Warnung vor der Firma Primacall in Österreich - Fortsetzung


Die Anzahl der von Primacall unfreiwillig unter Vertrag genommenen österreichischen Konsumenten dürfte momentan rapide ansteigen. Die Zugriffe auf meinen ersten Artikel "Warnung vor der Firma Primacall in Österreich" werden täglich mehr, waren es vor einigen Wochen noch 5 Leser pro Tag, die via Google hier landeten, so sind es mitterlweile 30-50 Leser, die via Google mit relativ eindeutigen und für sich sprechenden Suchanfragen wie "Primacall Österreich Betrug" oder "Primacall Vertrag kündigen" oder "Primacall Österreich Abzocke" zu mir finden.

Gleich vorweg möchte ich euch hierzu mal auf einen Artikel des ORF sowie die Warnung der Arbeiterkammer aufmerksam machen, Primacall arbeitet demnach stetig daran, seinen schlechten Ruf zu fixieren und hat so mittlerweile auch die österreichischen Medien auf sich aufmerksam gemacht - gut so, man muss vor dieser Firma dringend warnen, über so viele Kanäle wie irgend möglich.
Hier der Artikel des ORF: klick
Hier die Warnung der Arbeiterkammer: klick
Hier noch mal die Warnung des Vereins zur Prävention gegen unerlaubte Werbeanrufe und Telefonbetrug, über den ihr auch den Vordruck einer Kündigung, sowie weitere Informationen beziehen könnt: klick
Hier mein erster Artikel über die Firma Primacall: klick
Ich werde diese Linkliste laufend ergänzen. Sobald sich weitere Informationen über Primacall im Web finden, werdet ihr sie an dieser Stelle finden.

So, was hat sich nun also in unserem speziellen Fall getan? Einiges - und so wie es momentan aussieht, dürften zumindest meine Großeltern den Vertrag mit der Firma Primacall losgeworden sein, wir sind da mal vorsichtig optimistisch.
Zeitgleich mit dem Verfassen meines ersten Artikels ging eine E-Mail von mir an die Firma Primacall, mit der Bitte um Auskunft über den Status des Vertragsverhältnisses zwischen Primacall und meinen Großeltern. Seitens Primacall wurde auf diese E-Mail nie geantwortet. Stattdessen bekamen meine Großeltern 2 Wochen später Post von Primacall(tolle Reaktionszeit, Primacall - muss irre schwierig gewesen sein, diesen Brief zu verfassen - denn der Postweg dauert nur 24 Stunden, was die Zustellung unserer schriftlichen Kündigung belegt).
In diesem Brief sprach man allerdings mich an und erbat eine schriftliche Vollmacht meiner Großeltern, ansonsten wäre ich nicht berechtigt, Informationen zu beziehen. 2 Tage später kam auch noch eine Rechnung über 6€, die wir nicht begleichen werden.
Nachdem wir uns einen erneuten Postweg sowie eine erneute Wartezeit von + - 2 Wochen ersparen wollten, habe ich dann mal bei der Firma Primacall für 20 Cent pro Minute angerufen. Noch bevor ich zu einem Mitarbeiter durchgestellt wurde, informierte man mich per Bandansage darüber, dass man sich vorbehält, Teile des Gesprächs aufzuzeichnen(was mich wunderte, denn meines Wissens braucht es dafür in Österreich die ausdrückliche Zustimmung des Gesprächsteilnehmers, nach der man von Primacall aber gar nicht erst gefragt wurde - beim erneuten Anruf gestern war diese Bandansage allerdings nicht mehr zu hören).
Gelandet bin ich schließlich in einem deutschen Callcenter bei einem relativ symphatischen Mitarbeiter. Diesen habe ich dann mal darüber informiert, dass mein Großvater (auf dessen Name der Vertrag von Primacall ausgestellt wurde) niemals einer Geschäftsvereinbarung mit Primacall zugestimmt hat. Kann er gar nicht, denn er ist seit 15-20 Jahren schwerhörig, versteht am Telefon kein Wort und hebt folglich auch schon lange nicht mehr ab, wenn es läutet. Den Vortrag über Freiminuten und eine Kooperation mit der Telekom Austria (seit neuestem kooperiert Primacall laut VPT auch mit A1, dumm nur, dass A1 nichts davon weiß und sich von Primacall distanziert - demnach ist diese Aussage nicht richtig) hielt man also meiner Großmutter, welche unwissentlich im Namen meines Großvaters(der auch Inhaber des Telefonanschlusses ist)einen Vertrag mit Primacall abschloss. Nachdem mein Großvater noch topfit und geschäftsfähig ist, schließt er seine Verträge allerdings selbst ab und hat meiner Großmutter keine Vollmacht erteilt, in seinem Namen Geschäfte oder Vertragsabschlüsse zu tätigen, demnach erachte ich persönlich diesen Vertrag mit Primacall als nicht rechtskräftig, ob dem tatsächlich so ist, werde ich in den nächsten 2 Tagen von einem Juristen erfahren.
All das habe ich dem Callcenter-Mitarbeiter der Firma Primacall erklärt, welcher mir dann sagte, ich solle eine Kündigung mit der Darstellung dieses Sachverhalts per Mail und per Einschreiben an Primacall senden, dann sei die Sache somit erledigt, der Vertrag gekündigt und es würden keine weiteren Ansprüche seitens Primacall gestellt.

Gesagt, getan - noch am selben Tag erfolgte die Kündigung per Mail, woraufhin Primacall natürlich nicht reagierte, wenige Tage später erfolgte die Kündigung mit dem gleichen Wortlaut auch noch mal schriftlich, per Einschreiben. Gestern dann ein aufgeregter Anruf meiner Großmutter. Primacall hat sich wieder gemeldet. Sie wollten meinen Großvater sprechen, woraufhin meine Großmutter dem Primacall-Mitarbeiter erklärte, dass er a) nicht zu Hause sei und b) aufgrund seiner Schwerhörigkeit nicht telefonieren könnte, woraufhin der Primacall-Mitarbeiter wort- und grußlos auflegte.
30 Minuten später ein erneuter Anruf von mir bei Primacall - stinksauer - woraufhin man mir wieder erklärte, man würde mir keine Auskunft erteilen, wenn keine Vollmacht meiner Großeltern vorliegt. Kein Problem - mal eben mit meiner Großmutter verbunden, Vollmacht mündlich erteilt. Zwar konnte oder wollte man mir nicht erklären, warum jemand von Primacall meinen Großvater sprechen wollte(vielleicht um zu überprüfen, ob er denn nun wirklich schwerhörig sei), aber immerhin hat man uns nun erklärt, dass der Vertrag nicht mehr aufrecht sei und von Primacall keine weitere Post mehr ins Haus flattern würde.

Anschließend noch ein Anruf beim alten Anbieter meiner Großeltern, Tele2(mit dem sie darüberhinaus sehr zufrieden waren), um herauszufinden, ob dieses Vertragsverhältnis noch aufrecht ist. Nach den Telefonaten mit Primacall war die freundliche und kompetente Dame im Callcenter von Tele2 mal eine richtige Wohltat (danke für ihre Hilfe, Tele2 - ich vermute mal, sie werden in nächster Zeit mehr Anrufe wie den meinen erhalten).
Natürlich war der Vertrag nicht mehr aufrecht, er wurde durch Primacall per 30.5.2011 gekündigt und musste somit neu abgeschlossen werden, was gleich per Telefon - auf seriöse Weise - passiert ist.
Hölle noch mal da merkt man wirklich den Unterschied zwischen seriösen Anbietern und Firmen wie Primacall. Solltet ihr also mit Primacall Probleme haben, dann unbedingt auch euren alten Anbieter kontaktieren und mit diesem den Stand der Dinge klären. Sonst ist euer Vertrag mit den vereinbarten Tarifen futsch und ihr wisst noch nicht mal darüber Bescheid.

Auch möchte ich hier anmerken, dass meine Großeltern seit dem Theater mit Primacall auffallend viele Werbeanrufe erhalten, die es in der Form vor Primacall nicht gegeben hat. Schlüsse daraus kann jeder für sich selbst ziehen(...).

Langer Rede kurzer Sinn: lasst euch nicht mit Primacall ein und wenn ihr schon unfreiwilliger Vertragspartner von Primacall seid, wendet euch entweder an den Verein VPT oder an die Arbeiterkammer.
Verein VPT: klick
Arbeiterkammer: klick

Lasst euch diese Verfahrensweise nicht gefallen. Erzählt es jedem, warnt eure Familien/Freunde/Bekannten, verschickt die Links zu den Warnungen per Mail. Natürlich ist es stressig, nervig und zeitaufwändig, sich mit dieser Firma auseinanderzusetzen. Aber wenn man aus dem Vertrag wieder rauskommt, lohnt sich der ganze Aufwand und ihr seid damit ja nicht ganz allein - Konsumenten haben Rechte und der Verein VPT sowie die Arbeiterkammer werden euch dabei unterstützen, diese Rechte auch geltend zu machen.

Sollte sich in unserem Fall noch etwas Neues ergeben, Post von Primacall ins Haus flattern oder wieder ein Anruf stattfinden, werde ich darüber selbstverständlich wieder hier berichten.

Viel Glück :-)

Und für Primacall: alle in diesem Artikel dargestellten Ereignisse und Sachverhalte entsprechen den Tatsachen und sind jederzeit belegbar, die Veröffentlichung stimmt mit dem österreichischen Gesetz überein. Aufforderungen zum Löschen werden demnach ignoriert und umgehend einem Rechtsanwalt übergeben.  Nachdem sie ja öfter mal hier vorbeischauen, könnten sie sich auch in den Kommentaren dazu äußern und die von ihnen "unter Vertrag genommenen" Konsumenten über ihr Geschäftsgebaren aufklären.

EDIT: Sehr interessant zu lesen ist auch das Interview des Blogs "Spreeblick" mit einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Primacall, welches ihr hier ungekürzt als pdf von WikiLeaks runterladen könnt: klick
Dadurch gewinnt ihr einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise von Primacall(und vermutlich auch von ähnlichen Firmen). Spreeblick hatte aufgrund dieses Interviews einige Schwierigkeiten mit Primacall, die Story "Wie Primacall 38 Blogposts löschen lassen möchte" gibt es hier. Auch nicht verpassen sollte man den Artikel "Wie Voxpark für Primacall arbeitet", das Gesamtbild dieser Firma verdichtet sich immer mehr.

Nachtrag - Darstellung der Firma Primacall: Beim in Österreich hauptsächlich abgeschlossenen Tarif handelt es sich um "prima Fone 100 AT", dieser Vertrag beinhaltet laut Primacall keine Mindestvertragslaufzeit, ist also jederzeit kündbar.
Weiters schreibt Primacall, dass ihre Mitarbeiter nicht angeben, mit der Telekom Austria zu kooperieren. Vielmehr wird beim Telefonat angeblich ausdrücklich klargestellt, dass es sich bei Primacall um ein von der Telekom Austria AG unabhängiges Unternehmen handelt, man würde die Mitarbeiter dahingehend regelmäßig schulen und streng überwachen - was mich wundert, denn dann müssten sämtliche Betroffene lügen, die den Gesprächsverlauf so darstellen, als hätte ein Primacall-Mitarbeiter sich als Partner der Telekom Austria(oder A1) ausgegeben und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass meine Großmutter Märchen erzählt.

Interessant wäre, was genau beim "Vertragsabschluss" von Primacall auf Tonband aufgezeichnet wird. Ich gehe mal davon aus, dass es sich hierbei nur um den Vertragsabschluss selbst handelt, nicht aber um das gesamte Gespräch, denn dann wäre ja relativ einfach zu beweisen, was genau der Primacall-Mitarbeiter den Leuten am Telefon erzählt. Ich vertraue da mal auf die österreichische Justiz, die wird das hoffentlich feststellen.


19 Responses So Far:

Karin hat gesagt…

Danke für deine Artikel! Das ist bei uns GANZ GENAU SO verlaufen, wie du das hier beschreibst. Wir haben von Primacall allerdings noch keine Antwort bekommen und werden nächste Woche einen Anwalt einschalten und eventuell Anzeige erstatten. Auch bei meiner Mutter gibt es seitdem laufend Werbeanrufe, Mama ist 91 und weiß sich selbst kaum zu helfen.
Kann man dich auch per Mail kontaktieren?

Thumbsucker hat gesagt…

Hallo Karin,
einfach ganz oben auf "About" und anschließend auf "Kontakt" klicken, dann siehst du meine E-Mail Adresse ;)

Ja ich bin schon gespannt, ob wir tatsächlich den Vertrag los sind - glaube ich erst, wenn tatsächlich Ruhe ist. Sollte von Primacall noch mal was kommen, ist der nächste Schritt ebenfalls eine Anzeige und wir werden uns mit dem Verein VPT betreffs einer Sammelklage kurzschließen. Ich werde in den nächsten Tagen sämtliche Links zum Thema Primacall an andere Blogger weiterleiten mit der Bitte, ebenfalls darauf aufmerksam zu machen. Weiters kontaktiere ich noch einen mir bekannten Journalisten von Österreichs größter Tageszeitung (die, über die ich hier immer herziehe ;)), vielleicht ist er daran interessiert, einen Artikel zu verfassen - sofern er sich noch an mich erinnern kann.

Gut ist schon mal, dass der ORF darüber berichtet hat und auch die AK online warnt.

Anonym hat gesagt…

na super! meine mutter ist auch drauf reingefallen!! obwohl ich sie schon so oft vor derartigen anrufen gewarnt habe....nunja....ich versuch es mal mit einer rücktrittserklärung und warte ab, was passiert!

Thumbsucker hat gesagt…

Ihr dürft auf keinen Fall vergessen, auch beim vorherigen Anbieter deiner Mutter anzurufen und zu fragen ob der Vertrag durch Primacall gekündigt wurde.
In unserem Fall ist das Thema mittlerweile durch und Primacall Geschichte.

Anonym hat gesagt…

danke für eure hinweise,wurde heute von primacall zum 2. mal kontktiert, habe ausdrücklich verlangt, die angelegenheit auf sich beruhrn zu lassen, und will keine tarifänderung von primacall durchführen lassen. ich hoffe, das war klar genug. der ton der mitarbeitern des callcenter wurde richtig agressiv, als ihr klar wurde, dass ich auf deren angebot nicht eingehen werde, danke für die warnung

Anonym hat gesagt…

Ich wurde gerade auch angerufen, ich habe erst mal "Primacol" verstanden. Der Mensch mit deutschem Akzent war sehr höflich, hat mir auch seine Wiener Telefonnumer (die nicht unterdrückt war) genannt, um ihn nach Rücksprache mit meinem Mann zu konatktieren. Er war weder zudringlich noch aggressiv, was uns eher zu einem Kontakt motiviert hätte. Umso erstaunter sind wir über Ihre Website.
Ingrid Klimesch

Anonym hat gesagt…

Leider werden Kommentare nur als "Anonym" angenommen...??

Thumbsucker hat gesagt…

Sehr geehrte Frau Klimesch, Sie müssen nicht erstaunt über meine Website sein, sondern vielmehr über die Praktiken von Primacall. Mein Artikel ist nur einer von vielen, eine Google Suche mit den Stichworten "Primacall Betrug" wird sie diesbezüglich aufklären und auch der Verein VPT wird sich die Vorwürfe nicht aus den Fingern saugen bzw. wird die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien schon ihren Grund haben.

Und nein, Kommentare funktionieren hier auch mit Google Konto,Live Journal, Wordpress, Type Pad, AIM, Open ID und Namenseingabe - ich habe es gerade probiert. Vermutlich scheitert es an den Browsereinstellungen bzw. ist die neue Version des FireFox-AddOns "Adblock Plus" fehlerhaft und behindert den reibungslosen Ablauf von LogIns.

bettina seiwald hat gesagt…

hei ich bin ein kanditat von pirmacall und kämpfe jetzt nun schon seit september gegen die firma über konsomentenschutz wirtschaftskammer und arbeiterkammer ich bin schon so weit einen Rechtsanwalt einzuschalten.Ich weiss mir keinen Ausweg mehr aus dieser Sache herauszukommen wisst ihr einen guten rat für mich.

Thumbsucker hat gesagt…

Hallo Bettina,

kommt darauf an, welchen Vertrag man dir untergejubelt hat. Anscheinend nicht den üblichen "prima Fone 100 AT", denn der hat keine vorgeschriebene Mindestvertragsdauer und kann jederzeit gekündigt werden(der war es in unserem Fall, weswegen wir da zum Glück auch wieder rauskamen).

Ich würde mich - falls du das noch nicht getan hast - mit dem Verein VPT in Verbindung setzen: http://verein-vpt.at/
Ich kenne zwar den aktuellen Stand nicht, aber falls durch den Verein VPT mittlerweile eine Sammelklage angestrebt wurde, kannst du dich da ja vielleicht anschließen - auf jeden Fall aber bekommst du dort die entsprechenden Formulare(Kündigung, Unterlassung etc.) in die du im Grunde nur noch deinen Namen einsetzen musst - danach per Einschreiben direkt an PrimaCall senden.

Unbedingt auch beachten solltest du den vorletzten Kommentar vom 11.Jänner 2012 bei meinem ersten Post über Primacall:
http://heulnicht.blogspot.com/2011/06/warnung-vor-der-firma-primacall-in.html
Darin wird erklärt, was du bezüglich deines alten Telefonanbieters beachten musst, denn PrimaCall hat diesen Vertrag ja in deinem Namen für dich ganz uneigennützig gekündigt.

Viel Glück auf jeden Fall von meiner Seite, ich hoffe, du kommst da noch mit einem blauen Auge davon...

Anonym hat gesagt…

Auch ich wurde von der Firma PrimaCall angesprochen, jedoch hat man sich als eigesntändiges Unternehmen vorgestellt. Der Vertrag ist schriftlich und beinhaltet eine jederzeit mögliche Kündigung. Was ich bemängeln muß ist, daß man mir einmalig 100 Freiminuten zugesichert hatte, diese aber auf der ersten Abrechnung nicht zu ersehen waren und ich auf meine Mails, in der ich um Stellungnahme gebeten habe, bis lang noch keine Antwort eingegangen ist.

Thumbsucker hat gesagt…

Wie Primacall momentan auf Kundenfang ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht hat man mittlerweile auf Druck des österreichischen Konsumentenschutz, des Verein VPT und der Netagivpresse mittlerweile das Vorgehen geändert, was ich aber anhand der Google-Suchanfragen(primär "Primacall Betrug"), mit denen Leser hier in meinem Blog landen, nicht annehmen kann.

Das eigentliche Problem ist ja, dass die bestehenden Verträge der angerufenen Personen durch PrimaCall gekündigt werden und es eine Menge Arbeit ist, die auch wiederherzustellen. Noch dazu behält sich Primacall das Recht vor, im Falle eines Ausfalls von z.B. AON "einzuspringen" und dafür auch Erlagscheine zu schicken. So bekamen meine Großeltern im Jänner 2012 einen Erlagschein von Primacall über eine Leistung, die "angeblich" ich September 2011 erbracht wurde - irgendein Dubioses Verbindungsentgelt, dass man nicht mehr nachvollziehen kann. Machte zwar nur 1,97€ aus, aber rechnet das mal hoch auf 15.000 Kunden, denen man Ähnliches serviert. Da kommt schon ein netter Happen zusammen(...).

Anonym hat gesagt…

"Interessant wäre, was genau beim "Vertragsabschluss" von Primacall auf Tonband aufgezeichnet wird. Ich gehe mal davon aus, dass es sich hierbei nur um den Vertragsabschluss selbst handelt, nicht aber um das gesamte Gespräch, denn dann wäre ja relativ einfach zu beweisen, was genau der Primacall-Mitarbeiter den Leuten am Telefon erzählt. Ich vertraue da mal auf die österreichische Justiz, die wird das hoffentlich feststellen. "

Kleiner Tipp. Die Firma Primacall zeichnet das gesamte Gespräch auf, von Anfang bis zum Ende, unabhängig davon an welcher Stelle der Mitarbeiter den Kunden darüber informiert das er jetzt gleich den Mitschnitt beginnt. Im Nachhinein wird dann das Gespräch auf den "perfekten Mitschnitt" für den Vertragsabschluss gekürzt. Im Mitschnitt selber muss der Fantasiename des Tarifs, die monatliche Grundgebühr sowie die Mindestvertragslaufzeit genannt werden. Im Mitnschnitt selber wird in östereich auch noch ein Mal darauf hingewiesen das der Mitarbeiter nicht von der Telekom Austriia AG, sondern von der Primacall AG anruft. Nach dem Telefonat erhält der "KD" eine Auftragsbestätigung. Ab erhalt der Auftragsbestätigung, die aus Deutschland und nicht aus Östereich Versand wird ;), hat der Kunde 7 Tage lang Zeit den Vertrag zu widerrufen. Allerdings laufen bei Primacall die Uhren ein Wenig anders. Nach der Qualitätskontrolle und dem Absenden der Auftragsbestätigung, fängt man bei Primacall an die Widerrusfrist ablaufen zulassen. Die meisten Kunden erhalten ihre Auftragsbestätigung also erst ca. 2-3 Tage vor Fristablauf(<hiermit ist der von Primacall gemeinte Fristablauf gemeint!!!).Das ist auch der Grund warum viele Kunden laut Primacall die Widerrufsfrist nicht eingehalten hätten und nicht aus den Verträgern heraus kommen.

Im Zweifel würde ich persönlich sofort einen Rechtsanwalt konsoltieren. In vielen Fällen ist dies wohl billiger der 24-monatige Vertrag.

Vorsicht auch bei Haustürvertretern der Gesellschaft!!!
Die Vertreter verschaffen sich gerne zutritt, in dem sie sich als Mitarbeier der Telekom Austria AG ausgeben.

z.B. XY wurde geschickt von der Telekom Austria AG, weil es neue Telefondosen gibt. Mitarbeiter XY überprüft dann die Dosen, stellt fest das sie auch kostenlos getauscht werden würden, lässt den "Kunden" ein Formular Unterschreiben in dem bereits alle Kontaktinformationen eingetragen sind und verschwindet. Auf dem Formular steht nun unten bereits im Kleingedruckten drauf, das die Widerrufsfrist mit dem Tag der Unterschrift beginnt.

Thumbsucker hat gesagt…

@Anonym: danke für die vielen Infos. Eigentlich bizarr, dass diese Praktiken legal sind. Im Falle meiner Großeltern kam die Auftragsbestätigung erst nach 10-14 Tagen. Nachdem meine Großmutter sich gar nicht dessen bewusst war, dass sie überhaupt einen Vertrag abgeschlossen hat, bis diese Auftragsbestätigung ins Haus flatterte, konnten wir die Widerrufsfrist also gar nicht nutzen.

Interessant fand ich auch, dass 7 Monate nach Vertragsende noch eine Rechnung von Primacall über (zwar geringe, aber dennoch) 2,50€ geschickt wurde - und zwar, weil Primacall als ehemaliger Vertragspartner mal einsprang, als es bei dem neuen(und alten) Telefonanbieter meiner Großeltern eine kurzfristige Störung gab, von der allerdings keiner etwas mitbekommen hat.

Dass gerade ältere Menschen mit Firmen wie PrimaCall vollkommen überfordert sind, kann man sich nur allzugut vorstellen.

Anonym hat gesagt…

Es ist so...nach dem deine Großeltern gekündigt hatten bei Primacall, hat man sie einfach in den Basistarif gestuft und Sie haben so lange über Primcall weitertelefoniert bis sie dem Standardnetzbetreiber oder einem anderen Anbieter um Schaltung der Telefonate bitten. Aus diesem Grund bekamen sie auch die "kleinen Rechnungen". Primcall wartet einfach bis sich der Betrag lohnt der zusammenkommt durch die Telefonate im Basistarif oder merkbar ist das der KD nicht mher über Primacall telefoniert, ehe die Rechnung an den Kunden verschickt wird.

Übrigens. Kunden in der Schweiz können sich den Mitschnitt vom Vertragsabschluss zuschicken lassen!!! Dazu ist Primcall verpflichtet!!! Wirkt der KD darin eingeschüchtert oder unter Druck gesetzt kommt er sofort aus dem Vertrag raus. Dazu reicht nach Anforderung des Mitschnitts auf CD ein Brief an das Qualitätsmanagement!!!

Die Widerrufsfrist beginnt immer erst nach Erhalt der Auftragsbestätigung und da Primacall die Auftragsbestätigung nicht als Einschreiben verschickt, können sie weder den Versand noch den Eingang beim Kunden rechtswirksam nachweisen ;)

Wer bei Primacall eine Allnet Flat hat oder eine Internet-Flat fürs Handy kommt noch einfacher aus dem Vertrag raus. Dazu muss einfach nur die Telefonie und die Internetnutzung übermäßig nutzen, in dem man sich zum Beispiel einfach den ganzen Tag lang auf einem anderem Handy selbst anruft (Dazu eignet sich ein altes Handy und eine Prepaidkarte oder das Smartfone mit dem Computer verbindet und dann einfach ein Paar Tagelang utorrent oder ähnliche Tools laufen lässt um das Datenvolumen ans maximum zubringen(hierbei ist es aber wichtig das man wirklich eine Flatrate hat!!!Findet man Anhand der Auftragsbestätigung heraus). Falls man keinen Tarif hat der diese Methode zulässt, ruft man einfach beim Kundenservice an und fragt nach einem Tarif der eine Telefonie Flatrate beinhaltet und lässt den aktuellen Tarif darauf updaten! Okay, jetzt sind die Kosten für vielleicht 1-2 Monate höher, allerdings gibt es Telefonieflatrate Tarife für unter 30,00€. Bei allen 8 Win Verträgen und dem Tarif Active 100 Spezial in Deutschland ist der Wechsel in die VIP Allnet Flat möglich. Kostenpunkt hiebei 24,95€. <<< Und der ganz große Vorteil>>> Dieser Tarif ist monatlich kündbar!!! Und so einfach kommt man aus den Mobilfunkverträgen von Primacall und Prima Mobile!!!

Anonym hat gesagt…

Mir fällt gerade noch ein, dass die meisten dieser Praktiken überhaupt nicht legal sind. Die meisten Kunden lassen sich einfach einschüchtern u.a. durch Briefe der Kanzlei. Die Kanzlei (Fuchs Inkasso) sitzt übrigens im gleichen Gebäude wie "Primacall" und "Primamobile" in Deutschland. Zwar ist der eingetragene Hauptsitz der primacall GmbH am Potsdamer Platz 5, faktisch gesehen spielt sich jedoch fast alles in der Ullsteinstr. ab.

Den Vertrieb für Primacall, von wo aus auch die anrufe kommen ist übrigens die Voxpark GmbH die ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehört. Wenn sich also jemand persönlich bei seinem "Kundenbetreuer" für die Umstellung in einen überteuerten bzw. überdimensionierten Tarif bedanken will, so wird er ihn auch unter der Anschrift der Voxpark GmbH finden. Das die beiden Unternehmen zusammen gehören, sieht man auch Anhand der Geschäftführung, welche bei beiden Unternehmen identisch ist.


primacall GmbH
Potsdamer Platz 5
10785 Berlin

Postfach 110331
10833 Berlin

Amtsgericht Berlin HRB 88082 B
Sitz der Gesellschaft: Berlin
Steuernummer: 29-461-04364
Geschäftsführung: Marijana Fenster / Frank Weis

________________________________________________________________
VOXPARK GMBH
ULLSTEINSTR. 122
12109 BERLIN

Geschäftsführer:
Marijana Fenster, Zoran Jolic

Sitz der Gesellschaft: Berlin
Berlin Amtsgericht Berlin (Charlottenburg) HRB 10447
St.-Nr.: 37/102/21105
U.-St-ID: DE252284204

Auf http://www.primaholding.de/tochterunternehmen/fuchsinkasso/ findet ihr auch noch mehr Unternehmen die mit zur Gruppe gehören ;)

Anonym hat gesagt…

Hilfe hab es endlich geschafft zu kündigen für die Großeltern. Hatte ein Kündigungsschreiben bekommen. Letzter Monat Oktober 2014

Jetzt kommt nach der letzten Rechnung die immer Ende Monat kam. Erneut eine Rechnung.

Was muss ich jetzt tun. Das geht so seit 2011. Langsam verlier ich meine Nerven.

Thumbsucker hat gesagt…

Hi, das war bei uns auch so. Ich habe in den sauren Apfel gebissen, die kostenpflichtige Serviceline noch mal angerufen, gefragt was das soll und der Dame (freundlich, plärren und schimpfen bringt nix)erklärt, dass ich mich an die Arbeiterkammer/den Konsumentenschutz wende, danach war bei uns Schluss mit Rechnungen.

Anonym hat gesagt…

Hallo. Auch bei uns in der Schweiz gebärdet sich die Primacall so. Nach drei Jahren Ruhe (habe nie irgend etwas bezahlt), beginnen sie wieder mit Androhungen rechtlicher Schritte.

 
Real Time Web Analytics