Große Klasse, Anonymous


Hey, Anonymous Austria, darf man euch eigentlich kritisieren, ohne Angst haben zu müssen, von euch gehackt zu werden? Drauf geschissen. Wenn ihr hier ab morgen keine Posts mehr zu Gesicht bekommt, sondern nur noch ein Pony, dann hat Anonymous mich enteignet. Aber hey! Es muss doch erlaubt sein, auch mal kritische Fragen zu stellen. Beweihräucherung gab es ohnehin schon genug - aber man muss die Sinnhaftigkeit dieser  Hacks auch mal hinterfragen.




Ich habe die Bewegung von Anonymous lange unterstützt. Man konnte zwar die Sinnhaftigkeit der Hacks und Leaks anzweifeln, aber mit einem Augenzwinkern machten sie noch Sinn - euch mit Wikileaks zu messen, wäre ohnehin schon immer vermessen gewesen. Aber Holy Fuck! Was glaubt ihr denn, mit dem Leaken von 25.000 Polizeidaten zu bezwecken?
Nicht, dass es dabei um wesentliche Dinge wie Amtsmissbrauch ginge. Nein. Ihr habt einfach nur die Namen und Anschriften von Polizisten online gestellt und ich mache euch persönlich dafür verantwortlich, dass die Österreicher künftig noch mehr durchgevögelt werden, denn unsere Innenministerin, Frau Mikl-Leitner, wird diese Causa hernehmen, um damit weitere Verschärfungen von Überwachungmaßnahmen zu begründen.

Um welchen Preis? Darum, dass ich nun auf pastehtml.com nachschauen kann, ob mein Nachbar auch wirklich Polizist ist? Danke, das wusste ich auch schon vorher, dafür brauche ich Anonymous nicht. Ist auch nur ein_einziger_verwertbarer Datensatz dabei? Etwas, das mir als Bürger sagt, dass unsere Politiker korrupt sind? Oder noch besser - etwas, das mir als Bürger BEWEIST, dass unsere Politiker korrupt sind? Nicht wirklich. Seit Jahren quälen wir uns mit unserem ehemaligen Finanzminister - bisher blieb es hierbei allerdings bei Bewegungen wie "Grassermovies". Nun pinkelt ihr ausgerechnet denen ins Gesicht, die am allerwenigsten dafür können. Ich bin kein Freund der Polizei, aber ich bin ein Freund von Gerechtigkeit. Noch haben wir in Österreich keine amerikanischen Verhältnisse und ich glaube, dass 90%-95% unserer Polizisten ihren Job im Rahmen der Dienstvorschriften ausüben. Das wird sich künftig ändern und das ist eure Schuld. Denn ihr pinkelt ihnen ins Gesicht.
Nicht etwa Frau Mikl-Leitner, Frau Fekter, Herrn Grasser oder Herrn Faymann, oder einem sonstigen Gesicht der österreichischen Politik. Ihr nehmt euch auch nicht den rechten Herrn Strache als Ziel vor(euer Hack der FPÖ-Website war zwar lustig, hat aber unterm Strich nix bewirkt) - nein.

Euer "Fame" in allen Ehren, aber ihr reitet uns mit diesen Praktiken nur noch weiter in die Scheiße. Eure Philosophie habt ihr verraten und kritische Fragen werden nicht beantwortet. Ist zwar nett von euch, dass ihr euch hin und wieder in der neuen Futurezone blicken lasst und gelegentlich mal einen Kommentar dort abgebt. Aber eine sinnvolle Erklärung zu Leaks wie diesem habt ihr bisher noch nicht abgegeben.

Wenn es euer Ziel ist, Österreich vor der VDS zu schützen, dann ging das gründlich in die Hose.
Wo wart ihr, als die SPG-Novelle abgenickt wurde? DAMALS hättet ihr was bewirken können. DAMALS hättet ihr das Volk erreichen sollen. Wo wart ihr, als Idioten wie ich noch dachten, man könnte in die Gehirne der Bürger vordringen, indem man Artikel schreibt? Wo wart ihr, als es darum ging, die Artikel der alten Futurezone zu verbreiten, als es darum ging, das Volk aufzuklären?
Heute bringt ihr das Volk nur gegen euch auf. Eure Motivation ist anscheinend der "Fame". Euer Können zu beweisen. "Ich kann deine Website übernehmen". "Ich kann Daten veröffentlichen".
Sinn dahinter? Wurscht. Hauptsache Kudos.

Nicht von mir.



39 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

nunja, der staat ist selbst eine riesige datenkrake und wird immer größer. kaum wo werden dort die daten so gespeichert, wie es a) state of the art oder b) sicher wäre. Und genau das gleiche gilt für die VDS, ELGA oder sonstiges. den bogen sollte man schon spannen können.

Thumbsucker hat gesagt…

Den Bogen zu "Auge um Auge, Zahn um Zahn"?
Du musst dich fragen, was diese Hacks und Leaks im Sinne einer politischen Bewegung bringen - NICHTS. Weder offenbaren sie die Machenschaften unserer Politiker, noch setzen sie unsere Innenminister unter Druck - im Gegenteil, sie spielen ihnen in die Hände.

Die Daten eines Dorfpolizisten aus *ScheissDochDieWandAn" zu veröffentlichen, der noch nicht mal selber weiß, worum es hier genau geht und der seit Jahren selbst von unseren Politikern verarscht wird, ist nicht zielführend. "Du - Bulle, du - Werkzeug des Systems" ist ein gefährlicher Pauschalgedanke.

Anonym hat gesagt…

Da muß ich Dir schon recht geben. Nur weil Menschen bei der Polizei arbeiten muß man ja nicht gleich deren Adressen im Netz veröffentlichen.
Allerdings glaube ich, daß die klarmachen wollen, daß Daten nunmal nicht sicher sind. Ob beim Staat, bei Firmen oder bei Privaten. Und das sammeln von noch mehr Daten macht es auch nicht sicherer. Im Gegenteil, der Honigtopf wird immer größer und leckerer.
Was das jetzt aber mit einem Verzeichnis der Polizei über Polizisten zu tun hat ist mir eher rätselhaft. Hätten sie wenigstens nur ein paar Prügelpolizisten herausgesucht. So werden sie kaum Sympathien erhaschen. Naja, vielleicht sind auch Die nicht perfekt und müssen noch ne Menge dazulernen.

Anonym 1 hat gesagt…

Anonymus ist ein schwuler linker Saftladen. Beweisen schon die Hacks auf die NPD, Blood n Honor und gegebenenfalls die jüngsten Angriffe auf PI.

Die von LulzSec waren witzig, aber Anonymus ist Gay.

Thumbsucker hat gesagt…

Klarzumachen, dass Daten nicht sicher sind, ist eine Sache.
Aber Anonymous Austria hat auch schon die GIS(österreichische GEZ) gehackt und die Daten von stinknormalen 0815 Bürgern online gestellt. Da wurde imo schon eine Grenze überschritten, die im absoluten Widerspruch zum erklärten Ziel steht.

Dass die Bürger pissed sind, wenn ihr Name plötzlich auf PasteBin die Runde macht, muss mir als halbwegs logisch denkendem Menschen klar sein. Und genau darum frage ich mich, ob hier wirklich die politische Motivation im Vordergrund steht, oder am Ende doch nur kindischer "Ruhm".

Susi im Wunderland hat gesagt…

ich ken mich mit dieser bewegung nicht wirklich aus...aber ich dachte eig, dass es mal mit "gegen scientology" angefangen hat ?!....man sollte echt nicht zu fanatisch werden....aber man muss auch echt sagen, dass manche sachen eigentlich sinnlos sind oder sogar gegen den eigentlichen zweck arbeiten....so bin ich zum beispiel pro punk bewegung....aber diese ausschreitungen von autonomen in berlin finde ich recht hirnlos....einfach alles anzuzünden....es ist ja nicht so dass sie sich informieren wem die autos gehören....ich hab auch schon familienautos gesehen die gebrannt haben....oder dass man die polizei total verteufelt....klar find ichs scheiße wenn die polizei die naziparaden absichert, aber so ist demokratie nunmal...und man kann lieber an der aufklärung der jugendlichen arbeiten.....ne punkerin aus italien hat sich auch mal gewundert warum die deutschen punks sich so über die polizei aufregen...in italien (und russland) sind die polizisten nähmlich wirklich korrupt und wirkliche schweine...

Anonym 1 hat gesagt…

[quote].klar find ichs scheiße wenn die polizei die naziparaden absichert, aber so ist demokratie nunmal...und man kann lieber an der aufklärung der jugendlichen arbeiten.....[/quote]

Ich würde es begrüßen, wenn die Polizei die linken gewaltätigen Gegendemonstranten einfach erschießen würden. Dann wäre nach 2-3 Demonstrationen gegen Rechte, gegen Atomkraft etc. endlich ruhe. Weiß nicht was ich mehr verachte... Neger, Panker oder Schwuchtel.

Anonym hat gesagt…

Nanu?
"Mittlerweile versucht die rechtspopulistische FPÖ, von dem Datenleck zu profitieren. In einer Pressemitteilung schließt sich die Partei der Argumentation der Hacktivisten an, dass die Daten offensichtlich schlecht abgesichert gewesen seien und dies für die Vorratsdaten nichts Gutes erwarten lasse. "Durch diese Verletzung der Privatsphäre sind unsere Polizisten zum Freiwild für mögliche Racheakte durch Verbrecher geworden. Ministerin Mikl-Leitner trägt die politische Verantwortung für diese unfassbare Lücke im IT-System ihres Ministeriums und wird immer mehr zum Sicherheitsrisiko für unser Land", kritisiert FPÖ-Spreche Königsberger. Im Sinne von Anon Austria dürfte diese Instrumentalisierung ihrer Aktion nicht sein - mit früheren Aktionen wandten sich die Hacktivisten auch gegen die FPÖ."
Ist aber aussm Gulli...http://www.gulli.com/news/17200-hacktivismus-wer-sind-die-besten-freunde-von-anon-austria-3-update-2011-09-26

Thumbsucker hat gesagt…

@Sisi: ist das gleiche mit den Aufständen in London. Die gaben vor, Mittelklasse zu sein und gegen die "Oberen" kämpfen. Zerstört, abgefackelt und geplündert haben sie aber die Häuser, Autos und Läden der stinknormalen Bürger, der "Unterklasse" und der "Mittelklasse"(schade eigentlich, dass man die Gesellschaft in verschiedene "Klassen" unterteilen muss).

Sie haben also genau die geschädigt, für die sie sich angeblich einsetzen wollten. Schon klar - auch bei Demonstranten darf man nicht alle über einen Kamm scheren, wenn Schwarzblöckler dabei sind, kann man ohnehin nur noch ein Stoßgebet stammeln. Aber in London gab es ja eine richtige Gruppendynamik, die Grenzen zwischen "Gut" und "Böse" sind verschwommen. Und genau das gleiche passiert mit Anonymous, habe ich den Eindruck.

@Anon1: danke für deine - wie üblich - nüchterne Analyse Das Image des Blood&Honour Forums habe ich noch immer auf einer Festplatte liegen. Dass ich diesen Hack gut fand, muss ich dir wohl nicht erklären. Von mir aus könnten sie auch kreuz.net hacken und ein paar andere rechte Sites dazu, aber da halten die Anonymouser sich komischerweise zurück.
Wenn ich das Potential hätte, diese beschissenen Sites zu defacen, würde ich mich darauf stürzen, anstatt die Daten von Bürgern und Polizisten zu veröffentlichen. Wenn denen jemand das Notebook klaut, sind die Cops vermutlich wieder gut genug.

Anonym 1 hat gesagt…

[quote]nüchterne Analyse Das Image des Blood&Honour Forums habe ich noch immer auf einer Festplatte liegen.[/quote]

Einem Kumpel haben die Linken den Strick gedreht und in der Nachbarschaft Flügblätter verteilt, bei Geschäftspartner angerufen etc.

Alles fehlgeleitete die vom rechten Weg, abgekommen sind. Die linken sollten lieber Asylbetrüger nachstellen.

Thumbsucker hat gesagt…

@Anon: danke für das Gulli-Zitat - finde ich pervers ^^
Gerade die FPÖ, die selbst 2x gehackt wurde und es beide Male abstritt(und bisher zutiefest verurteilte), macht sich jetzt groß wichtig. Und anstatt es - wie es sich für eine (potentiell)zukünftige Regierungspartei gehört - zu verurteilen, findet man es auch noch gut.
Diese Partei kann man nicht ernstnehmen.

Wollen wir mal ein wenig weiterdenken, auf welche Zielgruppe die FPÖ mit diesem Statement abzielt und was sie damit bezweckt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ^^

@Susi: ich meinte natürlich "Susi", nicht "Sisi" - sorry ;)

Thumbsucker hat gesagt…

"Die linken sollten lieber Asylbetrüger nachstellen. "

Volle Zustimmung! Das betrifft aber JEDEN, der unsere Systeme ausnutzt und ist kein Privileg von Asylantragstellern. Ich könnte dir jetzt ein paar Beispiele österreichischer Staatsbürger nennen, die noch nie auch nur einen Cent einbezahlt haben und dennoch seit ihrem Schulabgang aus dem Vollen schöpfen.
Aber das ist ein anderes Thema und gehört hier nicht her.

Anonym hat gesagt…

Wenn FPÖ und ÖVP sich steiten, kann doch nur Gewinner geben

Thumbsucker hat gesagt…

Verlierer ist so oder so der Bürger ;)

Anonym hat gesagt…

Wie viele Polizisten hat Österreich eigentlich?

Thumbsucker hat gesagt…

Laut Wikipedia 23.000 allein bei der Bundespolizei:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespolizei_%28%C3%96sterreich%29

Thumbsucker hat gesagt…

p.s. zur Erklärung, warum man im Leak auf 25.000 Namen kommt:
laut verschiedenen Quellen sind in der von Anonymous veröffentlichten Liste auch Beamte aufgeführt, die längst in Pension sind.

Anonym hat gesagt…

Dat dürfte wohl trotzdem noch ne Menge Kollateralschaden bedeuten.
Sind die Anon´s aus anderen Ländern genauso?

Anonym hat gesagt…

Ah ja, sorry "völlständiger Schaden"

Thumbsucker hat gesagt…

Soweit ich bisher mitbekommen habe, beschränken sich die Anons aus anderen Ländern primär auf Schriftverkehr zwischen Behörden und/oder Polizeidienststellen. LulzSec - ne Anon-Splittergruppe(oder auch nicht) - schließe ich da jetzt mal nicht mit ein, denn die sind wieder ein eigenes Kapitel, die haben ja im Zuge des Sony-Hacks auch eine Menge Daten ins Web geblasen.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/LulzSec

Man hat da ja eh schon keinen Überblick mehr ;)

Anonym hat gesagt…

Die haben also no vollständige Datei aller Bundespolizeibeamten abgreifen können??!? Inklusive Rentner?

Thumbsucker hat gesagt…

Die Liste wurde ihnen anscheinend von einem "der Polizei nahestehenden Verein" zugespielt.
http://futurezone.at/netzpolitik/5131-anonymous-polizeidatenklau-leck-bei-verein.php

Anonym hat gesagt…

Was ist denn bei Euch ein "Polizeinaher Verein"? Vor allem wenn die an solche Informationen gelangen können.
Und ist das jetzt eine komplette Vergütungsliste der Beamten? Oder warum sind sonst selbst Pensonierte dabei? Ich blick das nicht...

Thumbsucker hat gesagt…

Polizeinahe Vereine wären zum Beispiel diese hier für Deutschland:
http://www.polizei.hessen.de/leon/nav/be4/be470ee1-825a-f6f8-6373-a91bbcb63046.htm

So viele Vereine wird es in Österreich nicht geben, die Zugriff auf eine derart ausführliche Personalliste haben. Vielleicht kam es aus der Polizeigewerkschaft - wäre durchaus vorstellbar. Wird also nicht lange dauern, bis man weiß, woher das kam. Man darf gespannt sein...

Anonym hat gesagt…

Es war bestimmt ein Polizei-Chor. Die haben potentielle Mitglieder gesucht. :-)
Ich frag mich aber, warum es so eine Liste gibt? Wenn nicht vielleicht ganz oben. Und Da sollte man dann doch eigentlich nicht so einfach rankommen können...

Thumbsucker hat gesagt…

Ja, eben. Darum wird man auch relativ bald wissen, woher diese Datei kam. Außer dem Bundesinnenministerium kann die nicht vielen zur Verfügung stehen. Eine Polizeigewerkschaft wäre da durchaus denkbar, denn da hat man ja quasi Zwangsmitgliedschaft.

Anonym hat gesagt…

Und eine Untersuchung in diesen Reihen wird vermutlich keine guten Folgen haben. Na, vielleicht kommt ja doch noch zufällig was Nützliches heraus. Ich hab durch Berlin ein wenig Hoffnung geschürft.

Thumbsucker hat gesagt…

In Österreich schnalzen sich derzeit die beiden Regierungsparteien SPÖ/ÖVP gegenseitig Korruptionsvorwürfe um die Ohren und die FPÖ scharrt mit den Hufen in den Startlöchern - wenn also eine Partei glaubt, von diesem Datenleck profitieren zu können, werden sie daraus ein gewaltiges Kabarett inszenieren.

Ein Szenario wie in Berlin wäre wünschenswert, bis dahin ist es in Österreich aber noch ein langer Weg...

Das Datenleck wurde übrigens mittlerweile geortet. Verantwortlich ist die "International Police Association":
http://futurezone.at/netzpolitik/5131-anonymous-exekutivdatenklau-leck-bei-verein.php

Wenn man sich deren Website anschaut, weiß man sofort, was Sache ist^^
http://www.ipa.at/php-local/cms/zeig.php?titel=ipaindex

Anonym hat gesagt…

"International Police Association"? Das ist "nur" polizeinah?!?
Hammer... Aber wenn ich dann lese: "wenn Traum und Wirklichkeit verschmelzen", dann frag ich mich schon, was rauchen Die?
Hoffen wir mal, daß dieser Vorfall zukünftig hilft, die eigenen Leute zu schützen. Aber nicht zu heftig bitte.

Ich muß doch leider (für mich) feststellen, daß dieser Vorfall eine kritische Datenschutz Diskussion aufwerfen sollte. Und das diese Frage ja nun auch gestellt wurde.
Soweit ich es mitbekommen habe, soll die VDS am 1.April nächsten Jahres in Kraft treten. Da tickt also ne Uhr. Ergreifen die Anon´s nun jeden Strohhalm, oder versuchen sie einfach nur größtmöglichen Schaden anzurichten? Keine Ahnung...
Als Fakt kann ich nur komprimieren, daß dieser Staat nicht in der Lage ist, persönliche Daten zu schützen. Das sollte schon diskutiert werden, bevor man eine "Ich-weiß-Alles-Datenbank" aufbauen will.
Bitte versteh mich nicht böse, aber ich muß nun leider eine gemeine Frage stellen: "Warum regt man sich über die Veröffentlicher persönlicher Daten auf und nicht über Die, die sie gesammelt und nicht geschützt haben?" Liegt nicht hier der Hase Pfeffer?
Ich wünsche sicherlich keinen Beamten und seiner Familie diese Situation. Ich mag mir das gar nicht ausmahlen(bin sehr friedliebend). Aber wie laut muß man in Österreich rufen damit es gehört wird?
Ich kann Deine/Eure Situation sicherlich nicht beurteilen aber bitte überdenke noch mal was zuerst da war, das Huhn oder das Ei?
Es erinnert mich auch ein wenig an Wikileaks. Die haben halt Daten über Greultaten veröffentlicht, und auch persönliche Daten. Jetzt meckert man wegen Gefährdung der Personen, wenig aber wegen der Greultaten.
Ja, ist nicht wirklich vergleichbar, seh ich ein.

Bitte, kein Angriff, nur eine Diskussion, die ohne Dich auch nicht erreicht hätte.

Thumbsucker hat gesagt…

Ja natürlich, damit hast du Recht.
Die Frage ist aber auch: kann man auf die Mißstände nicht auch aufmerksam machen, indem man als "Beweis" geschwärzte Unterlagen veröffentlicht? Was man hier getan hat, ist, die Namen und Adressen von 25.000 Familien ins Web zu blasen, quasi als Bauernopfer, was imo nicht minder verwerflich ist, als diese Daten nicht besser zu schützen. Das erweckt ein klein wenig den Eindruck eines digitalen Schwanzlängen-Messens, ausgetragen auf den Köpfen von Leuten, die damit nicht das geringste zu tun haben.

Eine Debatte über Datenschutz gehört auf jeden Fall her - nicht erst heute, schon gar nicht morgen - die hätte schon vor Jahren hergehört. Zusätzlich noch eine Debatte über die (In)Kompetenz des betreffenden Personals. Diese Diskussion gehört öffentlich geführt und es gehört Aufklärungsarbeit geleistet, denn schließlich geht es ja ab 2012 um die Daten der Bürger (ging es davor auch schon, aber nicht in dem Ausmaß). Man bewirbt in Österreich die Bürgerkarte und ich frage mich, wie gut diese Daten vor Mißbrauch geschützt sind: http://www.buergerkarte.at/

Was WikiLeaks anbelangt, so regt mich mehr auf, dass man die Namen der Informanten veröffentlicht hat. Somit ist WikiLeaks imo unglaubwürdig geworden und hat sich selbst ins Knie geschossen. Wenn ein Whistleblower seine Quellen preisgibt, ist das sein Todesstoß, denn niemand wird jetzt noch Assange und seinen Leuten vertrauen.

Keine Sorge, ich fühle mich nicht angegriffen. Man muss darüber diskutieren und verschiedenen Standpunkte sind dazu auch notwendig ;)

Anonym hat gesagt…

So macht diskutieren doch Spaß.
Ja, bei Wikileaks muß ich Dir zustimmen. Komplett verbockt. So auch OpenLeaks.
Meinst Du aber nicht auch, daß 25.000 Familien laut genug sein sollten um gehört zu werden? Hätte weniger gereicht? Oder müssen es immer derartige Skandale werden, um die breite Öffentlichkeit zu erreichen?
Und liegt das nicht eher an der "Öffentlichkeit"?
Muahaha, ein schöner Fnord fällt mir grad ein: Weißt Du warum die Piraten in Berlin so viele Wähler hatten?
Weil die anderen Parteien die Pflegedienste auf Unkenntlichkeit geschrumpft haben, und ihnen damit die Wähler weggestorben sind.
Jetzt weißte wo Du ansetzten mußt...;)

Thumbsucker hat gesagt…

Unbedingt sollten die Betroffenen einen Wirbel schlagen. Die Frage ist halt wieder, wie weit hier von Seiten des Dienstgebers, also des Innenministeriums, Einfluss genommen wird. Ob da nicht eine ungeschriebene, leise Dienstanweisung a la "Nicht zu viel Wind machen, das könnte Konsequenzen haben" kommt? Ich bin gespannt, wie das weitergeht.

^^ die natürliche Wählerauslese finde ich gut - oft die einzige Möglichkeit eines Umsturzes;)

Anonym hat gesagt…

Medikamente sind BÖSE!!!

Thumbsucker hat gesagt…

Womit wir wieder bei der Sterbehilfe-Achterbahn wären... ;)

Anonym hat gesagt…

Yeah!
Einen hab ich noch, wenn so eine Dienstnweisung nun an Alle geht? Die sind dann ja nun reihum betroffen. Das könnte schon eine bedeutende Gruppe zusammenschließen.

Thumbsucker hat gesagt…

Ja, ganz bestimmt. Die Polizeigewerkschaft und viele Polizisten stehen ohnehin nicht mehr voll und ganz hinter ihrem Dienstgeber. Wobei der in dem Fall ja nichts dafür kann, der Leak ging von einem Verein aus.
Aber ich will nicht zu viel spekulieren - wird sich zeigen, ob es Konsequenzen gibt.

Anonym hat gesagt…

was ich vergessen habe zu erwähnen: Nur weil Anon jetzt die Daten geklaut UND veröffentlicht hat, heißt das ja nicht, dass die die einzigen waren. Wenn es wo Lücken gibt, können sich schon x beliebige die Daten gezogen haben.

Ich hab schon auf allen großen Websites österreichs Sicherheitslücken gefunden, nur wurden die halt gemeldet und dann wird das gefixt und fertig. Sich in manche Parteiseiten zu hacken ist wirklich Kinderkram

Thumbsucker hat gesagt…

Naja, der neueste Wurf von Anon ist ja die Datenbank einer Krankenkasse. 600.000 Datensätze in den Händen von Anonymous sind schon ein wenig verunsichernd, auch wenn sie sagen, dass sie nicht alles leaken.

Einerseits ist es gut, auf diese Lücken aufmerksam zu machen. Andererseits geht es nun langsam in einen Bereich, der gefährlich ist.
Mit Sozialversicherungsnummern und diesen Daten ließe sich schon ein wenig Schindluder treiben.

Anonym hat gesagt…

wenn die daten schon von anonaustria gehalten werden, dann stlel dir nur mal vor die werden von x bösen gehalten und die sagens nicht.

und wer bei so dingen wie ELGA usw auf das zugriff hat. da bekommt man dann früher oder später keinen job mehr wenn man nicht was vorlegt oder der chef schaut gleich selber rein (man kennt ja immer irgendwenn). und genau das ist das was man so vermisst: sicherheit ist halt fad solange nix passiert ...


erst letzte woche sicherheitslücke bei der GIS gefunden. den verantwortlichen ist es egal, immer noch.

 
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