Drogenkrieg in Mexiko *NSFW*


Mexiko ist ein heißes Pflaster. Mit einer Truppenstärke von 45.000 Mann versucht die Regierung, die Kartelle und deren Kämpfe untereinander unter Kontrolle zu bekommen - bisher ziemlich aussichtslos. Gab es im Jahr 2006 "nur" 2000 Tote, so zählt man bis zu diesem Jahr über 45.000 und das Jahr ist noch nicht ganz um.
95% des Kokains auf dem US-Markt schwappen aus Mexiko über die Grenzen - entsprechend ist die US-Regierung auch daran interessiert, in diesem Kampf mitzumischen und steckt eine Menge Geld in den Kampf gegen die Drogen. Die folgenden Bilder sind in Mexiko nichts besonderes - vielmehr zeigen sie den Alltag, an den man sich mancherorts schon gewöhnt hat.

Soldaten machen sich bereit, um in den Norden Mexikos zu fahren und dort die Polizei im Kampf gegen  die Drogenkartelle zu unterstützen.




Ein Soldat führt einen Gefangenen, um ihn der Presse zu präsentieren. In einer Zusammenarbeit zwischen der US-Army und der örtlichen Polizei konnten 105 Tonnen Marijuana beschlagnahmt werden - der bisher größte Schlag des Jahres.

Angehörige der mexkanischen Armee nach dem Sturm auf ein Meth-Labor

Freunde und Angehörige trauern über dem offenen Sart von Sotero Reyes Ricario, einem von 14 Opfern einer Schießerei zwischen Drogenkartellen in Ciudad Juarez

Die Leiche eines Mannes mit auf den Rücken gefesselten Händen im Pacific Ressort in Acapulco - einer von mehreren Toten

Ein Polizist bringt sich in Deckung, nachdem ein Bombenanschlag auf das Polizeifahrzeug durchgeführt wurde.

Mexikanische Soldaten tragen die Särge von 6 ihrer Kameraden, die von den Kartellen als Exempel geköpft wurden. Der bisher blutigste Anschlag auf die mexikanische Armee

2 weitere Leichen am Gelände des Pacific Ressorts in Acapulco. Die badenden Gästen sind mittlerweile an das Szenario gewöhnt - Acapulco wurde im Sommer dieses Jahres besonders hart von den Bandenkämpfen getroffen

Tijuana - die Leiche eines unbekannten Mannes hängt von einer Autobahnbrücke. Der Tote wurde geschlagen, gefoltert und anschließend mit Seil um den Hals über die Brücke geworfen

Polizeikonvoi der mexikanischen Gesetzeshüter

Bestatter nach der Beerdigung von Opfern der Bandenkriege. Der Platz auf den Friedhöfern wird mancherorts schon knapp

Soldaten vor der Vernichtung beschlagnahmter Drogen. 18 Tonnen Marihuana und 300kg Kokain wurden verbrannt

Die Hand einer Leiche mit einer Spritze, die den Gerichtsmedizinern bei der Identifizierung des Toten helfen soll(wie auch immer)

Soldaten verbrennen Marihuana in der Nähe von Baja

Ein Firefighter sucht nach Leichen in einem niedergebrannten Casino

Totengräber heben einen Leichensack vom Kühltransporter. Darin ein Toter, der in einem Massengrab gefunden wurde

Zwei weitere Tote - auf der Straße entsorgt wie Müll. Die Polizei sichert den Tatort.

Beschlagnhamte Waffen in einem Polizeiquartier. Dürfte den Kartellen nicht sonderlich zusetzen, der Waffennachschub ist nahezu unbegrenzt.

6 Tote auf der Ladeflälche eines Autos

Ein Soldat steht während der "Holy Week" Wache auf einem Hügel

Ein Anwohner betrachtet den Tatort, nachdem die Leiche eines Opfers weggebracht wurde

58 Mitglieder eines Kartells konnten bei Tijuana verhaftet und den Medien präsentiert werden

Soldaten bewachen 297 Pakete, die 1900 Kilo Marihuana enthalten. Ihre Gesichter müssen verhüllt sein, um nicht erkannt zu werden. Die Kartelle haben Kopfgelder auf jeden getöteten Soldaten und Polizisten ausgesetzt.

Bilder und Kreuze für Menschen, die entweder getötet, oder entführt wurden. Alltägliches Bild auf Mexikos Straßen

Leichen warten in der Kühlhalle auf ihre Autopsie

Neu erschlossener Friedhof in Siudad Juarez. Auf dem alten Friedhof war kein Platz mehr für die Opfer des Drogenkrieges

Eigentlich geht es uns doch gut, hier in Europa...


13 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Hast du evtl. auch die Geschichte zu manchen Fotos?

Bild 8 hat mich irgendwie berührt und ich möchte gerne mehr darüber erfahren.
Diese Kontrast und Gleichgültigkeit ist sehr bedrückend. :O

peter hat gesagt…

Wir können von Glück reden, dass wir hier nicht solch ein Problem haben.

Thumbsucker hat gesagt…

@Anon: die beiden wurden am Morgen des 16. August 2011 am Caleta Beach (Acapulco) in einer Ferienanlage so aufgefunden, wie sie da liegen - mit der Plane. Mehr Story gibt es leider nicht dazu, sind halt nur 2 weitere Tote in Mexiko. Acapulco hat es im Sommer diesen Jahres besonders hart getroffen, die Drogengangs geben sich dort brutale Gefechte.

Die verfügbaren Storys zu den anderen Fotos ergänze ich etwas später.

@Peter: auf jeden Fall. Bei 45.000 Toten im Jahr muss man Morgens darüber nachdenken, ob man wohl Abends wieder nach Hause kommt, oder ob man auch in einer Leichenhalle endet, weil man zufällig zwischen die Fronten gerät.

Anonym 1 hat gesagt…

Wie sehr die US Regierung das Drogenproblem eindämmen will, sieht man ja daran wie die Opiumfelder in Afghanistan unter US Schutz stehen.

Anonym hat gesagt…

Einfach legalisieren - schon wär das Problem entschärft

Thumbsucker hat gesagt…

@Anonym1: hier gibt's dazu ein paar nette Fotos:
http://publicintelligence.net/usnato-troops-patrolling-opium-poppy-fields-in-afghanistan/

@Anon: Koks legalisieren...die Leute wären schlicht zu dumm, damit umzugehen, sieht man ja beim Alkohol. Gras lasse ich mir einreden. In Österreich ist es ja noch nicht mal zu medizinischen Zwecken legal und die Polizei freut sich immer, wenn sie ein paar Pflänzchen beschlagnahmen kann.

Anonym hat gesagt…

Und wie genau soll das gehen?

Wechselt dann die 1. Heroin-Spritze die 1. Zigarette als "Cool-Sein-Objekt" der 10-14 Jährigen ab?

sohalt hat gesagt…

Ähem - woher hast Du die Zahl 45.000? Ist das eventuell die Anzahl Toter im Drogenkrieg seit 2006? Ich glaub nicht, dass es die Anzahl Morde 2011 ist. Ich hab keine definitive Zahl gefunden, aber eine Seite berichtet Ende September z.B. von 86.000 Toten seit Jänner 2007.

Thumbsucker hat gesagt…

Danke für den Hinweise, ist bereits ausgebessert. Sollte "zählt man bis zu diesem Jahr über 45.000" heißen.

Die 45.000 wurden von Mexikos Präsidenten Felipe Calderon selbst bekanntegeben. Gemeinsam mit seinem Plan, besagte 45.000 Soldaten einzusetzen und das Budget zur Bekämpfung der Kartelle in den nächsten 5 Jahren auf 46 Milliarden raufzusetzen.
Die NY Times schrieb letzte Woche was von 60.000 Toten - was da nun genau stimmt, ist schwer nachzuvollziehen, ich habe mich daher für die geringere Anzahl entschieden, die ist noch brutal genug.

MarsTheMars hat gesagt…

nicht unbedingt die beste Doku aber sehr interessant!
http://dokus.to/2011/10/24/mexiko-drogen-dollar-depression/

Thumbsucker hat gesagt…

THX für den Link, diese Doku hier kann ich auch empfehlen:
http://dokujunkies.org/dokus/menschen/im-kreuzfeuer-der-kartelle-mexikos-blutiger-drogenkrieg-dtv-xvid.html

Mal schauen, ob es die auch wo als Stream gibt.

Anonym hat gesagt…

Interessante Arbeiten zu diesem Thema macht die Künstlerin Teresa Margolles. Ihre Arbeiten sind teilweise sehr krass und es ist nicht einfach ihre Ausstellungen zu besuchen. Sie war unter anderem auch mal in Krems.

nora hat gesagt…

Mein Lehrer ist bei Amnesty International für Südamerika 'zuständig' (regional) und hat uns eine Ausstellung an die Schule geholt, die seit Jahren ausgebucht um die Welt reist ("Unsichtbare Opfer").
Das ganze Thema ist wirklich interessant und schlimm.
In diesem Fall ist jedoch der Ruf nach Legalisierung meiner Einschätzung nach wirklich sinnvoll. Damit meine ich lediglich die Legalisierung von Kokain in den USA. Mexiko ist lediglich Zulieferer, die Drogen selbst werden in Bolivien u.A. angebaut, wo sie ebenfalls für Armut und Gewalt sorgen. Das ganze ist ein Teufelskreis, Mexikaner und Südamerikaner aus den Anbauländern fliehen über Mexiko in die USA, weil ihr Land zerrüttet ist, fallen dabei wiederum den Coyotes in die Hände, die von ihnen Geld verlangen, sie foltern und vergewaltigen und als Drogenkuriere missbrauchen. Noch schlimmer ist, dass die Gewalt nicht allein von den Kartellen ausgeht. An den Grenzen und auf den gängigen Strecken finden Kontrollen statt, die teilweise vom Militär, der Polizei und von Paramilitären ausgeübt werden. Diese sind fast noch gewalttätiger; während die Kartelle sich hauptsächlich untereinander bzw. Involvierte bekriegen, werden von den "Offiziellen" wahllos Menschen bedroht, verhaftet und missbraucht. Die Durchreisenden fahren mit Güterzügen, auf die sie aufspringen, durch Mexiko. Bei Kontrollen werden sie von den Zügen gestoßen oder massenweise verhaftet. An manchen Strecken lauern Bewaffnete, die die Züge gezielt überfallen. Das sind selten Kleinkriminelle, meist sind es eben diese Kontrolleure.
Auch die Unterdrückung der Indigenen ist entfernt mit dem Drogenproblem verbunden.

Kokain ist in den USA für High School-Schüler leichter zu ergattern als Alkohol, einen Unterschied würde es also vermutlich nicht machen. Wer es will, kommt immer dran. Mit einer Legalisierung könnte man sowohl die Verhältnisse in den Anbauländern und in Mexiko verbessern, als auch den Konsum einigermaßen regulieren bzw. sichern (hinsichtlich der Qualität). Der Kampf gegen Drogen ist eigentlich ein friedlicher, und das sage ich als absolute Anti-Konsumierende.

 
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