als Galionsfigur besser - realer Aufstand mit realem Vorbild ;)

Congrats an Anon Austria so nebenbei, das Katz und Maus Spielchen mit der österreichischen GIS finde ich sehr gelungen ^^

Anonym hat gesagt…

Politik dient nicht dem Wohle des Volkes sondern dem des eigenen geldbeutels(Hauptsache in der Eurokrise mal eben die Diäten für die Bundestagsabgeordneten erhöhen, diese armen Schlucker) .
Die meisten Menschen (die wohlgemerkt gern wenig darüber nachdenken, was sie verklickert bekommen) glauben dem gepredigten "die hacker warens" zumeist. Was aber indirekt die frage aufwirft.......: Welcher Dödel schließt ein KERNKRAFTWERK ans Internet an wenn angeblich existierende Hacker sie mit Kleinigkeit manipulieren könnten.....lustige Welt.
Meine Überlegungen soweit, mit so einem Krampf bleibt man anscheinend an der Macht.
Grüße :)

Thumbsucker hat gesagt…

Natürlich bleibt man so an der Macht. Angst und Verunsicherung waren schon immer geeignete Werkzeuge, um dem Volk Restriktionen auf's Auge zu pressen und sie ihnen auch noch als innovativ und "im Sinne der Sicherheit Aller" zu verkaufen.

Mich wundert eigentlich gar nichts mehr. Ich bin zwar kein Verschwörungstheoretiker, aber ich traue denen durchaus zu, mal einen Stromausfall den Hackern in die Schuhe zu schieben - wenn man ihn nicht sogar selbst herbeiführt.

Schau dir mal an, was die mit Wikileaks machen - ist doch ein Paradebeispiel. Man stellt den Kopf(ob man Assange nun sympathisch findet oder nicht, sei dahingestellt) *monatelang* unter Hausarrest, dreht den Geldhahn zu(soll mir keiner erzählen, dass auf die Banken kein Druck ausgeübt wurde, um die Wikileaks-Konten/Überweisungen zu sperren) und schon ist der ungute Whistleblower weg vom Fenster.

 
Real Time Web Analytics