Aokigahara - der Selbstmordwald *Doku*


Nachdem mein kleiner Post über den Selbstmordwald einer der am häufigsten aufgerufenen Artikel ist, reiche ich heute mal die entsprechende Doku über den zauberhaften Märchenwald nach, in den die Japaner gehen, um ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Das gute Stück ist zwar nicht neu, aber endlich mal in guter Qualität zu sehen - leider nur mit englischen Subs, aber sehr einfach zu verstehen. 50-100 Menschen zieht es pro Jahr in den Selbstmordwald, wo sie vom Leben abschied nehmen und sich meist an einem Baum erhängen. Einmal pro Jahr ziehen die japanischen Behörden durch den Wald, um die Toten zu bergen - nicht alle werden gefunden.








10 Responses So Far:

Johann III. Sobieski hat gesagt…

Sollte es in Deutschland auch geben. Würde evt. die Toten verhindern, die durch Suezidmenschen entstehen... z.B. in Gegenverkehr fahren, Haus in die Luft sprengen, vom Hochhaus springen und damit evt. andere erschlagen.

Thumbsucker hat gesagt…

Ja stimmt. Ist jedermanns eigene Entscheidung, ob und wie er seinem Leben ein Ende setzt, aber andere mit reinzuziehen ist ein NoGo. Muss ja noch nicht mal andere Tote/Verletzte bedeuten - reicht ja schon, wenn ein Selbstmörder einem Lokführer das Leben versaut, indem er sich vor seinen Zug wirft. Aber Japaner sind da anders, für die ist das erst mal eine Frage der Ehre(jaa, klingt kitschig, ist aber so), Depressionen sind da eher selten der Grund für Suizid. Wenn Japaner z.B. ihren Job verlieren, bringen sie so "Schande" über die Familie und für manche ist die Konsequenz dann der Suizid durch Erhängen, weil sie den Tod da "bewußt" erleben. Die Selbstmörder bei uns wollen aber nur, dass es möglichst schnell vorbei ist, weswegen das Erhängen nicht so "beliebt" ist. Hab mal ne psychologische Abhandlung darüber gelesen, da wurde das so erklärt.

darkchyld hat gesagt…

so haelt man die arbeitslosenzahlen auch unten. ganz ohne winkelzuege.

Thumbsucker hat gesagt…

Bei uns gibt's die Mindestsicherung und mit der Ehre haben's die meisten auch nicht so ;)

Leben ist schön hat gesagt…

@thumbs:
Psychologische Abhandlung hin oder her - Erhängen ist die beliebteste Selbstmordmethode für Menschen, die wirklich tot sein wollen.
Man kann das im Grunde auf zwei Faktoren runterbrechen: Schnelligkeit und Sicherheit.

Mit "Schnelligkeit" ist aber nicht die Zeit zwischen Beginn der Selbsttötung und Eintritt des Todes gemeint, sondern die Frage wie lange man den stärksten aller Triebe ausschalten muss: Selbsterhaltung.
Und "Sicherheit" bezieht sich natürlich auf die Frage, ob man am Ende auch wirklich tot ist oder ob sich noch irgendein Arzt findet, der einen wieder zurecht bastelt.

Beispiele:
Pulsadern - man muss sich einmal überwinden zu schneiden und dann hockt man da und wartet. Selbst wenn man alles "richtig" gemacht hat, dauert es 10 Minuten eh man bewusstlos ist. Das ist sehr viel Zeit für's Gehirn um den Selbsterhaltungstrieb wieder anzuwerfen. Dasselbe gilt für Tabletten.
--> langsam und unsicher, wird zwar oft gemacht, wird aber auch fast genauso oft überlebt.

Zug - ich behaupte mal Menschen die sich vor einen Zug werfen, stellen sich nicht auf die Gleise und gucken dem Zug zu, wie er immer dichter kommt, weil das nicht auszuhalten ist. Stattdessen laufen sie im letzten Moment vor den Zug. Oder auch nicht - es gibt ja leider keine Statistik über all die Menschen, die wieder nach Hause gehen...
--> schnell und sicher, aber trotzdem braucht man mehr Überwindung im Vergleich zum Erhängen

Brücke/Hochhaus - die Mehrheit der Menschen hat Probleme mit großen Höhen, dass heißt schon während man über's Geländer klettert, fängt das Gehirn an zu kämpfen. Hinzu kommt die Unsicherheit ob der Sprung auch wirklich tödlich ist.
--> langsam und unsicher (schnell und unsicher für die, die mit der Höhe kein Problem haben)

Erhängen - es ist defintiv tödlich und man muss seinen Lebenswillen nur für den Bruchteil einer Sekunde abstellen und vom Stuhl hüpfen...
--> superschnell und supersicher

---

Selbstmordwald bei uns? Würde wohl nicht funktionieren. Ich seh sie schon vor mir: die Religiösen die am Waldrand demonstrieren; die Leute mit Kamera, die gerne live dabei sein wollen; die, die sich für besonders cool halten, wenn sie die potentiellen Selbstmörder noch mit Sprüchen "ermuntern"; die Leichenschänder und natürlich allen voran die Behörden^^

Thumbsucker hat gesagt…

Hm...bisher war ich eigentlich der Ansicht, dass Erhängen nicht unbedingt der angenehmste Tod ist - natürlich abhängig von der "Fallhöhe" und der Lage des Knotens. Bestenfalls, wenn alles "richtig gemacht wurde", bricht einem der Knoten das Genick. Schlimmstefalls erstickt man langsam und spürt noch, wie sich der Strick ins Fleisch schneidet. Noch dazu sieht man auf manchen Fotos von Aokigahara, dass die Erhängten zum Teil sogar Boden unter den Füßen hatten, sich also allein mit ihrem Körpergewicht getötet haben, ob das schnell geht...da bin ich mir nicht so sicher.
Wie es ist, wenn die Luft knapp wird, durfte ich beim Tauchen schon mal erfahren, als beim letzten Dekostopp mein Gemisch zur Neige ging und das war defintiv keine angenehme Erfahrung, von daher würde ich das Erhängen nicht als Todesart wählen, wenn ich vor der Wahl stünde.

Ich glaube auch, dass der "Angstfaktor" beim Sprung vor den Zug und beim Sprung vom Stuhl mit Strick um den Hals relativ gleich ist. Überwindung kostet beides. Ich suche schon seit längerem eine Ausgabe von "The Complete Manual of Suicide"(das übrigens bei vielen Verstorbenen in Aokigahara gefunden wird) - nicht weil ich lebensmüde bin, sondern weil mich die verschiedenen psychologischen Aspekte eines Suizids interessieren.

Bei uns kämen zu den Religiösen, den Leuten mit Kamera und den Coolen noch die tree-hugger dazu, die sich über die Verunreinigung des Waldbodens - verursacht durch die Hinterlassenschaften der Toten - Sorgen machen und mit "Schützt unseren Wald" Tansparenten am Waldrand protestieren. Und natürlich das RTL-Team, das ein wenig Betroffenheit in die Wohnzimmer sendet und sich für die nächste Doku-Soap inspirieren lässt ^^

Anonym hat gesagt…

@Leben ist schön:

Sehr interessanter Post!

Also, ich glaube auch nicht, dass Erhängen so eine "angenehme" Tötungsart ist.

Pulsadern klingt auf jeden Fall am heftigsten. Da muss man wirklich schon am allerletzten Ende sein, um soetwas durchziehen zu können.

Waffen hast du vergessen. Stelle ich mir auch nicht gerade spaßig vor, sich eine Pistole in den Mund zu stecken und dann den Augenblick bevor man abzudrückt. Und wenn man Pech hat, überlebt man das Ganze auch noch als hochgradig Verstümmelter.

Medikamente sind, glaube ich, noch die "angenehmste" Selbstmord-Art oder was denkt ihr? Habe mal gelesen, dass dies bei Frauen die Nr. 1 ist. In Verbindung mit Schlafmittel merkt man dann möglicherweise garnicht erst wie man stirbt, weil es eben im Schlaf passiert.

Allerdings: jemand der -wirklich- seinem Leben zu 100% ein Ende setzen will, dem wird es so ziemlich egal sein wie. Schätze auch, dass das Gehirn eines hochgradig suizidalen Menschen sich auch in eine Art Ausnahmezustand befindet, wo rationales Denken und vl. auch Schmerzempfinden stark unterdrückt sind oder was denkt ihr?

PS: was ich richtig kranke finde, sind (auch deutsche!) Foren, die sich nur auf Selbstmord spezialisieren und dabei auch sehr detaillierte "Instruktionen" geben. Wundert mich ehrlich gesagt sehr, dass soetwas auf deutschen Servern legal ist.

Leben ist schön hat gesagt…

okay, was ich jetzt gleich sage ist hochgradig spekulativ, aber ich kann mir vorstellen, das Erhängen relativ schmerzlos ist, weil beim Sprung ins Seil ja nicht nur die Luftröhre abgedrückt wird, sondern auch die Blutzufuhr zum Gehirn. Und das ist so radikal (für's Gehirn), dass man sofort das Bewusstsein verliert. Der Körper fängt natürlich an zu krampfen, aber ich denke, dass man das selbst gar nicht mitbekommt. Ich hab mal ein kräftigen Schlag gegen den Hals bekommen (versehentlich) und mir ist auch direkt schwarz vor Augen geworden.

Was du beschreibst, thumbs, ist ein anderer Sachverhalt. Wenn ich das richtig verstehe (hab vom Tauchen keine Ahnung) dann hast du zuwenig Sauerstoff und dafür jede Menge CO2 und eine CO2-Vergiftung ist sehr schmerzhaft... *grusel*

Was das Erdrosseln am Boden angeht, auch da ist es ja so, dass man durch's Körpergewicht langsam die Luft- und Blutzufuhr zum Gehirn verringert und das führt wiederum zur Bewusstlosigkeit, man hat dabei aber wohl kein richtiges "Erstickungsgefühl"
Das ist sogar ne ziemlich spezielle Sexualpraktik (Stichwort Orgasmus durch Strangulation)

aber, wie gesagt, dass sind nur die Gedanken, die ich zu diesem Thema hab, für mich machen sie Sinn, aber ich lieg vielleicht auch völlig falsch.

@ anonym
Selbstmord-Foren an sich finde ich okay, ich gehe mal davon aus, dass die Mehrheit der Nutzer sich dort gegenseitig trösten und versuchen sich am Leben zu erhalten.
Und was Anleitungen angeht: ich kann mich an einen Zeitungsartikel (?) erinnern, in dem erläutert wurde, dass sich neuerdings vermehrt Menschen mithilfe eines Kohle-Grills umbringen. Da stand auch ganz genau drin wie es geht.
Ich denke, dass Wissen um eine Methode macht mich nicht zum Selbstmörder, und ein Selbstmörder kommt auch von allein auf die Idee, wie es geht, ohne irgendeine Anleitung.
Du weißt auch, dass man sich die Pistole besser in den Mund hält, anstatt gegen die Schläfe, aber dieses Wissen schadet ja nicht.
Meinem (nicht vorhandenem) Kind würde ich beizeiten auch erklären, dass es den Fön besser nicht ins Badewasser hält. Streng genommen wäre dass ja auch eine Anleitung zum Selbstmord...

Thumbsucker hat gesagt…

Nein, Vergiftung hatte ich keine, so knapp war es noch nicht. Nach einem Tauchgang auf ca. 30m waren beim Auftauchen 2 Dekostops nötig, der zweite davon knapp unter der Wasseroberfläche auf 2-3m Tiefe. Zusätzlich hing mein Buddy am Oktopus(2. Mundstück) meiner Flasche und da wurde es dann knapp. Fühlt sich an, als würde man durch einen verstopften Strohhalm einatmen, man erlebt dieses Erstickungsgefühl und muss schon ein wenig gegen eine Panik ankämpfen. Der Dekostop dauerte 8 Minuten, erst dann konnte ich an die Oberfläche - diese 8 Minuten waren verdammt lang ;)

Mein Gedankengang zum Erhängen lautet daher: wenn man nur von einem Sessel springt, reicht das eigene Körpergewicht aus dieser geringen Höhe unter Umständen nicht aus, um Luft- und Blutzufuhr *sofort* abzuschneiden, denn so ein Hals ist ganz schön robust und eine Luftröhre hat schon mal einen immensen Durchmesser(1,5cm-2,7cm). Von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass man das Ersticken bewußt erlebt - inklusive der Panik, die ganz automatisch hinzukommt. Kann natürlich sein, dass ich mich irre - ich will es nicht selbst ausprobieren ;)

Das plötzliche und schmerzfreie Wegtreten kenne ich von einem saudummen "Spiel", das wir in der Schule öfter mal gespielt haben. Dabei handelt es sich im Grunde um ein Hyperventilieren, man kippt dann plötzlich um und ist für ein paar Sekunden bewußtlos. Sehr gefährlich, nicht nachmachen - dabei haben sich schon Leute den Schädel auseinandergeschlagen.

Anonym hat gesagt…

Na wenn du die Hauptschlagader zum Gehirn abdrückst, geht es keine 10 Sekunden, bis du bewusstlos wirst ;-)

 
Real Time Web Analytics