Reisen in Amerika


Mittlerweile weiß jeder, der schon mal in die USA gereist ist und mit der TSA, der Transportation Security Administration, zu tun hatte, dass die TSA nicht das geringste mit Flughafensicherheit und Terrorbekämpfung zu tun hat. Die 56.221 Mitarbeiter mit einem jährlichen Budget von 8,1 Milliarden US-Dollar haben primär die Aufgabe, Amerikaner und Amerikareisende zu erziehen, sie zu erniedrigen und zu entmenschlichen. Das mag einem ja gefallen, wenn man ein wenig obrigkeitshörig ist oder alles supertoll findet, was aus dem ehemaligen Land der unbegrenzten Möglichkeiten und jetzigen Polizei - und Pleitestaat zu vernehmen ist. Für logisch denkende Menschen, die sich ihrer Rechte bewusst sind, hat das allerdings nichts mehr mit Freiheit zu tun.
Dass Ältere auf dem Flughafen ihre (getragenen)Inkontinenz-Windeln herzeigen müssen und Behinderte im Rollstuhl vom freundlichen TSA-Mitarbeiter drangsaliert werden, ist nicht neu und daran hat man sich mittlerweile auch schon gewöhnt. Auch, dass es verboten ist, Flüssigkeiten an Bord des Flugzeuges mitzunehmen, wissen wir alle - schließlich könnte man mit seiner Coke das Flugzeug in die Luft sprengen - abgesehen davon ist es gängige Praxis, dass TSA-Mitarbeiter die beschlagnahmten Flüssigkeiten und Speisen selbst trinken und verzehren, vermutlich verdienen sie zu wenig, um sich selbst zu versorgen. Dass man sich aber auch mit leeren Flaschen verdächtig macht, ist neu und wirft ein neues Kapitel der Lächerlichkeit auf.

Diese Erfahrung musste eine frischgebackene Mutter machen, als sie in Hawaii an Bord eines Flugzeugs gehen wollte. Im Handgepäck hatte sie eine Muttermilchpumpe und einige leere Flaschen. Für alle, die mit Mutterschaft nicht so vertraut sind - Jungmütter pumpen ihre Muttermilch ab und füllen sie in Flaschen, um für ihren Säugling ausreichend Vorrat zu haben, weswegen die leeren Flaschen im Gepäck der jungen Frau also nicht weiter verwunderlich waren. Dem Mitarbeiter der TSA kamen die leeren Flaschen allerdings so verdächtig und gefährlich vor, dass er umgehend einschreiten musste. Ihr müsst nämlich wissen, dass nicht nur Flaschen mit Flüssigkeiten darin ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen. Nein, auch leere Flaschen sind eine Gefahr für die nationale Sicherheit, denn man kann darin ja vielleicht Gas transportieren. Wo kämen wir hin, wenn jeder leere Plastikflaschen mit an Bord des Flugzeuges nimmt, man könnte damit ganze Flotten von Airlines abstürzen lassen. Darum geht es schon ganz in Ordnung, dass der nette TSA-Mitarbeiter im Namen der Sicherheit die Jungmutter dazu zwang, ihre Muttermilch abzupumpen. Nicht etwa in einem Raum mit ein wenig Privatsphäre - der (männliche) TSA-Beamte schickte die Mutter auf eine öffentliche Toilette, wo sie sich bei den Waschbecken vor dem Spiegel die Pumpe ansetzen und unter den Augen anderer Reisender die Muttermilch in Flaschen pumpen musste. Nachdem das erledigt war, ließ man sie mit den vollen Flaschen an Bord des Flugzeuges steigen(sic!) - eigentlich ein Wunder, dass man sie nicht des Milchschmuggels bezichtigt hat.

Denken wir mal eine Minute darüber nach.
Wenn sie dort mit bereits befüllten Babyflaschen aufgetaucht wäre und erklärt hätte, es handle sich beim Inhalt um Muttermilch für ihr Neugeborenes, hätte man was getan? Richtig. Man hätte sich auf "no liquids over 3 ounces" berufen und ihr aufgetragen, die bereits abgepumpte Muttermilch in den Ausguss zu schütten. Aber als sie mit den leeren Flaschen ankam, befahl man ihr, sich die Muttermilch in der Öffentlichkeit abzupumpen und die Flaschen zu "füllen". Checkt ihr es? Amerikaner und Amerikareisende sind Sklaven, mit denen man machen kann, was man nur will, wenn man einer Behörde angehört oder im Auftrag einer Behörde agiert. Immer, wenn ich etwas über die TSA lese, muss ich an den Film "Die Welle" denken. Die US-Behörde "brauchte" eine Gruppe von Low-IQ Befehlsempfängern, die mit einem Dauersteifen in der Hose dazu bereit sind, ihre eigenen Landsleute zu erniedrigen und die Befehle der US-Regierung, ohne sie zu hinterfragen, auszuführen. Man steckt einen Menschen in eine Uniform, verleiht ihm ein Miniquäntchen an Macht und schon hat man den perfekten "Soldaten", der bereit ist, alles zu tun und nur seinem Gehaltsscheck gegenüber so etwas wie "Loyalität" empfindet.

Nun könnte man ja sagen "Die Amerikaner sind doch selbst schuld, sollen sich halt dagegen wehren, demonstrieren, auf die Straße gehen - schließlich leben sie ja im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.". Unbegrenzt sind die Möglichkeiten einzig und allein für die Regierung. Wenn der Durchschnittsbürger nicht spurt, wird er "gepfeffersprayed", getazert, verprügelt, verhaftet, eingesperrt, vorbestraft und landet gebrandmarkt auf diversen Listen der US-Regierung. Die Hoffnung, dass sich unter Obama etwas ändert, ist längst verschwunden. Im Grunde hat es sich in den noch nicht mal 4 Jahren unter Obamas Amtszeit wesentlich mehr verschlechtert, als in den 8 Jahren unter Bush. "Geht mich nichts an", werdet ihr euch vielleicht denken, "Ich lebe ja eh in der EU.". Wie sehr uns das etwas angeht, zeigen die Versuche der US-Regierung, amerikanisches Recht zu internationalisieren. ACTA ist ein gutes Beispiel dafür, die Sache rund um Megaupload und Kim Schmitz ein anderes. Nachdem die US-Regierung einen deutschen Staatsbürger vom FBI in Neuseeland(sic) festnehmen und sein Business zerschlagen ließ, fordert sie nun die Auslieferung von Kim Dotcom an die USA, um ihn nach amerikanischem Recht vor ein Gericht zu stellen und ihn zu verurteilen. Auch die Causa Assange ist pervers. Assange sitzt seit über einem Jahr in England unter Hausarrest - ohne Anklage, ohne Urteil - auf Bestreben der US-Regierung. Murat Kurnaz wurde als deutscher Staatsbürger in Pakistan verhaftet, den US-Behörden übergeben und ohne Anklage für 4 Jahre in Guantanamo inhaftiert. Ohne einen geringsten Beweis seiner Beteiligung an auch nur "irgendetwas" Ungesetzlichem. Anschließend wurde der deutschen Regierung von den USA auch noch nahegelegt, eventuelle rechtliche Schritte fallenzulassen, denn das "könnte diplomatische Konsequenzen geben". Auch die österreichische Regierung wurde von den USA erpresst(in Diplomatenkreisen nennt man das "sanften Druck ausüben"). Als die USA Zugriff auf österreichische Polizeicomputer forderten und sich das Parlament anfangs wehrte, erklärte die US-Regierung, man würde eben die Visapflicht für östereichische USA-Reisende wieder einführen, wenn man denn nicht bekommt, was man will. Neuseeland ließ sich gleich von vornherein Gesetze rund um Filesharing und Urheberrechtsverletzungen von der US-Regierung, also im weiteren Sinne von der Unterhaltungsindustrie, diktieren. Da ist es auch nicht überraschend, dass die US-Regierung ein Mitspracherecht bei den derzeitigen EU-Verhandlungen zum Thema Datenschutz fordert - und so könnte man noch zahlreiche weitere Beispiele anführen, dazu muss man sich gar nicht erst durch die von WikiLeaks veröffentlichten Cables ackern.

Wenn ihr also der Meinung seid, dass uns die Machenschaften der US-Regierung nichts angehen, denkt noch mal darüber nach.






12 Responses So Far:

Anonym hat gesagt…

Da hatte jemand schon mal ne Lösung für: http://german-bash.org/6102

stephanie hat gesagt…

ekelhafte vorstellung.... aber machthungrige dreckskerle, die Frauen erniedrigen gibts überall- nur tragen die- zum glück- nicht immer uniform...

Thumbsucker hat gesagt…

@Anon: der Kongress würde genügen ;)

@Stephanie: gab auch schon mal ein Verfahren "Unzucht mit Minderjährigen" weil eine Frau ihr Kind auf einer öffentlichen Parkbank gestillt hat und in Südamerika wurde ein Vater der "Unzucht mit Minderjährigen" angezeigt, weil er seiner Tochter dabei half, den Badeanzug zu wechseln. Als junges Elternpaar sollte man die USA möglichst meiden ;)

Anonym 1 hat gesagt…

[quote]Murat Kurnaz wurde als deutscher Staatsbürger in Pakistan verhaftet[/quote]

Ein Passdeutscher ist kein Deutscher. Die verrückten Flugzeugkontrollen haben wir überwiegend den durchgeknallten Islam-Terroristen zu verdanken. Das waren noch zeiten, als man in FLügzeuge genau so schnell einsteigen konnte wie in den ICE.

Thumbsucker hat gesagt…

Passdeutscher, "echter" Deutscher...spielt doch hierbei keine Rolle, du wirst auch mit rein arischen Wurzeln wie ein Haufen Müll behandelt und gerade dir mit deinem Nationalstolz sollte dieses Verfahren übel aufstoßen. Wer hier der Verursacher ist, ist sekundär. Dein Stammbaum ist den TSA-Kasperln und der US-Regierung wurscht. Darüberhinaus würden sie dich für deine Kommentare - sofern sie Rückschlüsse auf deine Identität zulassen - ohnehin auf die Liste setzen und dich am Aiport nach 24 Stunden Sicherheitsverwahrung umgehend auf deine Kosten nach Hause schicken.

Nicht nur dich, auch mich - für meinen Dünnpfiff hier im Blog. Neuerdings lesen die Spacken ja auch Twitter mit, wie wir unlängst erfahren durften.

Anonym 1 hat gesagt…

[quote]
Nicht nur dich, auch mich - für meinen Dünnpfiff hier im Blog. Neuerdings lesen die Spacken ja auch Twitter mit, wie wir unlängst erfahren durften.[/quote]

Jo, selbst meine Emails :-( http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,8481654,00.html

Anonym 1 hat gesagt…

Die USA sind neben Saidi Arabien die Länder die ich hoffentlich nie besuchen muss. Für das Emirat Bahrein hab ich eine Einladung schon abgeschlagen.

Thumbsucker hat gesagt…

"Jo, selbst meine Emails :-("

Blood and Honour Germany wurde doch schon vor 2 Jahren gehackt. Ich glaub ich hab noch immer das online gestellte Backup auf einer Externen liegen ;)

Anonym 1 hat gesagt…

Ja daran erinnere ich mich noch gut. Ich bin diesen Nazigruppen zu radikal, darum da nicht Mitglied und auch nicht gern gesehen.

Aber ein Kumpel war da Mitglied und seine EMail war da zum Glück nicht dabei... dafür aber die Email eines Kumpels vom Kumpel... und lustigerweise noch ein Aussteiger dem jahre später die Vergangenheit eingeholt hat und sich alte Geschäftspartner von ihm abgewendet haben, da Linksextremisten in seinem ganzen Sozialen publik gemacht haben, dass er ein böser Blut und Ehre Nazi sei.

Thumbsucker hat gesagt…

Ich fand den Hack grundsätzlich gut, aber nicht das Veröffentlichen der Daten. Wobei ja - soweit ich mich erinnern kann - ohnehin nur die Nicknames mit den dazugehörigen Mailadressen und Kommunikationsstränge zu sehen waren, die keine Rückschlüsse auf die Identitäten zuließen.

Das stört mich auch ein wenig an Anonymous. Den Behörden zu zeigen, dass man ein Auge auf sie wirft, indem man Websites hackt und Datenbanken abgreift, ist OK. Aber das Veröffentlichen der Realnamen von Polizisten geht imo zu weit.

Anonym hat gesagt…

Da frage ich mich:
Wie konnte es so weit kommen ?

War das "land of the free" immer schon eine Lüge ? Klar, 9.11. is schon eine ganze Weile her, aber reichen tatsächlich 10 Jahre um ein riesiges LAnd derart umzugestalten ?

Anonym hat gesagt…

Googelt mal Special 301 Report bezüglich Urheberrecht und
Einmischung der USA, bzw. Medienlobby (Disney, Sony, Universals) in deutsche Gesetzgebung.

 
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